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Pharmakonzern Bayer erwägt Verkauf von Kunststoffsparte

Die Pharmabranche steht offenbar vor einem weiteren Megadeal: Bayer prüft laut eines Berichts den Verkauf seines Kunststoffgeschäfts. Das Geschäft könnte Milliarden bringen. Einen Interessenten gibt es schon.

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Bayer will sein Kunststoffgeschäft abgeben und mit dem Erlös andere Sparten aufstocken, heißt es in einem Medienbericht. Quelle: dpa

Der Bayer-Konzern könnte einer Agenturmeldung zufolge sein Kunststoffgeschäft verkaufen, um sich künftig noch stärker auf Medikamente zu konzentrieren. Der größte deutsche Pharmakonzern erwäge sich von seiner Sparte Material Science zu trennen, nachdem Evonik Chemicals vor einigen Monaten sein Interesse daran bekundet habe, berichtete Bloomberg am Montag unter Berufung auf eingeweihte Personen. Es sei aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden. Bei Bayer war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Nach Schätzungen des Analysten Fabian Wenner von Kepler Cheuvreux in Zürich könnte der Verkauf dem Dax-Konzern mehr als 7,8 Milliarden Euro einbringen. Das Geld könnte Bayer gut gebrauchen. Der Dax-Konzern will Bloomberg zufolge auch für das Geschäft mit freiverkäuflichen Medikamenten von Merck mitbieten, heißt es. Konzernchef Marjin Dekkers hat zudem gesagt, er sei daran interessiert, Zukäufe im Bereich Tiergesundheit zu tätigen. Damit will Dekkers die führende Position von Bayer in seinen Märkten stärken.

Das Kunststoffgeschäft Material Science ist seit einiger Zeit das Sorgenkind des Konzerns. Bayer hatte zuletzt damit zu kämpfen, dass in der Branche weltweit viele neue Produktionsanlagen gebaut wurden und daraufhin die Preise sanken. Konzernchef Marijn Dekkers legte deshalb im vergangenen Jahr ein Sparprogramm auf, dem auch 700 Stellen zum Opfer fallen.

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Eine Trennung von der Kunststoffsparte (Bayer Material Science)  würde am Kapitalmarkt sicher gut ankommen. Zwischen dem Pharma- und dem Chemiegeschäft gibt es kaum Synergien. Was die Renditen anbelangt, kann die Kunststoffsparte gleichfalls nicht mit dem Medikamenten-Geschäft mithalten.  Analysten fordern seit langem, dass sich Bayer stärker auf Pharma und Pflanzenschutz  konzentriert.  Im Bayer-Konzern selbst wird Material Science stiefmütterlich behandelt: Das Gros der Investitionen wendet Konzernchef Dekkers für Medikamenten und Pflanzenschutzmittel auf. Seit dem Amtsantritt des Niederländers – dem ersten Bayer-Chef, der von außen kam -  wird über die Trennung vom Chemiegeschäft spekuliert.

Lange hat Bayer die Koexistenz von Pharma und Chemie verteidigt. In jüngster Zeit klangen die Treueschwüre allerdings etwas schwächer. Zumal das Pharmageschäft brummt und die Chemie hinterherhinkt. Die Chemiekonjunktur lief nur mau, zudem belasten die hohen Energiekosten in Deutschland das Geschäft.  Im ersten Quartal des Jahres 2014 legte Bayer Material Science allerdings wieder deutlich zu: Während der Umsatz eher stagnierte, katapultierte sich der Gewinn vor Zinsen und Steuern – im Vergleich zum Vorjahresquartal - von 42 Millionen Euro auf 219 Millionen Euro. Bei den Kunststoffen Polyurethan oder Polycarbonat, die etwa in Autositzen oder DVD-Scheiben verwendet werden, zählt Bayer zu den weltweit führenden Anbietern.

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