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Opel-Aufsichtratschef Girsky „Wir werden den Turnaround schaffen“

General-Motors-Vize Stephen Girsky macht gute Miene zum bösen Spiel. Die Zahlen sind schlecht, doch der Opel-Aufseher übt sich jetzt in Optimismus – neue Stellenstreichungen wird es aber trotzdem geben.

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Steve Girsky opel GM Quelle: dpa

Kaum ein Tag vergeht, ohne neue Negativ-Meldungen über Opel. Einen Betriebsverlust von bis zu 1,8 Milliarden Euro erwartet die Mutter General Motors (GM) für Opel und Vauxhall erwartet, mehr Mitarbeiter in Deutschland sollen gehen und über das Opel-Werk in Bochum wird weiter hart verhandelt. Doch jetzt überrascht ausgerechnet Stephen Girsky mit neuem Opel-Optimismus.

So stand es 2014 um Opel

Der General-Motors-Vize und Opel-Aufsichtratschef glaubt ungeachtet der jüngsten Milliardenverluste fest an den Erfolg der deutschen Tochter. „Opel musste lange kämpfen. Jetzt sehen wir erste Lichtblicke“, sagte Girsky der dpa. Im Juli hatte Girsky als Interimschef selbst für wenige Tage das Ruder bei Opel in der Hand. Der Plan „Drive Opel 2022“ trage erste Früchte, sagt er jetzt: „Opel hatte im dritten Quartal einen positiven Cash-Flow.“

Dieser Nettozufluss liquider Mittel sei nicht selbstverständlich angesichts des Marktumfeldes in Europa. „Wir sind auf einem guten Weg, den erfolgreichsten Turnaround in der Geschichte der europäischen Autoindustrie zu schaffen.“

Opels Managerverschleiß auf dem Chefposten
Michael Lohscheller Quelle: Opel
Karl-Thomas Neumann Quelle: obs
Thomas Sedran Quelle: dpa
Stephen Girsky Quelle: dpa
Karl-Friedrich Stracke Quelle: dpa
Nick Reilly Quelle: REUTERS
Hans Demant Quelle: AP

Der kriselnde Autobauer wird aber weiter an der Kostenschraube drehen und auch in Zukunft Personal abbauen. „Wir müssen effizienter werden, wir müssen unsere Strukturen verschlanken und Bürokratie abbauen“, sagte Girsky. „Wir werden mit einer kleineren Zahl von Mitarbeitern leben müssen“, sagte der ehemalige Interimschef.

Allein in diesem Jahr werden bei dem defizitären Hersteller 2600 Stellen wegfallen – über freiwillige Abfindungs- und Vorruhestandsangebote sowie durch natürliche Fluktuation. Zum Jahresende wird Opel rund 37.400 Menschen in Europa beschäftigen, davon rund 20.300 in Deutschland. GM will in Europa bis 2015 die Gewinnschwelle erreichen.

Halbe Milliarde Quartalsminus in Europa

Die Auto-Rabatte nehmen wieder zu
Platz 10Den Mazda 6 gibt es mit einem Rabatt von 5 697 Euro oder 24,8 Prozent gegenüber dem Listenpreis von 22 990 Euro. Er kann auch geleast werden, mit einer Laufzeit von 48 Monaten zur einer monatlichen Leasingrate von 99 Euro. Quelle: dapd
Platz 9Der Citroen C3 Picasso lockt mit dem Motto "Technologie für alle" und einem Rabatt von 4 153 Euro oder 24,8 Prozent gegenüber dem Listenpreis von 16 740 Euro. Die Laufleistung beträgt 10 000 km pro Jahr, die 48 Monatsraten betragen 175 Euro. Quelle: Reuters
Platz 8Den dynamischen Kombi für die Familie gibt es zu einem Listenpreis von 15 990 Euro - eine Ersparnis in Höhe von 25,2, Prozent oder 4 024 Euro sind da schon drin. Bezahlen kann der Käufer in 48 Monatraten à 169 Euro mit eine effektiven Jahreszins in Höhe von 1,90 Prozent. Die Schlussrate beträgt 7 596 Euro. Quelle: dapd
Platz 7Entscheidet sich der Käufer für einen Chevrolet Orlando, kann er bis zu 4 850 Euro sparen; bei einem Listenpreis 18 999 Euro, macht das eine Ersparnis von 25,5 Prozent. Zahlbar in 48 Monatsraten à 199 Euro, mit einer Schlussrate von 7 596 Euro und einem effektive Jahreszins von 2,90 Prozent. Quelle: REUTERS
Platz 63.351 Euro macht die Gesamtersparnis bei dem Honda Jazz aus. 4,99 Prozent effektiver Jahreszins bei einer Laufzeit von 48 Monaten. 26 Prozent spart der Käufer bei einer Gesamtsumme von 12.900 Euro. Quelle: gms
Platz 5Einer der teuersten Wagen der Studie, der BMW Series 3, mit 30.600 Euro. Die Monatsrate liegt bei 299 Euro bei einer Laufzeit von 36 Monaten. Eine Sonderzahlung von 2.179 Euro ist auch noch drin. Das macht eine Gesamtersparnis von 8.049 Euro. Quelle: dapd
Platz 4"Null Anzahlung - Null Zinsen" heißt es vom spanischen Autohersteller Seat. 2.913 Euro werden mit den Rabattangeboten gespart. Insgesamt kostet der Wagen 10.990 Euro. Die Monatsrate für den Seat Ibiza SC liegt bei 99 Euro inklusive einer Aktionsprämie von 770 Euro. Quelle: dpa

Wegen der hohen Kosten und schwacher Verkäufe lief im Europageschäft um Opel allein im dritten Quartal ein operatives Minus von rund 500 Millionen Dollar auf. Seit Jahresbeginn setzte GM auf dem alten Kontinent damit über eine Milliarde Dollar zu. Nach den Angaben sollen die Fixkosten in diesem Jahr um rund 300 Millionen Dollar gesenkt werden und um weitere 500 Millionen Dollar von 2013 bis 2015.

Auch auf dem Heimatmarkt verdiente GM zuletzt weniger, dafür warf der wichtige chinesische Markt mehr Geld ab. Unterm Strich konnte General Motors einen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar einfahren nach 1,7 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten mit einem noch kräftigeren Abschmelzen gerechnet.

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Der Umsatz stieg derweil um zwei Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar. GM-Boss Dan Akerson sprach von einem „soliden Quartal“.

Der Blick auf Europa dürfte Akerson jedoch nicht gefallen. Der Umsatz brach in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20 Prozent ein, der Absatz um 13 Prozent auf 818.000 Fahrzeuge.

Statt 940.000 Autos liefen in den Werken nur noch 718.000 Autos vom Band. GM will die teuren Überkapazitäten möglichst bald abbauen.

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