Milliardenpoker Siemens will 7,2 Milliarden Euro für Alstom bieten

Siemens will sich im Ringen mit GE um Alstom nun mit Mitsubishi zusammentun. Der Ausgang des Tauziehens ist weiter unklar. Wer auch immer den Zuschlag bekommt: Für Alstom wird wohl alles anders.

Kein Solo für Siemens - Kaeser holt im Alstom-Poker Japaner ins Boot. Die Höhe des Angebots steht auch schon fest. Quelle: dpa

Das von Siemens und Mitsubishi Heavy Industries (MHI) erwogene Angebot für den französischen Rivalen Alstom beläuft sich nach japanischen Informationen auf umgerechnet 7,2 Milliarden Euro (eine Billion Yen). Das berichtete die führende japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ am Donnerstag ohne Nennung von Quellen. Demnach will MHI zusammen mit der heimischen Hitachi-Gruppe ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, um die Dampfturbinen-Sparte von Alstom für 500 Milliarden Yen zu übernehmen. Das Geschäft mit Stromnetzen von Alstom sei dabei nicht Teil der Planung, hieß es. Siemens holte Mitsubishi Heavy Industries als Partner ins Boot, um einer Offerte von General Electric (GE) für Alstom Paroli zu bieten.

Man prüfe gemeinsam mit dem Konkurrenten Mitsubishi Heavy Industries (MHI) ein mögliches Angebot, teilten Siemens und MHI am Mittwoch überraschend mit. Kurz vor dem Ende der Frist für eine Offerte der Münchner am Montag (16. Juni) bringt Siemens damit eine neue Option und einen weiteren Akteur ins Spiel. Die Entscheidung über ein Angebot dürfte am Sonntag fallen. Dann tagt der Aufsichtsrat von Deutschlands größtem Elektrokonzern.

Das Tauziehen um Alstom

„Ich begrüße die Bereitschaft von MHI, sich unseren Überlegungen anzuschließen“, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser. Einzelheiten der Pläne, die Siemens mit den Japanern bereits vereinbart haben dürfte, nannten die Unternehmen allerdings nicht. „Wir sind davon überzeugt, dass wir einen substanziellen Beitrag zu einer partnerschaftlichen Lösung für Alstom leisten können, der einen Mehrwert für alle beteiligten Parteien inklusive des Landes Frankreich schaffen wird“, sagte MHI-Chef Shunichi Miyanaga der Mitteilung zufolge.

Das Ringen um die Übernahme von Teilen des französischen Mischkonzerns Alstom ist inzwischen ein weltweiter Bieterstreit. Dabei sind viele Einzelheiten nach wie vor unklar. Sicher ist indes nur, dass der US-Elektroriese General Electric (GE) die Energiesparte der Franzosen kaufen will und dafür umgerechnet rund 12,35 Milliarden Euro bietet. Und klar ist auch, dass der Verwaltungsrat von Alstom dieser Offerte positiv gegenüber steht.

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Die französische Regierung wiederum zeigte sich weiterhin offen. Es gebe „keine Präferenz“, hieß es am Donnerstag in Paris nach einem Treffen von Präsident François Hollande, Regierungschef Manuel Valls und Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg. Ziel sei es, verbesserte Angebote für Alstom zu bekommen.

Bereits am Mittwoch war aus dem Umfeld von Alstom hingegen Skepsis zu hören. Denn die Pläne von Siemens und MHI kämen einer Zerschlagung gleich, wie es hieß. Das allerdings, so hört man in der Branche, wäre auch bei einer Übernahme von Alstom-Teilen durch GE kaum anders.

Wer immer also den Zuschlag bekommt: Für Alstom wird am Ende wohl alles anders sein.

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