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Militärtransporter A400M-Auslieferung könnte sich weiter verzögern

Beim A400M zeichnen sich weitere Probleme ab: Eigentlich sollten in diesem Jahr fünf Militärtransporter an die Bundeswehr geliefert werden. Ob die Auslieferung stattfindet, ist laut einem Bericht fraglich.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen verlässt nach der Besichtigung eines A400M das Flugzeug. Quelle: dpa

Bei der Auslieferung des Militärtransporters A400M an die Bundeswehr zeichnen sich weitere Verzögerungen ab. Entsprechende Signale gebe es von der europäischen Rüstungsagentur OCCAR, die im Auftrag der Abnehmerstaaten mit dem Hersteller Airbus verhandelt, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums am Donnerstag in Berlin. "Wir erwarten jetzt eine Ansage der Industrie", fügte er hinzu.

Nach einem Treffen von OCCAR mit Airbus am Freitag in Toulouse werde möglicherweise mehr Klarheit herrschen. Nach bisheriger Planung soll die Bundeswehr dieses Jahr fünf A400M erhalten. Über die neuen Probleme berichtete zuerst das Nachrichtenportal "Spiegel online".

Die erste A400M geht in Dienst
Im Cockpit des A400M. Zu einer offiziellen Feier der Übergabe der ersten neuen Frachtmaschine wird das französische Verteidigungsministerium zu einem späteren Zeitpunkt laden. Die offizielle Übergabefeier soll nach der Sommerpause am Standort der Endmontagelinie im spanischen Sevilla stattfinden. Die A400M gilt als eines der wichtigsten Rüstungsprojekte Europas. Um die Finanzierung hatte es allerdings lange heftigen Streit gegeben. Missmanagement und technische Probleme führten zu der jahrelangen Verspätung und zu Milliarden-Mehrkosten. Der europäische EADS-Konzern (künftig: Airbus), der von Frankreich und Deutschland dominiert wird, drohte zwischenzeitlich sogar mit einer Einstellung des Programms, an dem europaweit rund 40 000 Arbeitsplätze hängen. Damit sollte Druck auf die Käuferstaaten ausgeübt werden, mehr Geld lockerzumachen. Die Bundeswehr bezifferte die Projektkosten für die 40 eigenen Maschinen zuletzt auf 25 Milliarden Euro. Quelle: Französisches Verteidigungsministerium
Auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget vor einigen Wochen war ein A400M ausgestellt worden und auch zu Präsentationszwecken in die Luft gegangen. Hier ein Blick in das Innere der Maschine. Die erste an Frankreich gelieferte A400M wird nach Angaben von Airbus Military vor ihrer Eingliederung in die Transportflotte der französischen Luftwaffe zunächst für die weitere Ausbildung der Besatzungen eingesetzt. Die deutschen Maschinen sollen in Zukunft beim Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf bei Hannover stationiert werden. Unter anderem der Mittelrumpf des Transportfliegers wird bei Airbus in Bremen gebaut. Quelle: Französisches Verteidigungsministerium
Zu diversen Anlässen waren die Testmaschinen in den vergangenen Monaten bereits zu Showflügen gestartet. Hier wird eine A400M von einer französischen Kampfflugzeugstaffel begleitet. Quelle: Französisches Verteidigungsministerium
Nicht nur für reine Frachtflüge kann die Maschine eingesetzt werden, auch zum Absetzen von Fallschirmspringern ist sie geeignet. Bis zu 116 voll ausgerüstete Springer können an Bord gehen. Quelle: Französisches Verteidigungsministerium
Die französischen A400M werden am Standort Orléans-Bricy stationiert sein. Die technische Daten des Flugzeugs: Reisegeschwindigkeit: 780 km/h; Spannweite: 42 m; Länge: 45 m. Quelle: Französisches Verteidigungsministerium
Die Verzögerung in Produktion und Zulassung waren so immens, dass das französische Beschaffungsbüro der Streitkräfte von einem „schmerzvollen Prozess“ spricht. In Deutschland ... Quelle: EADS
... steht die offizielle Zulassung noch aus. Die Bundeswehr soll trotz der Probleme bei der Zulassung des Militär-Airbus A400M im Herbst nächsten Jahres ihre erste neue Maschine bekommen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums soll das Flugzeug im November 2014 ausgeliefert werden. Insgesamt ist die Anschaffung von bis zu 60 neuen Militärtransportern geplant. Der A400M soll bei der Luftwaffe das in die Jahre gekommene Transportflugzeug Transall ablösen. Ursprünglich hatte das erste Flugzeug 2009 in Dienst gestellt werden. Das Bild zeigt eine A400M bei einer Flugvorführung in Le Bourget nahe Paris. Quelle: AP

Airbus bestätigte die Verzögerung zunächst nicht. "Wir sprechen derzeit mit den Abnehmernationen über die Auslieferungsplanung für 2015", sagte ein Sprecher der Militärsparte Airbus Defence and Space. "Ansonsten wird die Jahresplanung - wie üblich - erst veröffentlicht wenn sie mit allen Kunden besprochen wurde."

"Spiegel online" berichtete, schlimmstenfalls werde Airbus dieses Jahr gar keinen A400M an die Bundeswehr liefern. Unter Berufung auf eine interne OCCAR-Analyse hieß es, 2015 könnten bestenfalls zwei weitere Transportflugzeuge an die Deutschen übergeben werden. Grund seien Probleme bei der Produktion der Flugzeug-Rümpfe. Insgesamt erwarte die OCCAR einen Lieferverzug von bis zu sieben Monaten.

Armee mit Schrott
Helme der Bundeswehr Quelle: dpa
Der Puma-Panzer ist nicht zu bremsen Quelle: dpa
Eine Rekrutin der Bundeswehr sichert auf einem Truppenübungsplatz eine Patrouille. Quelle: dpa
Mitte September 2014 sorgte diese Panne für Aufsehen und lenkte die öffentliche Aufmerksamkeit nach längerer Zeit wieder auf die Ausrüstungsmängel bei der deutschen Bundeswehr: Weil die Transall-Maschinen der Bundeswehr technische Defekte aufwiesen, konnten die Ausbilder, die kurdische Peschmerga-Kämpfer bei ihrer Arbeit gegen den radikal islamischen IS im Irak vorerst nicht zu ihrer Mission aufbrechen. Sie mussten die Maschinen auf dem Militärflugplatz Hohn wieder verlassen. Es ist die jüngste, aber bei weitem nicht die erste Blamage in Sachen Bundeswehrausrüstung. Quelle: AP
Wie jetzt durch einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ bekannt wurde, gab es auch bei den Bordhubschraubern vom Typ Sea Lynx der Marine erhebliche Ausfälle. Von 22 Maschinen sei keine einzige einsatzbereit, so das Blatt, was sich nach dem der „SZ“ vorliegenden internen Dokument 2014 auch nicht mehr ändern werde. Im Juni wurde demnach in einem Modell einer Fregatte ein 20 Zentimeter langer Riss entdeckt, woraufhin der komplette Betrieb mit dem Modell zunächst eingestellt wurde. Wohl zu Recht: Danach wurden an drei weiteren Hubschraubern ähnliche Schäden gefunden. Quelle: dpa
Bereits im August gab es Berichte über nur bedingt einsatzfähiges Bundeswehrmaterial. So meldete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ unter Berufung auf ein internes Dokument des Verteidigungsministeriums, von den hier Schau fliegenden Kampfjets des Typs Eurofighter seien nur acht von 109 Maschinen voll einsatzbereit. Von 67 CH-53-Transporthubschraubern konnten demnach im August ebenfalls nur sieben in die Lüfte gehen. Quelle: dpa
Und auch die Bundeswehrhubschrauber vom Typ NH-90 glänzten nicht gerade mit Bereitschaft: Laut „Spiegel“ waren im Sommer nur fünf von 33 voll intakt, während unter den Transall-Maschinen des Typs C-160 auch damals nur 21 flugtüchtig waren. Quelle: dpa

Kurz vor Weihnachten hatte Airbus mit vierjähriger Verspätung den ersten Militärtransporter an die Bundeswehr übergeben. Die deutschen Streitkräfte erhalten insgesamt 53 der Maschinen, von denen 13 jedoch weiterverkauft werden sollen. Ursprünglich hatte die Armee mit 60 Stück geplant, das Vorhaben wurde nach und nach zusammengestrichen.

Die ersten Flugzeuge werden noch nicht die volle Ausstattung haben. Vor Deutschland haben bereits Frankreich, die Türkei und Großbritannien A400M-Maschinen in Empfang genommen. Über das Rüstungsvorhaben war es unter anderem wegen massiver Kostensteigerungen mehrfach zu heftigem Streit zwischen Airbus und den Abnehmerstaaten gekommen.

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