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Neuzulassungen Europas Automarkt so schwach wie seit fünf Jahren nicht mehr

Nicht nur in Deutschland, auch in der EU insgesamt ging die Anzahl der Neuzulassungen zurück. Quelle: dpa

In den wichtigsten Automärkten Europas ist der Absatz im März deutlich gesunken. Viele Marken stecken in einer tiefen Absatzkrise.

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In der Europäischen Union sind im März weniger Autos verkauft worden. Der Absatz sei im vergangenen Monat um 5,3 Prozent auf knapp 1,8 Millionen Fahrzeuge geschrumpft, teilte der Herstellerverband ACEA am Mittwoch in Brüssel mit. Das sei der erste Rückgang in einem März seit 2014.

Unter den fünf größten EU-Staaten gingen die Neuzulassungen in Deutschland, Italien und Großbritannien zurück, während sie in Frankreich und Spanien leicht zulegten. Seit Jahresbeginn stieg der Pkw-Absatz in der EU marginal um 0,7 Prozent auf rund 4,2 Millionen Fahrzeuge.

So schwach wuchs der Markt zuletzt im zweiten Quartal 2013 als der Markt mitten in einer tiefen Rezession steckte. Der deutliche Rückgang in den fünf größten Märkten sei ein deutliches Alarmsignal, warnt der Acea.

Vor allem der anstehende Brexit belastet Autohersteller, die in Großbritannien traditionell stark sind. Mit 718.400 verkauften Fahrzeugen ist der Absatz auf der Insel seit Jahresbeginn um 12,4 Prozent gesunken. Den größten britischen Autohersteller Jaguar Land Rover hat es noch härter erwischt. Die Briten verkauften von Januar bis März sogar 16,5 Prozent weniger Fahrzeuge. Aber auch andere Marken werden durch den Brexit hart getroffen: Ford (-15,7 Prozent), Nissan (-11 Prozent) und Opel/Vauxhall (- 9,6 Prozent) konnten in den ersten drei Monaten ebenfalls deutlich weniger Autos verkaufen. Das Winterwetter und neue Fahrzeugsteuern alleine können diesen Rückgang kaum erklären.

Zuletzt hatte die Kreditkartenfirme Visa errechnet, dass die Konsumausgaben in Großbritannien im Februar und März deutlich gesunken seien. Verhandlungen über neue Handelsvereinbarungen mit EU, die nach dem Brexit gelten sollen, stocken. Mit dem schwachen Pfund werden auch importierte Autos immer teurer für die Briten.

Doch auch in Kontinentaleuropa schwindet der wirtschaftliche Optimismus. In Deutschland ging der Absatz im März um 3,4 Prozent auf 347.400 verkaufte Fahrzeuge zurück, in Italien brach der Absatz sogar um 5,8 Prozent auf 213.700 Fahrzeuge ein. Vor allem die wachsenden Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und Europa nähren die Angst vor einer Rezession.

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