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Pharmakonzern Glaxo meldet Durchbruch bei neuem HIV-Medikament

Der Pharmakonzern hat eine neuartige Spritze für die HIV-Therapie entwickelt. Diese hat sich nun in einer Studie als wirksam erwiesen.

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Der Konzern bemüht sich, duale HIV-Therapien zu entwickeln, die statt dreien nur zwei Wirkstoffe enthalten. Quelle: AP

London Der britische Pharmakonzern Glaxo Smithkline hat bei der Entwicklung eines neuen Aids-Medikaments einen Durchbruch verzeichnet. In einer Studie hat sich eine von Glaxo entwickelte Spritze, die nur einmal im Monat verabreicht wird, als ebenso wirksam wie eine tägliche Tablette eines Standardmittels erwiesen.

Die Spritze, die zwei Medikamente kombiniert, habe das Virus ähnlich im Schach gehalten wie die Tablette, die drei Wirkstoffe enthält, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die beiden Medikamente wurde über 48 Wochen in einer großen klinischen Studie der Phase III, und damit der zulassungsrelevanten, getestet.

Die Ergebnisse sind ein Meilenstein in den Bemühungen von Glaxo, duale HIV-Therapien zu entwickeln, die im Gegensatz zu den bisherigen Standardtherapien nur zwei und nicht drei Wirkstoffe enthalten.

An der Londoner Börse gab das der Glaxo-Aktie Auftrieb, sie stieg um 1,5 Prozent. Im jährlich 26 Milliarden Dollar schweren Markt für Aids-Medikamente wetteifert Glaxo mit dem US-Pharmakonzern Gilead, der diesen mit seinen Arzneien dominiert. Gilead hat derzeit einen Marktanteil von rund 52 Prozent, während Glaxo nur auf 22 Prozent kommt.

Bis Mitte der 2020er Jahre wollen die Briten Gilead aber vom Thron stoßen. Nach Einschätzung von Analysten ist das aber ein anspruchsvolles Ziel: Viele von ihnen gehen davon aus, dass Glaxo eher Marktanteile an Gileads neues Mittel Biktarvy, das drei Wirkstoffe kombiniert, verlieren wird, statt an Boden zu gewinnen.

Analyst Roger Franklin von Liberium glaubt dagegen, dass die Strategie von Glaxo, die auf die Kombination von zwei Wirkstoffen setzt, unterschätzt wird. Die Aussichten der Firma hätten sich inzwischen deutlich verbessert.

Glaxo hofft auf einen Umsatzschub, da die Therapie mit zwei Wirkstoffen Patienten mehr Komfort und weniger Nebenwirkungen biete. Zudem sei sie deutlich günstiger. „Wenn diese Therapie zugelassen wird, würde sie Menschen, die mit HIV leben, einen Monat zwischen jeder Dosis einer antiretroviralen Therapie geben und die HIV-Behandlung von 365 Tagen pro Jahr auf nur zwölf Tage ändern“, sagte John Pottage, Forschungschef des HIV-Spezialisten ViiV Healthcare, der mehrheitlich im Besitz von Glaxo ist.

Manche Ärzte fürchten hingegen, dass sich bei dieser Therapie schneller Resistenzen bilden könnten, da das Virus nur zwei Wirkstoffen und nicht drei entgehen müsse.

Im vergangenen November hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA mit dem Mittel Juluca von Glaxo erstmals überhaupt ein Aids-Medikament zugelassen, dass nur zwei Wirkstoffe enthält. Juluca wird allerdings täglich als Tablette eingenommen.

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