Patentverkauf Kodak gibt legendäres Fotofilm-Geschäft ab

Der insolvente Fotopionier Kodak bricht mit seinem Erbe, um einen Neustart zu ermöglichen. Der US-Konzern überträgt sein traditionsreiches Filmgeschäft sowie weitere Sparten an den Pensionsfonds seiner britischen Mitarbeiter.

Kodaks Foto-Innovationen
Kodak Brownie Quelle: Pressebild
Kodachrome-Film Quelle: Pressebild
Kodak Brownie 127 Quelle: Pressebild
Kodak Instamatic Quelle: Pressebild
Weltweit erste Digitalkamera Quelle: Pressebild
Kodak Profi-Spiegelreflexkameras Quelle: Pressebild
Digitale Bilderrahmen Quelle: Pressebild

Im Gegenzug verzichtet der Fonds auf Ansprüche gegenüber Kodak in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar, wie Kodak am Montag am Firmensitz in Rochester mitteilte. Dank des Verkaufs seiner Digitalfoto-Patente ist es dem insolventen Branchenpionier Kodak gelungen, nach langer Zeit wieder Gewinn zu machen. Im ersten Quartal verdiente der US-Konzern unterm Strich 283 Millionen Dollar (217 Mio Euro) nach einem Verlust von 366 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz schrumpfte gleichzeitig weiter um 9 Prozent auf 849 Millionen Dollar

Die Kodak-Chronik

Kodak hatte nach einem langen Ringen im Dezember seine Digitalfoto-Patente für eine gute halbe Milliarde Dollar an eine Gruppe Technologiekonzerne verkauft, zu denen Apple, Google, Samsung und Microsoft gehören. Die namhaften Konzerne wollten damit sicherstellen, dass die Patente niemand anderes in die Hände fallen, der dann die Branche mit Klagen überziehen könnte. Kodak hatte als Pionier der Digitalfotografie eine Reihe grundlegender Erfindungen gemacht, war Anfang 2012 aber in die Insolvenz gerutscht.

Für Kodak war der Verkauf der Patente eine Grundbedingung für einen Neustart, sonst hätten Banken einen notwendigen Kredit nicht freigegeben. Durch Spartenverkäufe floss weiteres Geld in die Kasse. Erst am Montagmorgen hatte Kodak mitgeteilt, sein Geschäft mit Fotofilmen sowie andere Zweige an den Pensionsfonds für seine britischen Mitarbeiter abzugeben. Am Dienstag wollte Kodak einen Plan beim zuständigen Insolvenzgericht einreichen, der dem Unternehmen eine Wiedergeburt als Druckspezialist für Firmenkunden ermöglicht.

Kodak ist in den vergangenen Monaten unter anderem schon aus der Produktion von Diafilmen, Kameras und Druckern für den Privatgebrauch ausgestiegen. Damit hat das Unternehmen, das einst die Fotografie entscheidend prägte, seine Wurzeln gekappt. Das Filmgeschäft war früher eine Goldgrube und ließ Kodak zu einem der größten und bekanntesten US-Konzerne aufsteigen.
Zusammen mit dem Filmgeschäft wechseln auch die Fotostationen zum Ausdrucken von Bildern sowie die Scanner den Besitzer. Letztere sollten eigentlich an den japanischen Druckerspezialisten Brother verkauft werden, doch Kodak hatte sich von vornherein eine Hintertür offengehalten für den Fall, dass ein besseres Angebot vorliegt. Das Geschäft muss noch vom Insolvenzgericht abgesegnet werden.

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