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Nach Anschlag Innogy-Vorstand Bünting übernimmt auch CFO-Aufgaben

Quelle: dpa

Nach dem Säure-Anschlag auf den Finanzchef des Energiekonzerns Innogy, Bernhard Günther, übernimmt Vorstandsmitglied Hans Bünting kommissarisch dessen Aufgaben.

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Nach dem Säureanschlag auf den Finanzchef des Energiekonzerns Innogy hat der Versorger das Tagesgeschäft vorerst neu geregelt. Vorstandsmitglied Hans Bünting übernehme kommissarisch zusätzlich die Aufgaben von Finanzchef Bernhard Günther, bestätigte das Unternehmen am Montag eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters. Günther war am Sonntag bei einem Säureanschlag in Haan bei Düsseldorf schwer verletzt worden. Die Täter sind flüchtig, die Hintergründe der Tat unklar.

Bünting ist bei der RWE-Tochter für die Sparte Erneuerbare Energien zuständig. Der 53-Jährige hat seit über 20 Jahren diverse Posten bei RWE bekleidet und war vor der Aufspaltung des Konzerns von 2012 bis 2016 Chef der damaligen RWE Innogy GmbH. Zuvor war er auch Finanzchef der Firma.

Die Polizei in Düsseldorf richtete nach dem Anschlag auf Günther eine Mordkommission unter dem Titel "MK Säure" ein. Sie rief Zeugen dazu auf, sich zu melden. Vernehmungen und Spurenauswertungen dauerten am Montag an. Nach den bisherigen Ermittlungen sei das 51-jährige Opfer am Sonntag gegen 09:00 Uhr von zwei unbekannten Männern auf einem Fußweg in einer Parkanlage in Haan unvermittelt angegriffen, zu Boden gebracht und mit Säure überschüttet worden. Danach seien die Täter in unbekannte Richtung geflüchtet. Den Angaben zufolge konnte Günther noch nach Hause laufen. Er habe schwerste Verletzungen erlitten. Sein Zustand sei stabil, Lebensgefahr bestehe nicht.

RWE hatte Innogy mit den Geschäften Ökostrom, Netze und Vertrieb 2016 an die Börse gebracht. Die zunächst als Erfolgsstory gefeierte Aktion hatte im vergangenen Jahr einige Dämpfer erhalten. Nach einer Gewinnwarnung waren Mitte Dezember die Aktienkurse von Innogy und RWE in den Keller gerauscht. Kurz vor Weihnachten musste Vorstandschef Peter Terium seinen Posten räumten. Seine Aufgaben hat interimistisch Personalvorstand Uwe Tigges übernommen. Der frühere RWE-Betriebsratschef verfügt über langjährige Erfahrungen in dem Konzern. Ein Nachfolger von Terium ist bislang nicht in Sicht. Am Montag kommender Woche will Innogy seine Bilanz für 2017 vorlegen.

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