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Medienbericht Pharma-Riese AstraZeneca soll Fusion mit Gilead ausloten

AstraZeneca arbeitet derzeit an einem Corona-Impfstoff Quelle: imago images

Während Pharmaunternehmen weltweit an Corona-Impfstoffen arbeiten, bahnt sich in der Branche eine Fusion an: AstraZeneca soll an Gilead interessiert sein. Ein Zusammenschluss könnte im Kampf gegen die Pandemie eine wichtige Rolle spielen.

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In der Pharmabranche könnte es einem Medienbericht zufolge zu einer Großfusion kommen. Der britische Konzern AstraZeneca sei im Mai an den Biotech-Rivalen Gilead Sciences aus den USA herangetreten, um einen möglichen Zusammenschluss auszuloten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Sonntag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

AstraZeneca arbeitet derzeit an einem Corona-Impfstoff, das Gilead-Mittel Remdesivir gilt als mögliches Medikament gegen Covid-19. Eine Fusion könnte demnach im Kampf gegen die Pandemie eine wichtige Rolle spielen. Rund um den Globus arbeiten Firmen momentan mit Hochdruck an Impfstoffen und Behandlungen, darunter auch die großen US-Konzerne Eli Lilly, Pfizer, Merck & Co. Reuters-Berechnungen zufolge gibt es weltweit rund sieben Millionen gemeldete Infektionen, mehr als 400.000 sind in Verbindung mit Corona gestorben. Die tatsächlichen zahlen sind wahrscheinlich noch höher, weil in einigen Ländern nicht alle Verstorbene auf das Virus getestet oder Todesfälle außerhalb von Kliniken nicht mitgerechnet. In manchen Staaten lassen sich amtliche Angaben zudem kaum nachprüfen.

Eine Sprecherin von AstraZeneca sagte, sie wolle sich nicht zu Gerüchten oder Spekulationen äußern. Auch Gilead lehnte eine Stellungnahme ab.

AstraZeneca ist an der Börse umgerechnet fast 140 Milliarden Dollar wert, Gilead 96 Milliarden Dollar. Finanzielle Details wurden in dem Bericht nicht genannt. Laut Bloomberg gibt es keine formellen Gespräche, Gilead habe aber mit seinen Beratern eine mögliche Fusion durchgespielt. Grundsätzlich bevorzuge Gilead Partnerschaften und kleinere Zukäufe. Ein großer Deal mit einem anderen Pharma-Konzern stehe nicht oben auf der Agenda.

Weltweit wird bereits diskutiert, wie ein Corona-Impfstoff eingesetzt werden sollte. Es wird befürchtet, dass vermögendere Staaten hier im Vorteil sind. Chinas Wissenschaftsminister Wang Zhigang sagte am Wochenende, die Volksrepublik wolle einen Impfstoff weltweit verfügbar machen, sobald er entwickelt sei. Die USA sind auf Konfrontationskurs mit China, wo das Virus zuerst auftrat. Der republikanische Senator Rick Scott sagte am Sonntag der BBC, es gebe Beweise, dass China die Impfstoffentwicklung in den USA sabotiere und den Prozess verlangsamen wolle. Belege dafür legte er nicht vor, er verwies auf Erkenntnisse der Geheimdienste.

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