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Opel auf der IAA Zwischen Aufbruch und Aufstand

Bei seinem Auftritt auf der IAA verbreitet Opel-Chef Neumann Optimismus. In Bochum berät die Belegschaft derweil, wie sie gegen die Schließungspläne vorgehen soll.

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Opel-Chef Neumann steigt aus dem Monza Concept. Quelle: dpa

Bei Opel ist Begeisterung derzeit Chefsache. Seit seinem Amtsantritt ist der Opel-Vorstandsvorsitzende auf der "Mission Gute Laune", die er demonstrativ bei öffentlichen Auftritten aufgelegt hat. "Opel ist wieder da", verkündet Neumann auch diesmal selbstbewusst. Er sagt es nicht zum ersten Mal.

Nach Frankfurt hat Neumann gleich sieben Weltpremieren mitgebracht. Drei Varianten des Insignia, die sich mit einem Einstiegspreis von 24325 Euro  inbesondere an preisbewusste Firmenkunden richten, aber vor allem ein Auto, das nach den Worte  von Neumann für das neue Opel steht. Der Opel Monza Concept ist eine Neuauflage des Klassikers - ein Sportler mit Flügeltüren. Ein Auto, das Opels Selbstbewusstsein zurückholen soll.

Dabei geben auch die aktuellen Verkaufszahlen der neuen Modelle durchaus Anlass zur Hoffnung: Der Mini-SUV Mokka hat sich immerhin 120.000 Mal seit Marktstart verkauft, auch der kleine Stadtflitzer Adam ist mit 60.000 verkauften Fahrzeugen gut angelaufen. Aber auch bei den Gesamtzulassungen muss Neumann das Steuer bald herumreißen.

13 neue Modelle will Opel auflegen. Zentrale Strategie: die Vernetzung der Fahrzeuge. Mit der Apple-Sprachsteuerung Siri ist das Intellilink-System im Adam und Insignia völlig ohne Knöpfe steuerbar. Zur Standeröffnung hat der twitternde Vorstands noch einen Facebook-Fan eingeladen.

Neumanns Botschaft ist klar: Bei Opel ist wieder modern. Es soll nicht mehr die Resignation, sondern der Aufbruch regieren. Doch die Folgen der Sanierung könnten zum Stimmungskiller werden.

232 Kilometer von Blitzlichtgewitter der IAA entfernt, braut sich ein Sturm zusammen. Geht nach dem Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel, dürfte der Abschied von Opel aus dem Ruhrgebiet nicht reibungslos vonstatten gehen. Er will juristisch gegen die Entscheidung aus der Zentrale vorgehen, die das Werk Ende 2014 schließen will. Der Zafira soll schon Anfang 2015 in Rüsselsheim gebaut werden.

All die Negativschlagzeilen,  die der neue Chef Neumann eigentlich vermeiden wollte, könnten das ohnehin angeschlagene Image weiter ramponieren. "Es gab keine sauberen Informationen über den Beschluss, das Werk zu schließen. Am 5. Dezember wird seine Klage vor dem Landgericht Darmstadt verhandelt. Lösungen für die 3.400 Mitarbeiter in Bochum gibt es noch nicht.

In Frankfurt scheinen die Streitereien weit weg, doch sie könnten Neumann schneller einholen als gedacht.

 

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