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Massenentlassungen bei Teva Ratiopharm-Mutter streicht 14.000 Jobs

Massenentlassungen beim israelischen Pharma-Riesen Teva: Der Konzern, zu dem auch Ratiopharm gehört, entlässt 14.000 Mitarbeiter – ein Viertel der gesamten Belegschaft. Gewerkschaften rufen nun zu Streiks auf.

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Der israelische Pharmakonzern entlässt ein Viertel seiner Mitarbeiter. Quelle: Reuters

Jerusalem Der kriselnde Pharmakonzern Teva will weltweit 14 000 Stellen streichen. Dies teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Teva (hebräisch für: Natur) ist Weltmarktführer unter den Generika-Herstellern und Israels größtes Unternehmen. Weltweit hat die Ratiopharm-Mutter nach eigenen Angaben rund 53 000 Mitarbeiter, damit ist jede vierte Stelle von den Kürzungen betroffen. Teva steht schon länger wegen des zunehmenden Preisverfalls und anhaltender Absatzeinbußen in den USA unter Druck. Aus Protest gegen die Entlassungen bei Teva hat der israelische Gewerkschafts-Dachverband Histadrut für Sonntag zu einem Generalstreik bis Mittag aufgerufen.

Teva wolle mit dem Schritt in den nächsten zwei Jahren die Kosten um 1,5 bis zwei Milliarden Dollar senken, berichtete die Agentur Bloomberg bereits am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen worden.

Schon Ende November hatte Teva bekanntgegeben, sich wegen finanzieller Schwierigkeiten zu drastischen Maßnahmen gezwungen zu sehen. Der neue Chef Kare Schultz hat im November das Ruder übernommen.

Das Unternehmen kämpft derzeit mit Problemen in den USA und einem Preisverfall bei Nachahmermedikamenten. Zudem ist Teva nach der milliardenschweren Übernahme des Generika-Geschäfts Actavis vom US-Konzern Allergan im vergangenen Jahr mit knapp 35 Milliarden Dollar hoch verschuldet.

Teva hatte vor kurzem wegen der starken Konkurrenz auf dem US-Markt erneut die Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Sowohl beim Gewinn je Aktie als auch beim Umsatz zeigte sich der Generikahersteller pessimistischer.

Das wichtigste Einzelprodukt, das selbst entwickelte Medikament Copaxone zur Behandlung von Multiple Sklerose, steht unter Druck. Hier läuft der Patentschutz aus, früher als erwartet kommen Nachahmerprodukte auf den Markt. Schultz Vorgänger war nach scharfer Kritik über kostspielige Zukäufe und Verzögerungen bei neuen Medikamenten im Februar zurückgetreten.

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