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Nachfrage Preise für Weihnachtsbäume bleiben stabil

Weihnachten ohne Tannenbaum ist für viele undenkbar. Gerade in Krisenzeiten besinnen sich die Deutschen aufs Brauchtum. Die Preise dürften in diesem Jahr stabil bleiben.

Die Nordmann-Tanne dürfte demnach zwischen 16 und 20 Euro pro Meter kosten, eine Fichte etwa zwischen 10 und 14 Euro. Quelle: dpa

„Wir gehen von einer stabilen Preisentwicklung aus“, sagte die Sprecherin der Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie, Ursula Geismann, der Nachrichtenagentur dpa. Grund dafür seien zum einen ideale klimatische Bedingungen für das Wachstum der Bäume in diesem Jahr. Zudem werden die Vertriebswege immer vielfältiger, und es gibt immer mehr Großabnehmer, wie Geismann erläuterte. Die Nordmann-Tanne dürfte demnach zwischen 16 und 20 Euro pro Meter kosten, eine Fichte etwa zwischen zehn und 14 Euro.

Die Nordmanntanne ist in Deutschland besonders beliebt. Sie hat mittlerweile einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent. Ein Verkaufsschlager ist der ursprünglich aus der Türkei, Georgien und dem Kaukasus stammende Baum wegen seiner glänzenden, dunkelgrünen Nadeln, die er nicht so schnell verliert. Außer im Sauerland werden viele Weihnachtsbäume in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Bayern angebaut. Die Branche zählt schätzungsweise zwischen 15.000 bis 20.000 Beschäftigte, die auch in Baumschulen und der Forstwirtschaft arbeiten. In der Vorweihnachtszeit werden zudem viele Saisonkräfte eingesetzt. Die meisten Betriebe leben aber nicht nur vom Weihnachtsbaumgeschäft.

Deutsche wollen wieder mehr für Geschenke ausgeben
Mehr Geld für GeschenkeDer schwelenden Eurokrise und den verhaltenen Konjunkturaussichten zum Trotz: Die Deutschen wollen in diesem Jahr wieder deutlich mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben als im Vorjahr - nämlich 17 Euro bzw. 8 Prozent mehr als 2011. Das durchschnittliche Weihnachtsbudget von 230 Euro liegt zwar weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2007, erreicht aber fast wieder das Niveau von 2010 (233 Euro). Quelle: Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Basis der Studie ist eine repräsentative Umfrage unter 2.000 Verbrauchern in Deutschland. Quelle: dpa
Hessen machen die größten GeschenkeBesonders spendabel sind die Hessen, die durchschnittlich 254 Euro für Geschenke ausgeben wollen. In Baden-Württemberg ist man zurückhaltender. Die Schwaben planen 211 Euro für Weihnachtsgeschenke ein. Dazwischen reihen sich die Bewohner von NRW mit 229 Euro; Bayern mit 224 Euro und Niedersachsen mit 218 Euro. Der Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland ist mit vier Euro auf demselben Niveau wie im Vorjahr (West 231 Euro - Ost 227 Euro). Quelle: dpa
Qualität schlägt NachhaltigkeitBeim Weihnachtsbummel achten die Verbraucher vor allem auf Qualität (81 Prozent) und Funktionalität (69 Prozent). Auch originelle Ideen sind sehr gerne gesehen (46 Prozent). Nachhaltigkeit hat gegenüber dem Vorjahr an Bedeutung verloren. Auf die Herkunft eines Produktes achten aktuell 41 Prozent der Befragten, 43 Prozent waren es im Vorjahr. Umweltschutz ist nur noch für 39 Prozent der Verbraucher beim Geschenkkauf wichtig, 2011 lag der Anteil bei 45 Prozent. Und auf Gütesiegel achten nur noch 39 Prozent (Vorjahr: 46 Prozent). Quelle: dpa
Die Top 3: Gutscheine, Bücher, KleidungErstmals führen Geldgeschenke und Gutscheine das Ranking der beliebtesten Geschenke an: 60 Prozent der Befragten wollen Bares oder Gutscheine verschenken (Vorjahr: 53 Prozent). Im Durchschnitt veranschlagen die Deutschen dafür 50 Euro, 10 Euro mehr als im Vorjahr. Auch Bücher sind besonders beliebte Präsente: 57 Prozent der Befragten planen Buchgeschenke. Die Ausgaben dafür sind allerdings leicht rückläufig: Statt 26 Euro sollen nun nur noch 24 Euro in Bücher investiert werden. Auch Kleidung und Süßigkeiten (46 beziehungsweise 42 Prozent) landen häufig unter dem Tannenbaum. Quelle: dpa
Fachhandel profitiert - Kaufhäuser verlierenIhre Geschenke wollen die Deutschen in erster Linie in spezialisierten Fachgeschäften beziehungsweise in großen Fachmärkten kaufen. Im Durchschnitt lassen sie über die Hälfte ihres Weihnachts-Budgets im Fachhandel: 52 Prozent beziehungsweise 118 Euro. Im Vorjahr waren es lediglich 100 Euro. Weitere 20 Prozent der Weihnachtsausgaben landen bei Kaufhäusern, 19 Prozent im Online-Handel. Die Kaufhäuser müssen dabei einen leichten Rückgang von 50 Euro im Vorjahr auf 46 Euro im Jahr 2012 verkraften. Beim Online-Handel hingegen geht es weiter aufwärts: von 40 Euro auf aktuell 44 Euro. Quelle: dapd
Last-Minute-Shopping hat KonjunkturMehr als die Hälfte der Verbraucher (56 Prozent) kauft die Weihnachtsgeschenke relativ kurzfristig im Dezember – jeder fünfte sogar in den beiden Wochen vor Weihnachten. Immerhin 44 Prozent der Konsumenten kaufen hingegen ihre Geschenke bereits im November oder noch früher. Quelle: Fotolia

Beliebt sind Weihnachtsbäume made in Germany auch im Ausland. Bis zu 700.000 werden jedes Jahr vor allem nach Großbritannien, Frankreich, Polen, Irland und in die Niederlande exportiert. Einige gehen auch nach Ägypten, Kenia oder Dubai, meist in die Touristenhochburgen. „Die werden am liebsten aus Deutschland geordert, weil in keinem anderen Land der Weihnachtsbaum so eine Tradition und Bedeutung hat“, berichtet Dressler. In gut 84 Prozent der deutschen Haushalte mit Kindern stehe ein Weihnachtsbaum, das sei weltweit einzigartig.

Ein recht neuer Trend ist der Christbaumservice im Internet. Wer es ganz bequem haben will, bestellt seinen Baum schon fertig geschmückt über einen Online-Anbieter. Auch Discounter haben dies im Angebot. So kann man eine bis zu 1,50 Meter hohe Nordmanntanne für knapp 25 Euro nach Hause ordern. Dazu gibt es noch die komplette Ausstattung inklusive Ständer, Lametta, Weihnachtskugeln und Lichterkette für knappe 50 Euro. Das Unternehmen verspricht: „Kein Stress, kein Schleppen - nur die pure Freude aufs Fest. Für Weihnachtsbäume müssen die Verbraucher in diesem Jahr in etwa so viel ausgeben wie 2011.

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Definitive Verkaufszahlen stehen naturgemäß erst zu den Feiertagen fest. Traditionell beginnt die heiße Verkaufsphase erst wenige Tage vor Heiligabend. Die Zahl der verkauften Bäume lag nach Verbandsangaben in den vergangenen Jahren jeweils bei rund 29 Millionen. Die Branche erwartet für 2012 laut Geismann auf hohem Niveau stagnierende Verkaufszahlen und Umsätze. In den vergangenen Jahren seien es rund 700 Millionen Euro gewesen - rund 20 Prozent der Erlöse der gesamten Branche.

Die Preisstabilität geht nach ihren Worten aber auch darauf zurück, dass es immer mehr Verkaufsstellen für Weihnachtsbäume gebe. So sind die Bäume längst nicht mehr nur beim Erzeuger zu bekommen, sondern beispielsweise auch im Baumarkt, bei Händlern auf Supermarkt-Parkplätzen oder auf Weihnachtsmärkten.

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