Öl- und Gaskonzern OMV auf Wachstumspfad

Rainer Seele OMV Quelle: REUTERS

Österreichs größter Industriekonzern OMV begibt sich auf Wachstumskurs. Bis 2025 soll der bereinigte operative Gewinn auf über 5 Milliarden Euro steigen. Die Gewinnausschüttung soll mindestens konstant bleiben.

Der Wiener Öl- und Gaskonzern OMV hat sich für die kommenden Jahre viel vorgenommen: Konzernchef Rainer Seele schickt Österreichs größten Industriekonzern auf Wachstumskurs und steckt dabei ambitionierte Gewinnziele. Der um Lagereffekte bereinigte operative Gewinn (CCS Ebit) solle bis 2025 um 70 Prozent auf über fünf Milliarden Euro steigen, teilte die OMV am Dienstag auf ihrem Kapitalmarkttag in London mit. Die Aktionäre will der Konzern mit einer zumindest gleichbleibenden Gewinnausschüttung bei Laune halten.

"Unser Ziel ist es, die OMV noch größer und noch besser zu machen", sagte Seele. Das Wachstum soll von beiden Geschäftsbereichen Upstream und Downstream gleichermaßen kommen und sowohl organisch als auch durch Zukäufe erfolgen. In den kommenden acht Jahren soll die Produktion im Schnitt auf 600.000 Barrel pro Tag steigen, nach 377.000 Barrel im vierten Quartal. Die Kosten will die OMV bei unter acht Dollar je Barrel halten. Um die Pläne umzusetzen seien in den kommenden Jahren jährliche Investitionen von 2,0 bis 2,5 Milliarden Euro geplant.

In Zukäufe sollen bis 2025 insgesamt zehn Milliarden Euro fließen. Expandieren will die OMV in kostengünstige und reservereiche Regionen. Geographisch soll zu den bestehenden Kernregionen Österreich und Rumänien, Nordsee, Russland, Mittlerer Osten und Afrika noch Australasien als weitere Region entwickelt werden. Zeitgleich will der teilstaatliche Konzern die Kosten weiter senken. Bis 2020 sei eine weitere Reduktion um 100 Millionen Euro gegenüber 2017 geplant, erklärte der Konzern.

Auch im Raffinieriebereich - bei der Weiterverarbeitung von Öl etwa zu Treibstoffen - wollen die Österreicher ihr Geschäft ausbauen. In die drei Raffinerien der OMV - Schwechat nahe Wien, Burghausen in Deutschland und Petrobrazi in Rumänien - soll bis 2025 insgesamt bis zu eine Milliarde Euro investiert werden. Die OMV will künftig mehr höherwertige petrochemische Produkte und Flugtreibstoffe produzieren. Mehr als die Hälfte dieser Produkte soll dann über eigene Vertriebskanäle verkauft werden, erklärte der Konzern.

Die Gasverkäufe will die OMV bis 2025 auf über 20 Milliarden Kubikmeter steigen. Dazu werde in Deutschland ein Marktanteil von zehn Prozent angepeilt, bekräftigte der Konzern frühere Angaben. Hohe strategische Bedeutung habe für die Österreicher der Bau der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2.

von Reuters

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