Mehrere Milliarden Dollar Airbus gewinnt Großauftrag von treuem Boeing-Kunden Japan Air

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat vom traditionellen Boeing -Kunden Japan Airlines einen Auftrag im Volumen von 9,5 Milliarden Dollar erhalten. JAL kaufe 31 Maschinen des neuen Langstreckenjets A350.

Die Hoffnungsträger der Luftfahrtbranche
Airbus A380Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat seinem US-Rivalen Boeing zum Auftakt der Pariser Luftfahrtmesse die Schau gestohlen. Der Flugzeugfinanzierer Doric will auf einen Schlag 20 Exemplare des Airbus-Flaggschiffs A380 kaufen. Laut Preisliste kommt die Bestellung auf einen Gesamtwert von rund 8,1 Milliarden Dollar (6,1 Milliarden Euro). Airbus und Doric wollen Fluggesellschaften künftig Finanzierungslösungen für die A380 vorschlagen. Die Nachfrage nach ganz großen Passagierjets war zuletzt stark zurückgegangen. Während Airbus bei den kleineren Modellen Verkaufsrekorde feiert, schrumpft beim A380 der Auftragsbestand. 500 Passagiere passen in das Airbus-Flagschiff. Quelle: dpa
Airbus A350Ein erfolgreicher Jungfernflug seines neuen Passagierfliegers Airbus A350 kurz vor Le Bourget gab dem europäischen Konzern Rückenwind für das Duell mit dem US-Rivalen Boeing auf der Pariser Luftfahrtmesse. Nach längerer Hängepartie bestellt Air France nun doch 25 A350 im Wert von 7,2 Milliarden Dollar. Zusätzlich sicherte sich die Fluggesellschaft die Option auf 25 weitere Maschinen. Airbus hatte nach eigenen Angaben bis Ende Mai 613 feste Bestellungen von 33 Kunden für den A350 erhalten Boeing lag zu diesem Zeitpunkt bei 833. Der A350 ist ein direkter Konkurrent des Boeing-Flaggschiffs Dreamliner, der schneller aus den Startlöchern kam und schon seit einiger Zeit auf dem Markt ist. Je nach Modell kann der A350 270 bis 350 Passagiere aufnehmen. Er besteht zu mehr als 50 Prozent aus leichtgewichtigen Carbonfasern, die den Kerosinverbrauch verringern sollen. Treibstoff macht rund die Hälfte der Kosten bei Langstreckenflügen aus. Der neue Airbus soll je nach Ausstattung laut Liste 190 bis 250 Millionen Euro kosten. Die erste Auslieferung ist im zweiten Halbjahr 2014 geplant. Quelle: REUTERS
Extralanger Dreamliner 787-10Der Flugzeugbauer Boeing setzt dem neuen Airbus A350 eine extralange Version seines Dreamliners entgegen. Nach kurzer und mittlerer Variante der 787 soll die langgestreckte 787-10 erstmals im Jahr 2018 ausgeliefert werden, wie Boeing am 18. Juni bei der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bekanntgab. Boeing liegen nach eigenen Angaben bereits Bestellungen für 102 extralange Dreamliner vor. Die Maschine soll Platz für 300 bis 330 Passagiere bieten. Die Maschine soll mehr Treibstoff aufnehmen und mehr Passagiere transportieren können, dafür aber weniger weit fliegen können als die zwei bisherigen Versionen des Dreamliners. Im Bild: Jim McNerney (rechts) und Ray Conner posieren mit einem Modell des 787-10. Quelle: REUTERS
Boeings Dreamliner 787Der 787 ist aktuell Boeings Flaggschiff, es gibt ihn in zwei Versionen. Bisher ist nur die Standardversion des Dreamliners mit Platz für rund 240 Passagiere in der Luft. Die längere 787-9 soll noch in diesem Sommer erstmals abheben. Die Kosten für einen Dreamliner rangieren umgerechnet zwischen 154 und 182 Millionen Euro. Zuletzt war der Dreamliner aber vor allem wegen Problemen und Pannen in die Negativ-Schlagzeilen geraten. Wegen Schwelbränden an Batterien mussten von Januar bis Mai sämtliche Dreamliner weltweit auf Anweisung der Behörden zwangsweise am Boden bleiben. Quelle: REUTERS
Airbus A320 und A320neoEasyjet bescherte Airbus einen Großauftrag für seine Mittelstreckenjets. Der britische Billigflieger 35 A320 sowie 100 Maschinen der sparsameren Neuauflage A320neo bestellen. Laut Preisliste haben die 135 Jets einen Gesamtwert von 13,2 Milliarden US-Dollar (9,9 Milliarden Euro). Allerdings hat Easyjet nach eigenen Angaben einen kräftigen Rabatt ausgehandelt. Außerdem sichert sich die Gesellschaft Kaufoptionen für 100 weitere "neos". Damit ist der A320neo schon ein Kassenschlager, bevor die ersten Exemplare 2015 und 2017 ausgeliefert werden. Sechs weitere A320-Flieger gehen an die neue tunesische Fluglinie Syphax - drei davon in der „neo“-Version. Die Flieger bedienen das Segment über 120 Sitzplätze. Quelle: dpa
Boeing 737Der US-Flugzeugbauer hat auf der Flugschau in Paris einen Großauftrag für 30 Maschinen der neuen Generation des Kurzstreckenflugzeugs 737 bekommen. Käufer sei die Leasinggesellschaft CIT Aerospace. Die finanziellen Details des Auftrags wurden nicht bekannt. Europas größter Billigflieger Ryanair hat die Bestellung von mehr als 200 Boeing Mittelstreckenmaschinen 737 Max vor Jahresende in Aussicht gestellt. Die Maschinen vom Typ 737-MAX 8, sparsamer im Kerosinverbrauch als das ursprüngliche Modell, haben einen Listenpreis von 100 Millionen Dollar (etwa 75 Millionen Euro) pro Flugzeug. Der Mittelstreckenflieger konkurriert mit dem modernisierten Airbus A320neo. Boeing will die Entwicklung der 737-MAX beschleunigen. Die erste Maschine soll nun statt im vierten Quartal schon im dritten Quartal 2017 ausgeliefert werden, kündigte Boeing-Entwicklungsmanager Scott Fancer an. Airbus will die erste „neo“ schon zwei Jahre früher ausliefern. Quelle: dpa
Suchoi Superjet 100Er ist zwar ein Außenseiter, soll aber dennoch erwähnt werden, denn der Superjet 100 ist der Hoffnungsträger der russischen Flugzeugindustrie. Der auch mit westlicher Technik ausgestattete Flieger ist das erste Passagierflugzeug, das in Russland seit dem Zerfall der UdSSR 1991 entwickelt wurde. Je nach Modell bietet das Flugzeug Platz für 68 bis 103 Passagiere. Bei der Schau in Le Bourget hat die mexikanische Fluggesellschaft Interjet 20 Stück des Mittelstreckenjets bestellt. Seinen Jungfernflug absolvierte der Superjet 100 im Jahr 2008. Doch das Modell hatte immer wieder mit technischen Problemen zu kämpfen. Das russische Luftfahrtamt hatte erst vor kurzem wegen Problemen mit dem Fahrwerk und den Flügelklappen mehrere Maschinen vorübergehend aus dem Verkehr gezogen. Unvergessen bleibt die Katastrophe bei einem Präsentationsflug des Suchoi Superjet im Mai 2012: Mit 50 Menschen an Bord verschwand der Jet kurz nach dem Start vom Radarschirm und stürzte zwischen den Hängen eines Vulkans südlich der indonesischen Hauptstadt Jakarta ab. Nach den Angaben der Rettungskräfte gibt es keine Überlebenden. Quelle: dpa

Das erste Flugzeug soll 2019 ausgeliefert werden. Außerdem habe sich das japanische Unternehmen Optionen für weitere 25 Maschinen gesichert. Es ist das erste Mal, dass JAL Maschinen von Airbus kauft. Das Unternehmen setzte bislang vor allem auf den US-Rivalen Boeing. Dies ist für Airbus ein wichtiger Schritt auf einem Markt, den bislang der US-Erzrivale Boeing dominiert. Aktuell geht es um einen Großauftrag für Langstreckenflieger. Hier ist Airbus mit dem A350 im Geschäft, Boeing mit dem Verkaufsschlager 777.
"Es sieht so aus, als ob JAL sich für Airbus entschieden hat", sagte Insider. Details zum Umfang der Order wurden nicht genannt.

Technische Daten zum A400M

Ein Firmensprecher wollte sich auf Anfrage nicht näher dazu äußern. JAL kündigte eine Pressekonferenz für 08.00 Uhr an, ohne Einzelheiten bekanntzugeben. Daran sollten JAL-Präsident Yoshiharu Ueki und Airbus-Chef Fabrice Bregier teilnehmen. An der Tokioter Börse notierte die JAL-Aktie 2,8 Prozent im Plus. JAL und der heimische Konkurrent All Nippon Airways wollen Kreisen zufolge in den nächsten zehn Jahren Dutzende von neuen Langstreckenflugzeugen kaufen.

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