Novartis Pharmakonzern droht Milliardenzahlung

In einem US-Schmiergeldprozess droht dem Schweizer Pharmakonzern Novartis eine Milliardenzahlung. Der Vorwurf: Der Konzern soll Apotheken dafür bezahlt haben, Novartis-Medikamente zu verkaufen statt Konkurrenz-Arzneien.

Novartis Quelle: REUTERS

Dem Schweizer Pharmakonzern Novartis drohen in den USA in einem Schmiergeldprozess Zahlungen in Milliardenhöhe. Der Arzneimittelhersteller soll bis zu 3,35 Milliarden Dollar Schadenersatz und Strafe zahlen, geht aus einer in der Nacht auf Dienstag bei einem Bundesgericht in Manhattan eingereichten Klageschrift hervor.

Die Behörden werfen dem Unternehmen aus Basel vor, Apotheken dafür bezahlt zu haben, die Novartis-Medikamente Exjade und Myfortic statt Konkurrenz-Arzneien zu verkauften. Die Zahlungen seien als Rabatte getarnt worden. Dadurch seien die staatlichen Gesundheitsprogramme Medicare und Medicaid, die die Kosten für die Behandlung übernahmen, geschädigt worden.

Die umsatzstärksten Medikamente der Welt
Platz 10: MabTheraDer Wirkstoff nennt sich Rituximab. Das Medikament wird für die Behandlung von Lymphomen eingesetzt. In der EU vertreibt Roche es unter dem Handelsnamen MabThera, in den USA heißt es Rituxan. 2013 brachte es rund 6,26 Milliarden Dollar ein. Das waren 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Bild: Roche Pharma AGDatenquelle: IMS Health Quelle: Presse
Platz 9: CymbaltaDer Wirkstoff dieses Medikaments heißt Duloxetin. Dabei handelt es sich um ein Mittel, das bei Depressionen und Angststörungen eingesetzt wird. Vermarktet wird es von Eli Lilly; der Firma spülte es im Jahr 2013 6,46 Milliarden Dollar in die Kassen - eine Steigerung um 13,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bild: Lilly Deutschland GmbH Quelle: Presse
Platz 8: RemicadeRemicade ist der Handelsname von Infliximab. Dabei handelt es sich um einen Antikörper, der das Immunsystem vielfach beeinflusst. Eingesetzt wird das Medikament vor allem gegen Rheuma-Erkrankungen. In Deutschland wird es von MSD vertrieben. 2013 erzielte es einen Umsatz von rund 7,68 Milliarden Dollar - 7,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Bild: MSD Sharp & Dohme GmbH Quelle: Presse
Platz 7: AbilifyOtsuka Pharmaceuticals vertreibt das Arzneimittel Aripiprazol unter dem Namen Abilify. Es wird zur Behandlung von Schizophrenie eingesetzt. Mit 7,83 Milliarden Dollar in 2013 landet es auf Rang sieben. Das entspricht einem um 14,6 Prozent höherer Umsatz als noch im Vorjahr. Foto: "Abilify bottle" by Eric Gingras, via Wikipedia Quelle: Creative Commons
Platz 6: NexiumDas Magenmittel von AstraZeneca mit dem Wirkstoff Esomeprazol  liegt im Mittelfeld bei den Top-Ten-Präparaten. Der Umsatz 2013 lag bei 7,86 Milliarden Dollar - ein Plus von 7,0 Prozent. Bild: AstraZeneca Quelle: Presse
Platz 5: Lantus Lantus wird von Sanofi-Aventis hergestellt. Es enthält "Insulin glargin" und wird zur Behandlung von Diabetes eingesetzt. Mit einem Zuwachs von 23,3 Prozent legte es die stärkste Steigerung innerhalb der Top Ten hin. Umsatz 2013: 7,94 Milliarden Dollar. Quelle: dpa
Platz 4: Enbrel7,95 Milliarden Dollar Umsatz (plus 8,7 Prozent) machte dieses Medikament von Pfizer. Der Wirkstoff Etanercept wird zur Behandlung von Rheuma und der entzündlichen Hautkrankheit Psoriasis eingesetzt. Quelle: AP

Eine Novartis-Sprecherin sagte, der Konzern bestreite die Anschuldigungen weiterhin und werde sich in dem Gerichtsverfahren dagegen verteidigen. Eine Bundesrichterin hatte in dem Fall im vergangenen August die meisten Klagepunkte zugelassen.

Der Prozess, der am 2. November beginnen soll, könnte mehrere Wochen dauern. Die Klage geht ursprünglich auf einen ehemaligen Pharmavertreter von Novartis zurück, der sich die US-Regierung und zahlreiche Bundesstaaten anschlossen. Die Regierung fordert bis zu 1,52 Milliarden Dollar Schadenersatz - das Dreifache der von den staatlichen Gesundheitsprogrammen in den Jahren 2004 bis 2013 angeblich zurückerstatteten Summe.

Eine zusätzliche Strafe könnte den Konzern weitere bis zu 1,83 Milliarden Dollar kosten. Das Präparat Exjade wird eingesetzt, um den Eisengehalt im Blut von Patienten zu senken, die Blutinfusionen erhalten. Myfortic dient bei Nierentransplantationen zur Unterdrückung von Abstoßungsreaktionen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%