Medizinsparte Siemens-Tochter stattet US-Militär aus

Siemens Medical Solutions hat einen milliardenschweren Auftrag vom US-Verteidigungsministerium erhalten. Zudem liebäugelt Siemens weiter mit einem US-Börsengang der Medizintechnik-Sparte, wie Joe Kaeser sagt.

Siemens CEO Joe Kaeser Quelle: AP

Der Elektrokonzern Siemens hat für seine Gesundheitssparte in den USA einen Milliarden-Auftrag von der Regierung an Land gezogen. Das US-Verteidigungsministerium habe mit Siemens Medical Solutions einen über fünf Jahre laufenden und bis zu 4,1 Milliarden US-Dollar schweren Vertrag geschlossen, teilte das Ministerium in Virginia mit.

Demnach sollen die Land-, Luft, Seestreit- und zivilen US-Kräfte von Siemens mit radiologischen Systemen, passendem Zubehör und den dazugehörigen Schulungen versorgt werden.

Zudem liebäugelt Siemens weiter mit einem US-Börsengang der Medizintechnik-Sparte. "Wir haben vieles durchdacht, aber es ist noch nichts entschieden", sagte Siemens-Chef Joe Kaeser dem Schweizer Blatt "Finanz & Wirtschaft". Sowohl die Platzierung neuer Aktien in einem Börsengang als auch ein Teil-Spin-Off sind möglich. Auch der Ort der Börsennotiz ist offen: "Der US-Aktienmarkt ist sehr liquide und hat ein gutes Verständnis für den Gesundheitssektor", fügte er hinzu. Es bleibe abzuwarten, ob US-Präsident Donald Trump Bürokratie und Steuern abbaue. "Auch die Börsen Frankfurt und Hongkong sind ebenfalls Optionen." Die Arbeitnehmervertreter hatten sich gegen eine Notiz in Amerika ausgesprochen, weil sie die Aushöhlung der Mitbestimmungsrechte fürchten.

Wichtige Erfindungen von Werner von Siemens

Für die nächste Zeit seien keine weiteren Abspaltungen geplant, sagte Kaeser. "Die große strukturelle Neuausrichtung ist abgeschlossen", formulierte der Manager, der den Konzern in seiner Amtszeit wiederholt neu aufgestellt hat. Eine reine Beteiligungsgesellschaft, wie Betriebsräte und Gewerkschafter befürchten, solle Siemens nicht werden.

Die Restbeteiligung am Lichttechnikkonzern Osram von knapp 18 Prozent will Kaeser weiter loswerden, hielt sich aber über die Art und Weise weiter bedeckt. "Es gibt keinen inhärenten Grund mehr, beteiligt zu sein. Es gibt auch die Option, einen strategischen Zusammenschluss zu ermöglichen, um Osram zu stärken." Zuletzt hatten sich Chinesen für das Traditionsunternehmen interessiert, hatten sich aber nach massiven Protesten der Belegschaftsvertreter wieder abgewandt.

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