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Milliardenumsatz Biontech macht Mainz zur „Apotheke der Welt“

Wie eine Goldgrube: Biontechs Umsatz, der vor allem vom Erfolg des gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer produzierten Corona-Impfstoffs getragen wird, stieg zwischen Juli und September auf knapp 6,1 Milliarden Euro. Quelle: dpa

Biontech hat Mainz in der Pandemie einen historischen Geldregen beschert. Der Impfstoffhersteller hebt wie zuvor schon Partner Pfizer seine Umsatzprognose für den Covid-19-Impfstoff an und steigert den Gewinn deutlich.

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Der Erfolg des Corona-Impfstoffherstellers Biontech beschert Mainz ein unverhofftes Milliardenplus – und damit ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten. Anstelle des geplanten Minus von 36 Millionen Euro werde die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt voraussichtlich zum Jahresende einen Überschuss in Höhe von 1,09 Milliarden Euro verzeichnen, kündigte Finanzdezernent Günter Beck (Grüne) in Mainz an. „Diese Entwicklung ist sensationell.“ Für 2022 sei ein Plus in Höhe von 490,8 Millionen Euro zu erwarten. Damit könne die Landeshauptstadt ihre Kassenkredite in Höhe von rund 634 Millionen Euro bezahlen und gelte bis Ende nächsten Jahres als schuldenfrei.
Biontech gab unterdessen bekannt, in den ersten neun Monaten dieses Jahres gut 7,1 Milliarden Euro Gewinn erzielt zu haben. Für 2021 erwartet Biontech nun Verkaufserlöse mit dem Vakzin von rund 16 bis 17 Milliarden Euro statt von bislang 15,9 Milliarden, wie das Biotechunternehmen mitteilte. Die Prognose basiert nun auf derzeit unterzeichneten Lieferverträgen über bis zu 2,5 (zuvor rund 2,2) Milliarden Impfdosen in diesem Jahr. Insgesamt peilen Biontech und Pfizer bis Jahresende weiterhin bis zu drei Milliarden Dosen herzustellen. Für das kommende Jahren streben sie eine Produktionskapazität von bis zu vier Milliarden Dosen an.

Pfizer hatte jüngst seine Umsatzprognose für das Vakzin auf 36 Milliarden Dollar in diesem Jahr angehoben von zuvor 33,5 Milliarden und erwartet weitere 29 Milliarden Umsatz 2022. Biontech fuhr im dritten Quartal dank des Impfstoff-Geschäfts einen Umsatz von insgesamt 6,08 Milliarden Euro ein nach 67,5 Millionen vor Jahresfrist. Der Nettogewinn belief sich auf 3,2 Milliarden nach einem Verlust von 210 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

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Wie viel Gewerbesteuer das Unternehmen an seinem Hauptsitz in Mainz bezahlt, war zunächst nicht klar. Die Stadt werde „eine neue Stufe zur Entwicklung des Biotech-Standorts zünden“, einen sogenannten BioTechHub schaffen und den Weg zu einem weltweit führenden Standort für Krebs- und Altersforschung fortsetzen, kündigte Oberbürgermeister Ebling an. „Der Welterfolg von Biontech hat unserer Landeshauptstadt eine Jahrhundertchance eröffnet“, sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen (IHK), Peter Hähner. Es gebe Potenzial für rund 5000 neue Arbeitsplätze in den nächsten zehn Jahren, sagte Ebling.

Mehr zum Thema: Die Biontech-Aktie verlor in drei Monaten gut 40 Prozent. Während die Covid-Fallzahlen steigen, beunruhigen Aktionäre starke Studienergebnisse potenzieller Medikamente. Gelingt ein Comeback oder ist der Hype vorbei? Lesen Sie hier die Aktien-Analyse.

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