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Pharmabranche Curevac treibt Corona-Impfstoffprojekt nach positiven Daten voran

Die Welt wartet auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Das deutsche Biotechunternehmen hat wohl deutliche Fortschritte bei der Entwicklung gemacht.

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Curevac macht Fortschritte bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs. Quelle: dpa

Das Biotechunternehmen Curevac will nach positiven Zwischenergebnissen die Entwicklung seines potenziellen Corona-Impfstoffs vorantreiben. Curevac sei auf Kurs, noch vor Jahresende die entscheidende Wirksamkeitsstudie mit dem Impfstoff zu starten, teilte das Tübinger Unternehmen am Montag mit. An der weltweiten Phase-2b/3-Studie sollen bis zu 30.000 Probanden teilnehmen.

„Wir sind sehr ermutigt von den vorläufigen Phase-1-Daten. Sie stellen einen entscheidenden Meilenstein in unserem Covid-19-Impfprogramm dar und unterstützen nachdrücklich die Weiterentwicklung unseres Impfstoffkandidaten“, erklärte Curevac-Chef Franz-Werner Haas. Curevac habe „positive“ Zwischenergebnisse erzielt.

Der Impfstoff von Curevac gehört zu einem von drei deutschen Projekten, die von der Bundesregierung mit einem Sonderprogramm von rund 750 Millionen Euro finanziell unterstützt werden. Curevac erhält daraus bis zu 252 Millionen Euro.

Mit dem Unternehmen, an dem der Bund über die Förderbank KfW knapp 17 Prozent hält, hat die Europäische Kommission bereits wie auch mit einer Reihe anderer Impfstoffentwickler Sondierungsgespräche abgeschlossen, um sich Hunderte Millionen Impfdosen zu sichern.

In der Phase-1-Studie, an der bislang mehr als 250 Probanden teilnahmen, wurde der Impfstoff von Curevac in verschiedenen Dosierungen getestet. Der Impfstoff hat demnach eine gute Verträglichkeit gezeigt und eine ausgewogene Immunantwort erzeugt. Dabei habe er eine starke bindende und neutralisierende Antikörperreaktion hervorgerufen, zudem hätten sich erste Anzeichen für die Aktivierung von T-Zellen - die der Körper zur Bekämpfung von Krankheitserregern einsetzt - gezeigt.

Das Niveau der virusneutralisierenden Antikörper sei in der höchsten Dosierung vergleichbar mit dem von genesenen, ehemals schwer erkrankten Covid-19-Patienten gewesen. Die Phase 2b/3-Studie soll nun mit der höchsten der getesteten Dosierungen von zwölf Mikrogramm fortgesetzt werden.

Damit testet Curevac seinen Impfstoff in einer niedrigeren Dosierung weiter als die Konkurrenten Biontech und sein Partner Pfizer (30 Mikrogramm) und Moderna (100 Mikrogramm), die wie die Tübinger einen Impfstoff auf Basis der sogenannten Boten-RNA (mRNA) entwickeln. Diese soll den menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Proteinen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermitteln. Biontech/Pfizer und Moderna hatten ihre entscheidenden Wirksamkeitsstudien bereits Ende Juli gestartet.

Biontech erwartet erste Daten daraus in den nächsten zwei Wochen. Sollten diese positiv ausfallen, peilt Biontech Mitte des Monats den Antrag einer Notfallgenehmigung in den USA an. Der Impfstoff von Biontech hatte in der für die Phase-3 ausgewählten Dosierung von 30 Mikrogramm eine 2,8-fach höhere Immunantwort erzielt als die durchschnittliche Immunantwort bei genesenen Covid-19-Patienten.

Bislang ist international noch kein Corona-Impfstoff auf dem Markt. Russland hatte im August als weltweit erstes Land einen Impfstoff zugelassen, der aber weniger als zwei Monate an Menschen getestet wurde. Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO befinden sich gegenwärtig weltweit 45 Impfstoffprojekte in der klinischen Entwicklung, davon zehn in der entscheidenden Phase-3. Curevac will ausführliche Daten seiner Phase-1-Studie in den nächsten Wochen noch in einem wissenschaftlichen Fachmagazin veröffentlichen.

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