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Nordex Windradbauer legt imposante Kehrtwende hin

Nach schweren Turbulenzen läuft bei Nordex alles wie geschmiert. Der Hamburger Windradhersteller konnte 2014 gleich zwei Mal die Prognose erhöhen - und selbst im hart umkämpften US-Markt läuft es rund.

Nach einem Totalumbau ist der Hamburger Turbinenbauer Nordex wieder auf gutem Kurs. Quelle: Nordex SE

Nordex ist eine der imposantesten Turnaround-Geschichten der vergangenen Jahre. Gerade mal gut drei Jahre ist es her, da war der Windmühlenbauer aus Hamburg mit seinem Hauptwerk in Rostock trotz hochtrabender Wachstumspläne und dem Gehabe eines zig-Milliarden-Konzerns völlig am Boden, angeschlagen, kurz vor dem Knock-out. Der Umsatz dümpelte Ende 2011 nur noch bei 920 Millionen Euro, die operativen Verluste lagen bei rund 30 Millionen Euro und der Fehlbetrag im Konzern summierte sich auf 50 Millionen Euro.

Und heute? Nach einem Totalumbau, Stellenstreichungen, Werksschließungen und Strukturanpassungen hat der Hamburger Turbinenbauer eine glatte Kehrtwende hingelegt. Hinzu kamen Erfolge mit einer neuen Turbinentechnologie und bei den Auslandsaktivitäten.

Wo der Strom herkommt
BraunkohleNoch immer der mit Abstand bedeutendste Energieträger Deutschlands: Im Jahr 2013 ist die klimaschädliche Stromproduktion aus Braunkohle auf den höchsten Wert seit 1990 geklettert. Mit 162 Milliarden Kilowattstunden macht der Strom aus Braunkohlekraftwerken mehr als 25 Prozent des deutschen Stroms aus. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen hervor. Quelle: dpa
SteinkohleAuch die Stromproduktion in Steinkohlekraftwerken stieg im Jahr 2013 – um 8 Milliarden auf mehr als 124 Milliarden Kilowattstunden. Damit ist Steinkohle der zweitwichtigste Energieträger und deckt fast 20 Prozent der deutschen Stromproduktion ab. Vor allem Braun- und Steinkohle fangen also offenbar den Rückgang der Kernenergie auf. Quelle: dpa
Kernenergie Die Abschaltung von acht Atomkraftwerken macht sich bemerkbar. Nur noch 97 Milliarden Kilowattstunden stammten 2013 aus Kernerenergie, drei weniger als im Vorjahr. Das sind allerdings noch immer 15 Prozent der gesamten Produktion. Damit ist Atomstrom nach wie vor die drittgrößte Energiequelle. Quelle: dpa
ErdgasDie CO2-arme Erdgasverbrennung ist - anders als Kohle - wieder rückläufig. Statt 76 Milliarden kamen im vergangenen Jahr nur noch 66 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Erdgaskraftwerken. Das sind gerade mal zehn Prozent der Stromproduktion. Dabei war Erdgas vor drei Jahren schon einmal bei 14 Prozent. Quelle: dpa
WindkraftDer größte erneuerbare Energieträger ist die Windkraft. Mit 49,8 Milliarden Kilowattstunden in 2013 ist sie allerdings leicht Rückläufig. Insgesamt steigt der Anteil der erneuerbaren Energien jedoch stetig. Zusammengenommen produzierten sie 23,4 Prozent des deutschen Stroms. Quelle: dpa
BiomasseFast genauso viel Strom wie aus Windkraft stammte aus Biomasse. Die Produktion stieg auf 42 Milliarden Kilowattstunden. Damit steht Biomasse auf Platz sechs der bedeutendsten Energieträger. Quelle: ZB
PhotovoltaikEs reicht zwar nur für knapp fünf Prozent der deutschen Stromproduktion, aber Solarenergie ist die mit Abstand am schnellsten wachsende Energieform. Im Jahr 2000 gab es in Deutschland noch gar keinen Sonnenstrom. Und seit 2007 hat sich die Produktion auf 28,3 Milliarden Kilowattstunden in 2013 beinahe verzehnfacht. Quelle: dpa

So konnten die Hamburger im vergangenen Jahr gleich zwei Mal die Gewinnprognose erhöhen. Der Kurs der Aktie bewegt sich in den vergangenen Wochen in Höhen, die der Anteilsschein seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Unter den westlichen Windanlagenbauern ist Nordex der an der Börse am stärksten gewachsene Wert. „Wir sind sehr zufrieden. 2014 wird in absoluten Zahlen das bislang profitabelste Jahr der Nordex sein“, sagte Finanzvorstand Bernard Schäferbarthold Mitte Dezember der „Börsen-Zeitung“. 

Seitdem sind fast wöchentlich weitere neue Aufträge in Hamburg reingerattert: 26 Turbinen für einen 65 Megawatt-Windpark in Irland, sieben Mühlen für ein RWE-Innogy-Projekt in Polen, 23 Windräder für die Türkei, drei nach Finnland und neun Turbinen nach Frankreich im Auftrag für die Steag in Essen. Nordex hat einen Lauf.

Und auch im Heimatmarkt gibt es Grund zur Freude: Hierzulande ist laut Nordex der Auftragseingang im vierten Quartal bis Mitte Dezember um 36 Prozent auf 113 Megawatt gestiegen.

Endlich habe die Nordex-Aktie den nachhaltigen Sprung über die 18-Euro-Marke geschafft, schreibt „Der Aktionär“ in einer Bewertung. Es sei das erste Mal seit knapp sechs Jahren, dass das Papier dieses Niveau wieder erreicht habe. Technisch präsentiere sich die Nordex-Aktie in brillanter Verfassung. Nach der Konsolidierung und dem anschließenden Ausbruch nach oben sei der Weg bis zum alten Hoch von 19,50 Euro aus dem Jahr 2008 frei.

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