Neue BAVC-Präsidentin Margret Suckale, First Lady der Chemiebranche

Allein unter Männern: Margret Suckale hat sich auf den Top-Etagen der Wirtschaft durchgesetzt. Zunächst bei der Bahn, dann bei der BASF. Künftig führt sie als erste Frau den Bundesarbeitgeberverband Chemie.

Margret Suckale hat sich auf den Top-Etagen der Wirtschaft durchgesetzt. Quelle: dpa

Die 57-jährige Margret Suckale wird künftig mit den Gewerkschaftlern um die Löhne und Gehälter für die gut 400.000 Chemie-Beschäftigten verhandeln. An diesem Freitag stimmten die Delegierten des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie für Suckale als Präsidentin.

Die größten Chemiekonzerne der Welt
Das Mitsubishi Chemical-Werk in Yokohama Quelle: Pressebild
Platz 8: Dupont Quelle: dpa
Platz 7:LyndellBasell Quelle: AP
Screenshot Formosa Plastics Quelle: Screenshot
Platz 4: Exxon Mobil Quelle: Reuters
Platz 6: Sabic Quelle: dpa
Platz 6: Shell Quelle: Reuters
Platz 2: Sinopec Quelle: AP
Platz 5: Dow Chemical Quelle: AP
Platz 1:BASF Quelle: dpa

Die Juristin hat schon so ihre Erfahrungen im Kampf mit den Arbeitnehmervertretern. Großes Aufsehen erregte Suckale Ende 2007, als sie sich vor laufender Kamera bei "Anne Will" mit Manfred Schell, dem damals mächtigen Chef der Eisenbahner-Gewerkschaft GDL zoffte. Es war die Zeit des großen Bahnstreiks, Suckale war seinerzeit Personalvorstand der Bahn. Statt ihres leicht reizbaren Chefs Hartmut Mehdorn ging die zurückhaltende Vorstandsfrau vor die Kamera. Sie ertrug es, dass Schell sie öffentlich als "Außerirdische" und als "Super Nanny" beschimpfte, blieb diplomatisch und beherrscht. Am Ende gelang es Suckale, den zornigen Gewerkschafter zurück an den Verhandlungstisch zu bringen und ihm deutliche Zugeständnisse abzuringen. Statt 31 Prozent mehr Lohn gaben sich die Lokführer nun mit elf Prozent zufrieden. Punktsieg.

Suckales Beharrlichkeit bei "Anne Will" imponiert auch einem Fernsehzuschauer aus Neustadt an der Weinstraße - dem damaligen BASF-Chef Jürgen Hambrecht. Der Chemiekonzern meldet sich. 2009 wechselte Suckale zur BASF, sie zeichnet für die Personalentwicklung der obersten Führungskräfte verantwortlich. Im Mai 2011 steigt die passionierte Eisschnellläuferin in den Vorstand auf - als erste Frau nach 146 BASF-jahren. Sie ist zuständig für Personal, Umweltschutz, Instandhaltung und Sicherheit - und vor allem für den Standort Ludwigshafen, das Herzstück der BASF-Produktion mit mehr als 30.000 Mitarbeitern. "Auch Herr Schell hat natürlich dazu beigetragen, dass ich in den BASF-Vorstand gekommen bin", sagt Suckale und lächelt dabei.

BASF-Mitarbeiter schildern die Frontfrau als angenehm, sachlich und zurückhaltend. Manche meinen, sie sei farblos und es hapere ihr an Ideen und Themen. Suckale sagt über sich selbst, dass sie neugierig sei und auf die Mitarbeiter zugehe. Im Werk Ludwigshafen lässt sie sich, gern im Blaumann und mit Schutzbrille, Anlagen und Produktionsprozesse erklären. Sie besucht Messwarten, Forschungslaboratorien oder auch schon mal den Steamcracker – das Herzstück der Ludwigshafener Verbundproduktion, wo Rohbenzin in die wichtigen Chemiestoffe Ethylen und Propylen aufgespalten wird.

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