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Pharmagrosshandel Celesio leidet unter Rabattschlacht

Um Marktanteile zu gewinnen, wetteifern die Medikamenten-Großhändler mit hohen Preisnachlässen um die Gunst der Apotheker. Beim Stuttgarter Pharmagroßhändler Celesio reduzierte sich der Umsatz 2013 um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die größten Pharmahändler
Marktführer in Deutschland ist der Mannheimer Pharmahändler Phoenix. Das 1994 gegründete Unternehmen, das in vielen Ländern Europas aktiv ist, gehört der schwäbischen Unternehmerfamilie Merckle. Phoenix erzielte zuletzt mit rund 29.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von weltweit 21,2 Milliarden Euro, rund ein Drittel davon in Deutschland. Nach Expertenschätzungen kommt Phoenix hierzulande im Pharmagroßhandel auf einen Marktanteil von etwa 25 bis 28 Prozent. Zuletzt hatte das Unternehmen allerdings etwas an Boden verloren. Bild: Phoenix Quelle: Presse
Nach dem Marktführer Phoenix folgen vier Unternehmen, die im deutschen Arzneihandel auf Marktanteile zwischen 12 und 17 Prozent kommen. Die deutsche Apothekergenossenschaft Noweda aus Essen ist nach eigenen Angaben derzeit die Nummer zwei. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1939 zurück. Mit rund 1900 Beschäftigten erzielte Noweda zuletzt einen Jahresumsatz von 4,3 Milliarden Euro. Im Bild: Wilfried Hollmann, Vorsitzender des Vorstands. Bild: Noweda Quelle: Presse
Der Stuttgarter Apotheker-Zulieferer Celesio erwirtschaftete 2012 mit 38.000 Beschäftigten weltweit einen Jahresumsatz von gut 22 Milliarden Euro, davon vier Milliarden Euro im deutschen Pharmagroßhandel. Experten zufolge kommt das Unternehmen hierzulande auf einen Marktanteil von rund 16 Prozent. Das 1835 gegründete Unternehmen gehört mehrheitlich der Duisburger Familienholding Haniel, die 50,01 Prozent der Anteile hält. Der Mischkonzern hatte 1973 die Mehrheit am Celesio-Vorgänger Gehe übernommen, der 2003 in Celesio umbenannt wurde. Der US-Branchenführer McKesson will Celesio für 6,1 Milliarden Euro übernehmen. Quelle: dapd
Hinter dem Namen Alliance Healthcare Deutschland verbirgt sich der traditionsreiche Frankfurter Pharmahändler Anzag (Andreae-Noris Zahn AG), der 2012 von der britischen Drogeriekette Alliance Boots übernommen wurde. 2013 firmierte Anzag um in Alliance Healthcare Deutschland. Das Unternehmen erwirtschaftete zuletzt mit mehr als 2700 Beschäftigten einen Jahresumsatz von rund vier Milliarden Euro. Bild: Alliance Healthcare Deutschland Quelle: Presse
Der Pharmahändler Sanacorp kam im Jahr 2011 mit rund 3000 Beschäftigten auf einen Jahresumsatz von etwa 3,7 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist inzwischen eine Tochterfirma der in Italien ansässigen Sanastera Holding. Die Geschichte der Sanacorp reicht bis ins Jahr 1924 zurück, als in Esslingen eine erste Apothekergenossenschaft gegründet wurde. Aus der Fusion mehrerer dieser Genossenschaften ging schließlich 1992 die Sanacorp hervor. Bild: Sanacorp Quelle: Presse

Einen solchen Rabattwettbewerb wie derzeit in Deutschland habe die Branche noch nicht erlebt, sagte Celesio-Chefin Marion Helmes bei der Bilanzvorlage in Stuttgart. Insbesondere Celesio, Phoenix und Noweda kämpfen mit harten Bandagen und hohen Rabatten um Marktanteile. Die Folge: Im vergangenen Jahr schrumpfte bei Celesio der Umsatz um 3,9 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro.

Ansonsten scheint immerhin etwas Ruhe einzukehren. Für 2013 weist Celesio einen Gewinn von 166,4 Millionen Euro aus – nach einem Verlust von 149 Millionen Euro für 2012. Der Stuttgarter Pharmagroßhändler hat chaotische Jahre hinter sich. Celesio hat in den vergangenen Jahren mehrere Führungswechsel und strategische Kursänderungen durchlaufen. Etliche Unternehmensteile wie etwa die Internet-Apotheke DocMorris wurden verkauft – mit hohem finanziellen Schaden.

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Langweilig wird es bei Celesio aber auch in Zukunft nicht werden. Die Übernahme durch den amerikanischen Pharmahändler McKesson ist – nachdem ein erster Anlauf zunächst scheiterte – mittlerweile in trockenen Tüchern. Zusammen kommen beide Firmen auf einen weltweiten Umsatz von 150 Milliarden US-Dollar (111 Mrd. Euro) und 81.500 Beschäftigte. Was die Übernahme konkret für Celesio bedeutet, ist noch offen. "Aus heutiger Sicht stehen weder Arbeitsplätze noch Standorte in Frage", sagte Celesio-Chefin Helmes in Stuttgart.

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