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„Nationale Plattform Elektromobilität“ Europäische Batteriezellen-Produktion soll Lieferengpässe in Deutschland vermeiden

Henning Kagermann, Ex-SAP-Chef und Berater der Bundesregierung, fordert eine europäische Batteriezellenproduktion. Bei VW wird das Thema kontrovers diskutiert.

„Die Probleme, die wir derzeit haben – Reichweite, Kosten und Ladedauer, werden innerhalb der nächsten fünf Jahre gelöst.“ Quelle: dpa

Berlin, WolfsburgBei der Herstellung von Batteriezellen sind asiatische Hersteller führend. Um die Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern zu begrenzen, fordert der Chef der „Nationalen Plattform Elektromobilität“, Henning Kagermann, den Aufbau einer Batteriezellen-Produktion in Europa.

„Ich bin der Meinung, dass es gut wäre, wenn auch die Produktion von Batteriezellen zumindest von einem europäischen Hersteller aufgebaut wird, um mögliche Abhängigkeiten oder Lieferengpässe zu vermeiden“, sagte Kagermann am Rande eines Mobilitätskongresses des „Tagesspiegels“ in Berlin.

Laut des früheren SAP-Chefs, der das Beratergremium der Bundesregierung zur Elektromobilität leitet, verfügen die deutschen Hersteller bereits heute über das Know-how zur Abbildung der gesamten Wertschöpfungskette bei der Batterieproduktion.

„Auch die Autoindustrie sieht die Zelle als systemkritisch an“, sagte Kagermann. Bei der Produktion seien asiatische Produzenten aber schon lange unterwegs: „Ein Hersteller aus Deutschland und Europa müsste eine Investitionsentscheidung über einen mehr als zweistelligen Milliardenbetrag fällen.“

Beim Ausbau der Elektromobilität in Deutschland gebe es derzeit eine sehr hohe Dynamik, sagte Kagermann. „Die Probleme, die wir derzeit haben – Reichweite, Kosten und Ladedauer, werden innerhalb der nächsten fünf Jahre gelöst.“

Ein großes Problem ist eine fehlende flächendeckende Ladeinfrastruktur. Die Bundesregierung hat 300 Millionen Euro als Förderung für Ladeinfrastruktur bereitgestellt.

„Die Förderaufrufe wurden sehr stark nachgefragt“, sagte Kagermann. „Jetzt kommt es auf eine schnelle Abarbeitung der Anträge an, bevor noch einmal ein entsprechendes Programm aufgelegt wird.“

Beim deutschen Autobauer VW wird über die Herstellung eigener Batterien derweil kontrovers diskutiert.

Betriebsratschef Bernd Osterloh will eine eigene Herstellung nicht ausschließen. „Entgegen der Haltung des Vorstands von Volkswagen unterstützen wir als Betriebsrat keine Strategie, die darauf ausgerichtet ist, Zellen langfristig ausschließlich bei Zulieferern zu kaufen“, sagte Osterloh der Deutschen Presse-Agentur.

Wichtig seien aber politische Diskussionen darüber, „wie wir Rahmenbedingungen schaffen können, die eine Produktion am Standort Deutschland wirtschaftlich machen“. Bei einer Produktion am Standort Deutschland gehe es um die nächste Zellgeneration, sagte Osterloh. „Für uns ist dies auch wichtig, weil 40 Prozent der Wertschöpfung künftig in der Batterie liegen werden.“

Konzernchef Matthias Müller sieht dagegen derzeit keine eigene Herstellung von Batteriezellen, bei denen deutsche Autobauer abhängig von Zulieferern aus Asien sind: „Das ist nicht unsere Kernkompetenz, das können andere besser“, sagte er kürzlich. Im Volkswagen-Werk Salzgitter wird bis 2019 eine Pilotfertigung von Batteriezellen aufgebaut, um Erfahrungen zur Zellfertigung zu sammeln.

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