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Nach Rekordabsatz Gewinnsprung bei Daimler

Goldene Zeiten in Stuttgart: Nach dem Rekordabsatz legt auch der Gewinn von Daimler deutlich zu. Trotzdem muss sich Konzernchef Dieter Zetsche unangenehmen Fragen zum Diesel stellen.

Daimler macht trotz Dieselkrise zehn Milliarden Euro Gewinn Quelle: dpa

StuttgartDank neuer Absatz-Bestwerte hat der Autobauer Daimler auch bei Umsatz und Ergebnis noch einmal deutlich zugelegt. In einem von Diesel-Debatten und Kartell-Vorwürfen geprägten Jahr verbuchte der Stuttgarter Konzern 2017 einen Umsatz von 164,3 Milliarden Euro - 7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Unterm Strich blieb ein auf die Aktionäre entfallender Gewinn von 10,5 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 23 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) sei um 14 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Im Vorjahr hatte der Dax-Konzern allerdings einige Sonderbelastungen verbucht, so dass die Vergleichszahl niedrig war.

„Wir haben unseren Trend vom profitablen Wachstum fortgesetzt und erneut Bestwerte bei Absatz, Umsatz und Ergebnis erzielt“, erklärte Daimler-Finanzchef Bodo Uebber.

Die guten Daimler-Zahlen haben mehrere Gründe. Zum einen profitiert der Konzern von den weiter steigenden Absätzen der Autotochter. Die Mercedes Car-Group hat im vergangenen Jahr ihren Absatz um rund zehn Prozent gesteigert und wächst damit doppelt so schnell wie der Erzrivale BMW. Lagen die Stuttgarter 2012 noch hinter den Rivalen aus München und Ingolstadt, so ist die Marke Mercedes jetzt mit 2,2 Millionen verkauften Autos 200 000 Einheiten vor BMW und 400 000 Stück vor Audi.

Treiber sind vor allem die Verkäufe in China, aber auch die neu eingeführte E-Klasse und die Geländewagen. Auch die von Martin Daum übernommene Trucksparte konnte 2017 dank der gut laufenden Konjunktur in Europa wieder kräftig zulegen. Hinzu kommt ein Steuergeschenk von US-Präsident Donald Trump: Die Steuerreform beschert Daimler für das Jahr 2017 einen Buchgewinn von rund einer Milliarde Dollar.

Die guten Zahlen will Daimler für zusätzliche Investitionen nutzen. So sollen alleine in die deutschen Standorte in den kommenden sieben Jahren rund 35 Milliarden Euro fließen, vor allem um die Werke für die Einführung der Elektromobilität zu rüsten.

Auch die Forschungs- und Entwicklungsausgaben werden nach den Worten von Finanzchef Bodo Uebber in den kommenden Jahren auf über sieben Prozent steigen, zuletzt lag der Wert bei 6,4 Prozent. Daimler will bis 2022 zehn vollelektrische Modelle auf den Markt bringen, den Anfang macht der in Bremen produzierte Geländewagen „EQC“, der 2019 kommen soll.

Zudem wollen Konzernchef Dieter Zetsche und Finanzchef Bodo Uebber die guten Zeiten nutzen, um Daimler eine neue Struktur zu verpassen. Zur Zeit wird die Einführung einer Holdingstruktur geprüft, die der Hauptversammlung 2019 zur Abstimmung vorgelegt werden soll. Unter einer Muttergesellschaft sollen dann die Töchter Auto, Nutzfahrzeuge, Finanzen und Dienstleistungen als rechtlich eigenständige Gesellschaften angesiedelt werden. Diese Struktur würde beispielsweise Teilbörsengänge ermöglichen, wie sie von Investoren schon länger gefordert werden.

Um Ängste vor Abspaltungen und Verkäufe unter den Mitarbeitern zu zerstreuen, werden solche Schritte derzeit von Zetsche aber vorläufig ausgeschlossen. Zudem sprach er Ende 2017 eine Jobgarantie für alle deutschen Daimler-Beschäftigen bis 2030 aus.

Erwartet wird, dass sich Daimler-Chef Zetsche auch zu den umstrittenen Tierversuchen äußern wird. Gemeinsam mit BMW und VW hatte Daimler die Lobbyorganisation EUGT finanziert, in deren Auftrag Affen über mehrere Stunden Dieselabgase einatmen musste. Konzernchef Zetsche hat bereits lückenlose Aufklärung angekündigt. Am Mittwoch hatte Daimler den verantwortlichen Leiter Umweltschutz, Udo Hartmann, freigestellt.

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