Ökostrom Siemens-Chef Löscher: Einspeisevergütung zurückfahren

Exklusiv

Siemens-Chef Löscher fordert, dass sich die erneuerbaren Energien dem Wettbewerb stellen müssen.

Siemens-Chef Löscher Quelle: dapd

Siemens-Chef Peter Löscher hat die Bundesregierung aufgefordert, die Höhe der Einspeisevergütung für Ökostrom erneut zu senken. Die erneuerbaren Energien müssten sich stärker dem Wettbewerb stellen, sagte Löscher der WirtschaftsWoche. "Wir müssen die Einspeisevergütung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes weiter zurückfahren. Die Erneuerbaren müssen sich einem Markt stellen. Das gilt nicht nur für Solar, sondern auch für Wind", so Löscher. Siemens ist einer der führenden Windanlagenhersteller weltweit. "Wir arbeiten daran, dass wir so schnell wie möglich ohne Förderung auskommen."

Während sich Siemens bei der Windkraft vorne sieht, räumt Löscher bei der Solarenergie Fehleinschätzungen ein. „Im Solargeschäft leiden wir, weil einige Länder die Solarförderung gestrichen oder stark gekürzt haben.“ Zudem habe Siemens zu stark auf Solarthermie statt auf Fotovoltaik gesetzt. "Wir hatten angenommen, dass Solarthermie gute Chancen in sonnenintensiven Regionen haben würde, zum Beispiel, weil die erzeugte Energie speicherfähig ist. Die Nachfrage nach dieser Technologie bleibt aber bis auf Weiteres klar hinter unseren Erwartungen zurück." Auch der "extreme Preisverfall" bei der Fotovoltaik sei "so nicht absehbar" gewesen.

Dennoch geht Löscher davon aus, besonders im Windkraftgeschäft mit China konkurrieren zu können. "Die Eintrittshürden sind im Windenergiegeschäft höher als bei der Fotovoltaik – auch für chinesische Hersteller." Siemens wolle sich durch Qualität durchsetzen. "Wir setzen darauf, sowohl mit Qualität als auch durch sinkende Kosten zu überzeugen, und treiben dazu die Innovation und Industrialisierung unser Fertigungen voran."

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