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Metall-Tarifkonflikt Verhandlungen haken beim Lohnausgleich

IG Metall Warnstreik Quelle: dpa

Nach über zwölf Stunden kommen die Verhandlungen im Metall-Tarifkonflikt kaum voran. Besonders beim Lohnausgleich hakt es. Sollten die Verhandlungen scheitern, drohen 24-Stunden-Warnstreiks.

Auch nach mehr als zwölf Stunden sind die Verhandlungen im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie in den entscheidenden Punkten nicht vorangekommen. Es hake weiter vor allem an der Frage des finanziellen Ausgleichs, hieß es am Rande der Verhandlungen am Samstagmorgen in Stuttgart. Die IG Metall hatte gefordert, dass die Beschäftigten ihre Arbeitszeit für die Dauer von bis zu zwei Jahren auf 28 Wochenstunden reduzieren können. Einige Gruppen wie Schichtarbeiter, pflegende Angehörige oder Eltern junger Kinder sollen dabei zusätzlich einen Zuschuss für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber ablehnen. Mittlerweile soll dazu ein Alternativvorschlag auf dem Tisch liegen, der diskutiert wird.

Der IG-Metall-Verhandlungsführer im Südwesten, Roman Zitzelsberger, informierte am Morgen den Gewerkschafts-Vorstand über den aktuellen Stand. Die IG-Metall-Spitze hatte für die Verhandlungen eine Frist bis Samstagmittag gesetzt. Wird bis dahin keine Einigung erzielt, stehen der Branche wohl erstmals ganztägige Warnstreiks bevor. Alle wichtigen Funktionäre und Spitzenvertreter der beiden Verbände IG Metall und Gesamtmetall sind in Stuttgart vor Ort.

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie war die IG Metall am Freitag an den Verhandlungstisch zurückgekehrt. Der Vorstand der Gewerkschaft verzichtete erst einmal darauf, die neuartigen Tages-Warnstreiks von bis zu 24 Stunden Dauer in Gang zu setzen. Im Gegenzug wird ein Ergebnis bis Samstagmittag erwartet. Dafür sollen die Verhandlungen im Pilotbezirk Baden-Württemberg am Freitagabend in der dann fünften Runde in Stuttgart fortgesetzt werden.

Bei einem Scheitern der Gespräche könne der Vorstand die Tagesstreiks jederzeit in Gang setzen, sagte der Erste Vorsitzende Jörg Hofmann. Das schließe auch die Einleitung von Flächenstreiks mit Urabstimmungen ein.

Im Zentrum des Konflikts steht die Gewerkschaftsforderung, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit für die Dauer von bis zu zwei Jahren auf 28 Wochenstunden reduzieren können. Einige Gruppen wie Schichtarbeiter oder Eltern junger Kinder sollen dabei noch einen Ausgleich für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber bislang strikt abgelehnt haben. Sie fordern zudem, das jetzige Arbeitsvolumen mindestens zu erhalten.

Über eine Erhöhung der Entgelte für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten wurde noch gar nicht verhandelt. Die IG Metall verlangt eine Lohnerhöhung um sechs Prozent. Die Arbeitgeber bieten bisher zwei Prozent.

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