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Medizintechnik Philips stellt 250 Millionen Euro für defekte Beatmungsgeräte zurück

Die Rückstellungen von Beatmungsgeräten erhöhen sich erneut um 250 Millionen Euro. Quelle: Reuters

Die Abschreibungen für die Medizingeräte summieren sich bereits auf eine halbe Milliarde Euro. Die Umsatzrendite fällt daher kleiner als erwartet aus.

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Der niederländische Medizintechnik-Konzern Philips muss weitere 250 Millionen Euro für angeblich gesundheitsgefährdende Beatmungsgeräte bei Schlafstörungen zurückstellen. Bis zu vier Millionen Geräte, die Atemaussetzer im Schlaf verhindern sollen (Schlafapnoe), waren im Juni zurückgerufen worden, weil ein darin verwendeter Schaumstoff mit der Zeit krebserregend werden könnte.

Vorstandschef Frans van Houten sagte am Montag, Philips produziere im Vorgriff auf die Genehmigung der Behörden bereits Austausch- und Reparatur-Sets. Aufgrund der großen Zahl der im Umlauf befindlichen Geräte könne es aber zwölf Monate dauern, bis alle ausgeliefert seien. Die Abschreibungen für den Rückruf summieren sich damit bereits auf eine halbe Milliarde Euro.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte in der vergangenen Woche von 1200 Beschwerden und 100 Schadenmeldungen gesprochen. Sie gibt dem Rückruf die höchste Prioritätsstufe. Der Philips-Chef sagte, das Unternehmen wolle Belege suchen, welche Gefahren von den Beatmungsgeräten tatsächlich ausgingen, bevor die bereits angekündigten Sammelklagen in den USA vor Gericht kämen.

Die erneute Rückstellung überschattete die Quartalszahlen von Philips, die davon abgesehen gut ausfielen. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) stieg um 36 Prozent auf 532 (390) Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten.

Der Umsatz legte auf vergleichbarer Basis um neun Prozent auf 4,2 Milliarden Euro zu, weil vor allem das Geschäft mit Verbraucherprodukten wie elektrischen Zahnbürsten boomte. Für das Gesamtjahr 2021 bleibt Philips bei seiner Prognose eines niedrigen bis mittleren einstelligen Umsatzwachstums.

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Die operative Umsatzrendite (Ebita-Marge) werde sich aber nur um 0,6 Prozentpunkte verbessern - das ist das untere Ende der bisher genannten Spanne. Um die Aktionäre zu beruhigen, kündigte Philips ein neues, erneut 1,5 Milliarden Euro schweres Aktienrückkaufprogramm an. Zum derzeitigen Kurs könnte der Konzern damit in den nächsten drei Jahren vier Prozent der Aktien erwerben. Das laufende Programm im gleichen Volumen läuft zum Jahresende aus. Trotzdem sank die Philips-Aktie am Montag um mehr als zwei Prozent.

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