Neuer Job für Till Reuter: Ex-Kuka-Chef wechselt zu Neura Robotics
Till Reuter, langjähriger Vorstandsvorsitzender der Kuka AG, hier 2016 auf einer Pressekonferenz in München.
Foto: dpaDas Metzinger Robotik-Start-up Neura Robotics verstärkt seine Firmenleitung mit einem ausgewiesenen Roboter-Experten: Der langjährige Kuka-Chef Till Reuter ist ab sofort Teil des sogenannten Boards, neben Neura-Robotics-Gründer David Reger. Das erfuhr die WirtschaftsWoche auf der Automatica-Messe in München. Reuter soll in dem neu geschaffenen Gremium für die weitere Internationalisierung sowie für Investitionen zuständig sein.
Reuter ist Betriebswirt und Jurist, arbeitete zunächst für die Investmentbanken Morgan Stanley sowie für die Deutsche Bank und Lehman Brothers. 2009 wechselte er zum damals sanierungsbedürftigen Roboterhersteller Kuka in Augsburg – und verwandelte das Unternehmen in der Folge in ein industrielles Vorzeigeunternehmen. Zwei Jahre, nachdem der chinesische Haushaltswarenkonzern Midea 2016 für mehr als drei Milliarden Euro die Mehrheit an Kuka übernahm, verließ Reuter den Roboterspezialisten. Von September 2019 bis Ende 2021 leitete er den Aufsichtsrat der Unternehmensgruppe Theo Müller.
Nun ist Reuter zurück im Robotergeschäft. Bei Neura Robotics trifft er auf eines der potenzialträchtigsten Jungunternehmen der Branche: Der gelernte technische Modellbauer David Reger gründete das Unternehmen 2019 und spezialisierte sich auf die sogenannten kognitiven Roboter. Diese sollen den derzeit in der Masse eingesetzten kollaborativen Robotern weit überlegen sein.
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Weil sie dank künstlicher Intelligenz hören, sehen, fühlen und autonom regieren können sowie, laut Reger, Menschen erkennen können. Auf der Automatica-Messe in München zeigte Neura Robotics auch erstmals den Prototypen eines Haushaltsroboters.
Gründungskapitalgeber des Start-ups ist Han’s Laser Technology Group mit Sitz in der südchinesischen Techmetropole Shenzhen. Für die weitere Internationalisierung sowie einen bereits angedachten Börsengang benötigt das Jungunternehmen weiteres Kapital. Die nächste Investitionsrunde soll im August abgeschlossen werden. Hierbei soll der bankenaffine Reuter zukünftig helfen.
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