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Nach Ghosn-Verhaftung Krisentreffen von Renault und Nissan in Amsterdam

Auch Nissan-Chef Saikawa könnte laut Insidern an den Beratungen teilnehmen. Dann würde es erstmals seit Ghosns Verhaftung ein direktes Treffen mit Renault-Vizechef Bollore geben.

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Laut Insidern sollen am Dienstag Top-Manager von Renault und Nissan zu Beratungen zusammenkommen. Quelle: Reuters

Paris Top-Manager von Renault und Nissan kommen Insidern zufolge am Dienstag zu einem Treffen der ins Wanken geratenen Automobil-Allianz zusammen. Zwei Tage seien für die Beratungen eingeplant, sagten mit der Sache vertraute Personen zur Nachrichtenagentur Reuters.

Das Auto-Bündnis wird seit Wochen von der Verhaftung des Renault-Chefs Carlos Ghosn in Japan erschüttert. Er war jahrelang der Architekt der Allianz mit Nissan und Mitsubishi. Die Staatsanwaltschaft in Tokio wirft ihm vor, die Höhe seiner Bezahlung von Nissan verschleiert zu haben. Während Ghosn wegen des Finanzskandals bei Nissan und Mitsubishi seiner Ämter enthoben wurde, muss er seinen Chefposten bei Renault bisher nur ruhen lassen.

Nissan-Chef Hiroto Saikawa nehme womöglich auch am Treffen in Amsterdam teil, so die Insider. Dann könne es erstmals seit der Ghosn-Verhaftung am 19. November ein direktes Aufeinandertreffen mit Renault-Vizechef Thierry Bollore geben. Saikawa will den Einfluss von Renault in der Allianz zurückdrängen.

Der Verwaltungsrat von Nissan hatte am Montag auf einer Sitzung noch keinen neuen Vorsitzenden ausgewählt. Bei der Suche nach einem Nachfolger für Ghosn seien weitere Diskussionen erforderlich, hieß es aus dem Gremium. Vorstandsvorsitzender Saikawa sagte, der Verwaltungsrat habe einen Ausschuss für die Verbesserung der Kontrolle genehmigt.

Dessen Empfehlungen seien im März fällig und Saikawa ist nach eigenen Angaben willens, mit der Entscheidung über einen neuen Verwaltungsratschef bis dahin zu warten. „Wir beabsichtigen, bei diesem Prozess vorsichtig zu sein, und ich beabsichtige nicht, dies zu überstürzen“, sagte er.

Der neue Verwaltungsratschef muss aus den Reihen des Gremiums bestimmt werden. Saikawa gilt als möglicher Kandidat. Er ist seit dem vergangenen Jahr alleiniger Vorstandschef und war von Ghosn dafür ausersehen worden. Inzwischen hat er Ghosn beschuldigt, Firmengelder missbraucht zu haben.

Ghosn gilt als Architekt der Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi. Er wurde am 19. November festgenommen und vergangene Woche angeklagt, seine Einkünfte in Japan in Finanzberichten um fünf Milliarden Yen (rund 39 Millionen Euro) zu niedrig angegeben zu haben. Ein anderer ehemaliger Nissan-Manager, Greg Kelly, wird verdächtigt, sein Komplize gewesen zu sein. Dessen Anwalt in den USA hat erklärt, dass er seine Unschuld beteuere.

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