Merckle Pharmagroßhändler Phoenix schreibt in Deutschland rote Zahlen

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Der Pharmagroßhändler Phoenix hat im Geschäftsjahr 2013/14, das am 31. Januar endete, offenbar mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen.

Die größten Pharmahändler
Marktführer in Deutschland ist der Mannheimer Pharmahändler Phoenix. Das 1994 gegründete Unternehmen, das in vielen Ländern Europas aktiv ist, gehört der schwäbischen Unternehmerfamilie Merckle. Phoenix erzielte zuletzt mit rund 29.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von weltweit 21,2 Milliarden Euro, rund ein Drittel davon in Deutschland. Nach Expertenschätzungen kommt Phoenix hierzulande im Pharmagroßhandel auf einen Marktanteil von etwa 25 bis 28 Prozent. Zuletzt hatte das Unternehmen allerdings etwas an Boden verloren. Bild: Phoenix Quelle: Presse
Nach dem Marktführer Phoenix folgen vier Unternehmen, die im deutschen Arzneihandel auf Marktanteile zwischen 12 und 17 Prozent kommen. Die deutsche Apothekergenossenschaft Noweda aus Essen ist nach eigenen Angaben derzeit die Nummer zwei. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1939 zurück. Mit rund 1900 Beschäftigten erzielte Noweda zuletzt einen Jahresumsatz von 4,3 Milliarden Euro. Im Bild: Wilfried Hollmann, Vorsitzender des Vorstands. Bild: Noweda Quelle: Presse
Der Stuttgarter Apotheker-Zulieferer Celesio erwirtschaftete 2012 mit 38.000 Beschäftigten weltweit einen Jahresumsatz von gut 22 Milliarden Euro, davon vier Milliarden Euro im deutschen Pharmagroßhandel. Experten zufolge kommt das Unternehmen hierzulande auf einen Marktanteil von rund 16 Prozent. Das 1835 gegründete Unternehmen gehört mehrheitlich der Duisburger Familienholding Haniel, die 50,01 Prozent der Anteile hält. Der Mischkonzern hatte 1973 die Mehrheit am Celesio-Vorgänger Gehe übernommen, der 2003 in Celesio umbenannt wurde. Der US-Branchenführer McKesson will Celesio für 6,1 Milliarden Euro übernehmen. Quelle: dapd
Hinter dem Namen Alliance Healthcare Deutschland verbirgt sich der traditionsreiche Frankfurter Pharmahändler Anzag (Andreae-Noris Zahn AG), der 2012 von der britischen Drogeriekette Alliance Boots übernommen wurde. 2013 firmierte Anzag um in Alliance Healthcare Deutschland. Das Unternehmen erwirtschaftete zuletzt mit mehr als 2700 Beschäftigten einen Jahresumsatz von rund vier Milliarden Euro. Bild: Alliance Healthcare Deutschland Quelle: Presse
Der Pharmahändler Sanacorp kam im Jahr 2011 mit rund 3000 Beschäftigten auf einen Jahresumsatz von etwa 3,7 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist inzwischen eine Tochterfirma der in Italien ansässigen Sanastera Holding. Die Geschichte der Sanacorp reicht bis ins Jahr 1924 zurück, als in Esslingen eine erste Apothekergenossenschaft gegründet wurde. Aus der Fusion mehrerer dieser Genossenschaften ging schließlich 1992 die Sanacorp hervor. Bild: Sanacorp Quelle: Presse

Nach Informationen der WirtschaftsWoche aus Branchenkreisen hat Phoenix im wichtigen Heimatmarkt Deutschland mit einem Umsatzanteil von einem Drittel Verluste zwischen 60 und 80 Millionen Euro eingefahren. Zu den Zahlen wollte sich die Merckle-Tochter Phoenix vor der Bilanzvorlage am nächsten Freitag nicht äußern. Noch bis vor etwa zwei Jahren sollen im Heimatmarkt Gewinne im hohen zweistelligen Millionenbereich angefallen sein. Phoenix leidet darunter der Rabattschlacht mit den Wettbewerbern Noweda und Gehe.

Offenbar versucht Phoenix wie auch die Konkurrenten, sich zumindest Teile der Rabatte von den Apotheken zurückzuholen. In einem Schreiben von Phoenix an umsatzschwächere ostdeutsche Apotheker, das der WirtschaftsWoche vorliegt, ist etwa von einem „Leistungsbeitrag“ die Rede, den die Apotheker zahlen sollen.

Phoenix ist ein Schwergewicht der Branche. Das Unternehmen hat 28.700 Mitarbeiter und beliefert 70.000 Kunden, vor allem Apotheken, in Deutschland und Europa mit Medikamenten. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei 21,2 Milliarden.

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