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Neue Aktien RWE holt sich Geld für Ausbau der Alternativen Energien

Für den lange Zeit als Kohle-Dino verschrienen Konzern zahlte sich der beschlossene Abschied von Atom und Kohle und der Wandel zum Ökostromerzeuger zuletzt immer mehr aus. Quelle: REUTERS

RWE will durch die Ausgabe neuer Aktien eine Milliardensumme in die Kasse holen, um unter anderem den Ausbau seines Geschäfts mit Alternativen Energien zu finanzieren. Das passt zum Imagewechsel des Konzerns.

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Der Stromkonzern RWE will durch die Ausgabe neuer Aktien eine Milliardensumme in die Kasse holen, um unter anderem den Ausbau seines Geschäfts mit Alternativen Energien zu finanzieren. Das Grundkapital solle um 10 Prozent aufgestockt werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Essen mit. Damit könnten beim aktuellen Aktienkurs bis zu zwei Milliarden Euro hereingeholt werden. Allerdings ist ein Abschlag auf den aktuellen Kurs üblich.

Die Platzierung der neuen Papiere solle in einem beschleunigten Verfahren über die Bühne gehen, das Bezugsrecht der Altaktionäre wird dabei ausgeschlossen. Die neuen Aktien werden für das Geschäftsjahr 2020 dividendenberechtigt sein, wie RWE weiter mitteilte. Die Anzahl der auszugebenden Aktien und der Preis würden vom Vorstand nach Abschluss der Platzierung festgelegt, hieß es. Der Handel der neuen Aktien solle voraussichtlich am 21. August aufgenommen werden.

Den Nettoerlös will RWE in den zusätzlichen, kurzfristigen Ausbau des Geschäfts mit Alternativen Energien und die Weiterentwicklung der Produkt-Pipeline stecken. Im Zuge des Kohleausstiegs wird RWE von Ende dieses Jahres an schrittweise seine Braunkohlekraftwerke im rheinischen Revier abschalten. Der Stromriese will nun grün werden. Zuletzt hatte RWE die Übernahme des Entwicklungsgeschäfts für Onshore-Windkraft- und Solarprojekte des angeschlagenen Windradbauers Nordex angekündigt. Nordex soll dafür etwa 400 Millionen Euro erhalten.

Für den lange Zeit als Kohle-Dino verschrienen Konzern zahlte sich der beschlossene Abschied von Atom und Kohle und der Wandel zum Ökostromerzeuger zuletzt immer mehr aus. Im ersten Halbjahr konnten die Essener den bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 18 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro steigern. Doch der Konkurrenzkampf im Geschäft mit Strom aus Wind, Sonne oder Wasser nimmt weiter zu. Immer mehr Firmen, darunter auch Öl-Multis wie BP, drängen in den Markt für Erneuerbare Energien und lassen die Preise steigen.

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