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PharmabrancheBiontech und Medigene wollen zusammen Krebsimmuntherapien entwickeln

Biontech, bislang vor allem als Hersteller des Corona-Impfstoffs bekannt, übernimmt ein neues Therapieprogramm und Lizenzen im Bereicht der Krebsforschung. Biontech expandiert schon länger auf diesem Gebiet. 22.02.2022 - 08:40 Uhr

In der Krebsbekämpfung macht die Forschung zurzeit große Fortschritte.

Foto: Weisflog

Die beiden deutschen Biotechunternehmen Biontech und Medigene wollen bei der Entwicklung von Krebsimmuntherapien zusammenarbeiten. Medigene erhält im Zuge der Kooperation eine Vorabzahlung über 26 Millionen Euro von Biontech, wie die beiden Firmen am Montagabend mitteilten.

Biontech, bekannt für seinen Covid-19-Impfstoff, wird zudem die Forschungskosten für die Dauer der zunächst auf drei Jahre angelegten Zusammenarbeit erstatten. Die Mainzer werden darüber hinaus für die weltweite Entwicklung verantwortlich sein und die exklusiven Vermarktungsrechte für alle aus der Zusammenarbeit hervorgehenden Therapien besitzen.

Von Medigene übernimmt Biontech ein neuartiges Programm für TCR-Immuntherapien, das sich noch in der präklinischen Entwicklung befindet, sowie Lizenzen an Technologien des Unternehmens aus Martinsried bei München. Die Zusammenarbeit soll mehrere Zielstrukturen umfassen, für die TCR-Therapien entwickelt werden sollen, die zur Behandlung solider Tumore eingesetzt werden könnten. Medigene winken erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen in Höhe eines bis zu dreistelligen Millionenbetrags je Programm sowie Umsatzbeteiligungen.



TCR-Therapien gehören zu den Krebsimmuntherapien, die darauf abzielen, das körpereigene Abwehrsystem so zu aktivieren, dass es Krebszellen erkennen und zerstören kann. Ärzte entnehmen dem Patienten bei dieser Therapie T-Zellen des Immunsystems, verändern sie genetisch mit dem Ziel, dass sie die Krebszellen als feindlich erkennen, und verabreichen sie dem Patienten zurück. Auf diesem Gebiet forschen auch Unternehmen wie Bayer, Novartis oder Johnson & Johnson.

Seit der Gründung Biontechs arbeitet das Unternehmen an individuell zugeschnittenen Krebsmitteln, von denen die ersten in wenigen Jahren auf den Markt kommen sollen. Ein Selbstläufer wird das nicht. Die medizinischen Herausforderungen sind deutlich größer als beim Coronaimpfstoff.

Lesen Sie auch: Biontechs nächstes Ziel: Impfstoffe gegen Krebs

Biontech hatte sich auf diesem Gebiet im vergangenen Sommer bereits mit einem Zukauf in den USA verstärkt. Seit November 2021 läuft zudem eine Zulassungsprüfung der US-Arzneimittelbehörde für einen Impfstoff gegen Hautkrebs. Bis das Vakzin dann möglicherweise auf den Markt kommt, wird es aber noch dauern. Der Impfstoff BNT111 wird derzeit in einer Phase-2-Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom untersucht. Vor eine Zulassung muss ein Medikament oder Impfstoff drei Phasen der klinischen Prüfung durchlaufen.

Mehr zum Thema: Die beiden Biontech-Gründer wollen mehr als Corona-Impfstoff: endlich komplexe Krebsmedikamente marktfähig machen.

rtr, kjo
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