Mercedes-Show in Detroit Wenn Zetsche auf Arnie trifft

Feuerspeiende Berge, ein historisches Theater und Arnold Schwarzenegger: Daimler stellt in Detroit seine neue G-Klasse vor und setzt dabei auf die ganz große Show. Für Arnie gibt es dazu auch ein Elektro-Versprechen.

Mercedes: Daimler präsentiert die neue G-Klasse Quelle: Reuters

DetroitEin grauer Mercedes-Geländewagen erklimmt den Flammen spuckenden Berg hinter der Bühne. Zwei weitere Wagen in schwarz und grün fahren in den Raum. Aus dem einen steigt der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche in Jeans und Jackett. Aus dem anderen steigt Arnold Schwarzenegger in Cowboystiefeln und breiter Gürtelschnalle.

Daimler hat sich mit dem ehemaligen Schauspieler und späteren Politiker einen ganz besonderen Special Guest für die Messe in Detroit ausgesucht. Am Sonntagabend vor dem offiziellen Start der wichtigsten Automesse für den US-Markt feiert Daimler mit einer überraschenden Show seine neue G-Klasse.

Schwarzenegger verbindet als gebürtiger Österreicher und ehemaliger Gouverneur Kaliforniens beide Welten. Schließlich wird die G-Klasse im österreichischen Graz von Magna Stayr für Mercedes gefertigt. „Wir sind fast Zwillinge“, sagt Schwarzenegger auf Englisch über sich und den „G“ in Anspielung auf den Film Twins.

Tatsächlich kommen beide aus Graz: Schwarzenegger und die G-Klasse. „Als der G-Körper gebaut wurde, habe ich auch an meinem Körper gearbeitet. Als ich muskulöser wurde, wurde auch der G muskulöser “, scherzt der ehemalige Bodybuilder.

Privat fährt Schwarzenegger seit vielen Jahren einen G. Als bekennender Umweltschützer hat Schwarzenegger seinen eigenen allerdings auf Elektro-Antrieb umrüsten lasten. Es heißt, das österreichische Unternehmen Kreisel Electric habe das Auto umgerüstet – offenbar für einen hohen sechsstelligen Betrag.

Auf der Bühne will Schwarzenegger von Zetsche wissen, ob er den neuen G auch als E-Auto bekommt. Die Antwort: „Wir wollen die gesamte Produktpalette in Zukunft auch als Elektro-Autos anbieten. Bleiben Sie gespannt“, sagte Zetsche, worauf die beiden im Cowboy-Hut einen österreichischen Schnaps trinken.

Als Ort hat Daimler ein historisches Gebäude gewählt, das wie kaum ein anderes für Detroit steht: Das Michigan Theatre steht auf dem Grund, wo einst Henry Ford sein erstes Auto entwarf. In diesem Theater traten einst Duke Ellington und Frank Sinatra auf. Und dieses Theater war schließlich dem Niedergang geweiht wie einst die gesamte Innenstadt Detroits. Heute zeugen nur noch die reichen Deckenverzierungen von den glorreichen Zeiten.

Einige Stunden zuvor hatte Ford nur wenige Hundert Meter weiter in seiner Show ebenfalls einen geländetauglichen Wagen vorgestellt: den neuen Ranger. Einen Mittelklasse-Pick-up ganz nah am Geschmack der Amerikaner: Groß, stark und klobig. Ein Wagen, der Bäume aus dem Weg ziehen und Berge erklimmen kann. Auch ihn hat Ford die Berge rauffahren lassen. Allerdings nur im Film und nicht auf der Bühne im Cobo-Center.

Dafür gab es strategische Neuigkeiten bei dem zweitgrößten Autohersteller der USA: Ford will in Zukunft stärker in E-Autos investieren. Das Unternehmen kündigte an, bis 2020 elf Milliarden Dollar in E-Autos und Hybrid-Autos zu investieren.

Ford bietet mit dem Focus bisher nur ein US-Modell als E-Version an. Im kommenden Jahrzehnt will Ford auch seinen Verkaufsschlager, den Pick-up-Truck F-150, als Hybrid-Version auf den Markt bringen. Rivale General Motors will bis 2023 mindestens 20 Modelle als E-Auto anbieten.

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