Nachfolge Beitz will Ämter bei Stiftung und ThyssenKrupp trennen

Nach dem überraschenden Aus für Gerhard Cromme muss Krupp-Patriarch Berthold Beitz seine Nachfolge an der Spitze der mächtigen Krupp-Stiftung neu ordnen. Noch gibt es aber keine Entscheidungen.

Das sind die wunden Punkte von ThyssenKrupp
Ein Stahlarbeiter im ThyssenKrupp-Werk in Bochum steht vor einem glühenden Stahlcoil Quelle: dpa
Gerhard Cromme, Aufsichtsratsvorsitzender von ThyssenKrupp Quelle: dpa
Unter Cromme als Vorsitzendem des Prüfungsausschusses im Siemens-Aufsichtsrat bis 2007 fließen in dem Konzern Schmiergelder von 1,3 Milliarden Euro an Auftragsnehmer. Quelle: dpa
Berthold Beitz (99), Vorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, lauscht in der Villa Hügel der Rede von Ministerpräsident Sellering (SPD). Quelle: dpa
Der Ex-Vorstandsvorsitzende Ekkehard Schulz, rechts, und der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme Quelle: AP
Zuege stehen vor dem Hauptbahnhof in Frankfurt am Main Quelle: dapd
Der Formel-1 Fahrer Sebastian Vettel fährt am 17.04.2010 in Shanghai während eines Formel-1 Rennens an einer Zuschauertribüne vorbei. Quelle: dpa
Die zentrale Rolltreppenanlage in der Galeria Kaufhof am Berliner Alexanderplatz Quelle: ZB
Ein Steward der Lufthansa erläutert am Montag (29.03.2004) auf dem Münchner Flughafen einem Gast den neuen elektrisch verstellbaren Schlafsitz in der neuen Business Class des Airbus A340-600 Quelle: dpa/dpaweb
Der Aufsichtsratsvorsitzende der ThyssenKrupp AG, Gerhard Cromme Quelle: dapd

Nach dem überraschenden Rückzug von ThyssenKrupp-Chefaufseher Gerhard Cromme kann sich ein Nachfolger an der Spitze des Aufsichtsrats laut einem Zeitungsbericht keine Hoffnungen auf den späteren Vorsitz der mächtigen Krupp-Stiftung machen. Der 99-jährige Chef des Stiftungskuratoriums Berthold Beitz wolle die Funktionen trennen, berichtete das „Handelsblatt“ (Montag) unter Berufung auf Informationen von Insidern. Eine künftige Doppelrolle habe nur für Cromme gegolten, hieß es.

Cromme hatte am vergangenen Freitag seinen vollständigen Rückzug aus dem krisengeschüttelten Unternehmen zum 31. März bekanntgegeben. Der 70-jährige Manager legt damit neben seinem Amt an der Spitze des Kontrollgremiums auch seinen Posten als stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Krupp-Stiftung nieder. Hintergrund sind das Milliarden-Debakel der Stahlwerke in Amerika, Kartellverstöße und Korruptionsfälle. Bis zu seinem Rückzug hatte Cromme auch als möglicher Beitz-Erbe gegolten.

Ein Nachfolger werde nun eher aus den Reihen der Stiftung kommen, hieß es in dem Bericht. Informationen, nach denen sich das Augenmerk auf Fritz Pleitgen richte, wies der frühere WDR-Intendant auf dpa-Anfrage zurück. „An der Sache ist, was mich betrifft, nichts dran“, teilte Pleitgen am Montag mit.

In dem Kuratorium sitzen derzeit zwölf Mitglieder, darunter die Beitz-Tochter Susanne Henle und seit kurzem auch Pleitgen. Die Stiftung ist mit einem Anteil von 25,3 Prozent wichtigster Großaktionär bei ThyssenKrupp. Sie kann über ein Entsenderecht bis zu drei Vertreter in den Aufsichtsrat des Konzerns schicken.

Der Geschäftsführer des Dachverbands der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Markus Dufner, kritisierte die „dominante Stellung“ der Krupp-Stiftung und ihres Vorsitzenden Berthold Beitz. „Wer kann Herrn Beitz davon überzeugen, dass er jetzt den Vorsitz der Krupp-Stiftung niederlegen sollte?“, fragte Dufner.

Nach dem Rückzug von Cromme verlange man nun einen überzeugenden personellen Neuanfang. Die möglichen Nachfolgekandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz, der frühere Henkel-Chef Ulrich Lehner und Ex-BDI-Präsident Hans-Peter Keitel, hätten dagegen als Mitglieder des Kontrollgremiums die in der Vergangenheit getroffenen Fehlentscheidungen mitzuverantworten, meinte Dufner.

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Derzeit ist noch völlig unklar, wann die Entscheidung über einen neuen Vorsitzenden des ThyssenKrupp-Aufsichtsrats fallen soll. Medien hatten zuvor über ein kurzfristiges Votum berichtet. Ein Unternehmenssprecher wollte dazu keine Stellung nehmen. Nach dem Rückzug von Cromme muss die Stiftung auch ein neues Mitglied in das Kontrollgremium entsenden.

Nach dem Rücktritt als ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef wird Zeitungsberichten zufolge auch bereits über einen Nachfolger für Cromme an der Spitze des Siemens-Aufsichtsrats diskutiert. Ein Siemens-Sprecher sprach auf dpa-Anfrage von Spekulationen. „Bei uns gibt es keine Veränderungen im Aufsichtsrat. Der steht“, sagte der Sprecher.

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