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Neue Version des 787 Dreamliner Boeings langer Wundervogel

Vor dem Start der Luftfahrtschau sorgte Airbus mit dem Erstflug des A350 für einen PR-Coup. Am zweiten Tag in Le Bourget schlägt Boeing zurück. Den pannengeplagten 787 Dreamliner gibt es bald in einer Langversion.

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Den Dreamliner von Boeing gibt es künftig auch in einer längeren Ausführung.

Paris Gleich zwei 787 Dreamliner sind auf dem Rollfeld von Le Bourget „geparkt“. Ob schlicht weinrot-grau wie die Maschine von Qatar Airways oder farbenfroh in Orange und Rot wie der Jet von Air India: Der US-Flugzeugbauer Boeing zeigt den Dreamliner auf der 50. Pariser Luftfahrtschau voller Stolz. Und das trotz aller Probleme, denn im Frühjahr hatte eine in Brand geratene Lithium-Ionen-Batterie für ein mehrmonatiges Flugverbot und einen Auslieferungsstopp gesorgt. Erst seit Mai sind überhaupt wieder Dreamliner in der Luft.

Doch in Le Bourget kommt es zu einer Art Comeback des Wundervogels. Nachdem vor dem Start der Messe Airbus mit dem Jungfernflug des A350 alle mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, schlug Boeing am zweiten Tag von Paris zurück: Der 787 Dreamliner wird in einer längeren Version gebaut, gab der Konzern am Dienstag auf der Luftfahrtschau bekannt.

Während die Standardversion des Dreamliners rund 240 Passagiere befördern kann, soll die neue 787-10 insgesamt 300 bis 330 Passagieren Platz bieten. Damit tritt Boeing in direkte Konkurrenz zum neuen Langstreckenflieger A350, der 270 bis 350 Sitze hat. Der längere Dreamliner war von Experten erwartet worden. Endmontage und Flugtests sind für das Jahr 2017 geplant, die Erstauslieferung soll 2018 erfolgen.

Das Boeing den langen Wundervogel jetzt ankündigte, liegt an den Bestellungen der Fluggesellschaften. Allen voran die von Singapore Airlines. Die Asiaten gaben vor drei Wochen eine Order über 30 Maschinen ab, obwohl der 787-10 noch gar nicht offiziell angekündigt war. „Das war eine Überraschung“, sagte daraufhin Pat Shanahan, Chef der Flugzeugentwicklung bei Boeing. „Sie haben es sozusagen am Markt eingeführt.“ Singapore Airlines fährt zweigleisig: Die Fluggesellschaft hatte auch 30 Maschinen des A350 in Auftrag gegeben.

Am Dienstag machte Boeing schließlich bekannt, bereits über 102 Bestellungen zu verfügen. Der Flugzeugfinanzierer ALC kauft wie Singapore Airlines 30 Maschinen, United Airlines bestellte 20 Jets, die IAG-Tochter British Airways ein Dutzend und die Leasingtochter von General Electrics orderte zehn Maschinen.


Größere Fenster, saubere Luft

Der neue Dreamliner soll wie der A350 aus leichteren Materialien bestehen. Dadurch sinkt der Kerosinverbrauch massiv, beim A350 soll es Einsparungen von einem Viertel im Vergleich zu aktuellen Langstreckenflugzeugen geben. Boeing wirbt für den 787-10 Dreamliner außerdem mit größeren Fenstern, saubererer Luft und einer höheren Luftfeuchtigkeit, die ebenfalls auf die neuartigen Flugzeugrümpfe aus Kunststoff zurückzuführen sind.

Neben Boeing konnte auch Konkurrent Airbus am Dienstag in Paris einen Erfolg verkünden. Der britische Billigflieger Easyjet will bei der EADS-Tochter 35 Maschinen des A320 und 100 Maschinen des Spritsparers A320neo bestellen. Laut Preisliste haben die Jets einen Gesamtwert von knapp 10 Milliarden Euro. Jedoch erhält Easyjet nach eigenen Angaben einen größeren Rabatt. Außerdem sicherte sich der Ryanair-Konkurrent eine Kaufoption über weitere 100 A320neo. Die Maschinen sollen zwischen den Jahren 2015 und 2022 ausgeliefert werden.

Mit Material von dpa, tja

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