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Patentschutz läuft aus Pharma-Branche drohen Milliardenverluste

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Übernahmewelle als Reaktion

Pharmmaunternehmen setzen auf Forschung Quelle: dpa

Bereits 2010 musste das zweitgrößte deutsche Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim hohe Umsatzeinbußen hinnehmen, weil umsatzstarke Präparate wie das Mittel gegen Prostatabeschwerden Flomax und das Parkinsonsmedikament Sifrol auf dem wichtigsten Absatzmarkt, den USA, ihren Patentschutz verloren. Der Verlust: Umsätze in Höhe von 1,4 Milliarden Euro. Der Jahresumsatz Boehringer Ingelheims stagnierte.

Das Marktforschungsinstitut IMS berechnete 2009 einen Gesamtumsatz von damals 140 Milliarden Dollar für diejenigen Medikamente die bis 2012 ihren Patentschutz verlieren. Auch deshalb kam es bereits 2009 zu einer Übernahmewelle: Pharmaunternehmen Nummer eins Pfizer kaufte den Konkurrenten Wyeth. Der Deal war bereits im Oktober perfekt. In Deutschland wurde der Prozess im Januar 2011 abgeschlossen. Im gleichen Jahr konnte außerdem der US-Konzern Merck & Co für 41 Milliarden Dollar den Rivalen Schering-Plough schlucken, und der Schweizer Konzern Roche übernahm alle Beteiligungen am US-Unternehmen Genentech.

Die Verluste, wenn ein Patent ausläuft, können enorm sein. Bestes Beispiel: Als das Antidepressivum Prozac, hergestellt von dem US-Unternehmen Lilly, 2001 seinen Patentschutz verlor, reduzierte sich der Umsatz des Produkts von rund zwei Milliarden Dollar auf gerade einmal 500 Millionen.

Neue Wege gehen

Um die Umsatzeinbußen auszugleichen werden die großen Konzerne weiterhin auf Fusionen und Übernahmen setzen. Zudem werden Pharmaunternehmen weiter auf die Forschung setzen. So erwarten die Experten von Fitch, dass in den nächsten zwei Jahren zahlreiche Arzneimittel-Projekte einen erfolgreichen Abschluss finden werden.

Das gilt auch für Deutschland: Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) geht von einem starken Plus an neuen Arzneimitteln aus. Der vfa rechnet damit, dass seine Mitglieder bis Ende 2013 rund 442 Projekte für Medikamente erfolgreich abschließen und zu einer Arzneimittelzulassung führen könnten. Dabei sollen insbesondere neue Medikamente gegen Krebserkrankungen (31 Prozent), Infektionskrankheiten (14 Prozent) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (13 Prozent) neu auf den Markt gebracht werden.

Die bessere Situation im Bereich der Produktentwicklung könnte damit die große Chance sein, die Umsatzverluste durch die Patentausläufe mit neuen Arzneimitteln auszugleichen.

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