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Pharmabranche AstraZeneca soll Mega-Fusion mit Gilead ausloten

In der Pharmaindustrie könnte eine Mega-Fusion anstehen. Die US-Riesen AstraZeneca und Gilead sollen laut einem Medienbericht eine Fusion aushandeln.

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In der Pharmabranche könnte es einem Agenturbericht zufolge zu einer Mega-Fusion kommen. Der britische Konzern AstraZeneca sei vergangenen Monat an den Biotech-Rivalen Gilead Sciences aus den USA herangetreten, um einen möglichen Zusammenschluss auszuloten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Sonntag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

AstraZeneca arbeitet momentan an einem Corona-Impfstoff, das Gilead-Mittel Remdesivir gilt als mögliches Medikament gegen das Virus. Eine Fusion könnte demnach im Kampf gegen die Pandemie eine wichtige Rolle spielen. Im Jahresverlauf hatte der Börsenwert von Gilead um 18 Prozent zugelegt - ist allerdings immer noch ein Drittel niedriger bewertet im Vergleich zum Allzeithoch im Jahr 2015.

Beide Unternehmen waren am Wochenende zunächst nicht für Stellungnahmen erreichbar. AstraZeneca ist an der Börse umgerechnet fast 140 Milliarden Dollar wert, Gilead 96 Milliarden Dollar.

Das Gilead-Medikament Remdesivir hatte bei klinischen Tests der US-Behörden positive Wirkung bei der Behandlung von Corona-Patienten gezeigt und die Dauer der Klinikaufenthalte verkürzt. Die Marktbeobachter von SVB prognostizieren, dass Gilead schon 2022 einen Umsatz von 7,7 Milliarden Dollar mit dem Medikament machen könnte.

AstraZeneca arbeitet dagegen zusammen mit der Oxford-Universität an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Die Entwicklung wird auch von der US-Regierung mit 1,2 Milliarden Dollar gefördert. Im Juni soll der Impfstoff in die dritte Phase der klinischen Tests starten.

Die Mega-Fusion der Pharmariese wäre mitten in der Coronakrise eine Besonderheit. Denn weltweit ist die Zahl der Fusionen und Übernahmen um 45 Prozent eingebrochen, zeigen Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg. Im April und Mai belief sich die Summe der großen Beteiligungen weltweit auf nur knapp 100 Milliarden Dollar – der niedrigste Zwei-Monatswert seit 22 Jahren.

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