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Pharmakonzern GlaxoSmithKline macht weniger Gewinn

Das starke britische Pfund hat dem Pharmariesen GlaxoSmithKline das viertel Quartal verhagelt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fiel der Gewinn um 58 Prozent. Unterm Strich blieb 2014 dennoch einiges hängen.

Gebäude von SaxoSmithKline in Singapur. Quelle: dpa

Dem größten britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) machen das starke britische Pfund und schwache Geschäfte in den USA zu schaffen. Unter dem Strich fiel der Gewinn im vierten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 58 Prozent auf gut 1 Milliarde Pfund (1,365 Mrd Euro), wie GSK am Mittwoch in London mitteilte. Der Grund für den herben Einbruch lag allerdings auch darin, dass Verkäufe von Unternehmensteilen den Vorjahresgewinn in die Höhe getrieben hatten. Für das Gesamtjahr 2014 verzeichnete GSK unterm Strich einen Gewinn von 2,831 Milliarden Pfund, 2013 lag er mit 5,628 Milliarden Pfund fast doppelt so hoch.

Insbesondere in den USA - dem wichtigsten Markt für den Konzern - schwächelte GSK mit einem Umsatzrückgang ohne Währungseffekte von 9 Prozent. Der Kassenschlager Advair, ein Asthmamittel, verbuchte im Zeitraum Oktober bis Dezember in den USA 27 Prozent Umsatzrückgang, weltweit waren es 18 Prozent. Die Arznei hatte vor einiger Zeit ihren Patentschutz verloren.

Die größten Deals in der Pharma-Branche
Platz 10 – Roche für Genentech – 47 Milliarden Dollar (2008)Das Schweizer Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche sicherte sich 2008 für 46,7 Milliarden Dollar die amerikanische Biotech-Firma Genentech. Die Übernahme gilt als Glückgriff, da Roche als weltweit führender Produzent von Krebsmedikamenten von der Genforschung Genentechs profitiert. Roches bekanntes Vogelgrippe-Medikament Tamiflu (hier im Bild) hingegen stand mehrfach in der Kritik. Der Schweizer Konzern soll Studien zur Wirksamkeit des Medikaments manipuliert haben. Quelle: REUTERS
Platz 9 – Valeant für Allergan – 49 Milliarden Dollar (2014)Mitte April 2014 wurde bekannt, dass der kanadische Pharmakonzern Valeant den Botox-Hersteller Allergan übernehmen will. Die gebotene Summe katapultiert die geplante feindliche Übernahme direkt in die Top Ten: 49,4 Milliarden Dollar wollen die Kanadier gemeinsam mit dem US-Finanzinvestor Bill Ackman zahlen. Ein erstes Angebot reichte Allergan nicht, das Unternehmen wertete unter anderem die hohe Aktienkomponente als Risiko für die eigenen Anteilseigner. Eine Entscheidung zu der erhöhten Offerte steht noch aus. Allergan ist vor allem bekannt für sein Protein-Präparat Botox, das weltweit unter anderem zur Faltenglättung eingesetzt wird. Quelle: AP
Platz 8 – Pfizer für Pharmacia – 61 Milliarden Dollar (2002)Pfizer zum Ersten: 60,7 Milliarden Dollar in Aktien ließ sich der US-Pharmakonzern im Jahr 2002 die Übernahme des schwedischen Unternehmens Pharmacia kosten. Da nach der Fusion das Haarwuchsmittel Rogaine und die Potenzpille Viagra von einem Unternehmen hergestellt wurden, scherzte der damalige Pfizer-Chef Hank McKinnell (l.): „Rogaine und Viagra zusammen, was kann sich ein Mann mehr wünschen“. Quelle: AP
Platz 7 – Pfizer für Wyeth – 65 Milliarden Euro (2009)Pfizer zum Zweiten: Rund 64,5 Milliarden Dollar bezahlten die New Yorker für Wyeth, das zum Zeitpunkt des Kaufs ebenfalls zu den zehn größten Pharmaunternehmen der Welt zählte. Mit der Übernahme baute Pfizer sein Portfolio aus, vor allem in Richtung Impfstoffe und Biotechnologie. Quelle: dpa
Platz 6: Sanofi fusioniert mit Aventis (2004)Nur auf dem Papier eine Fusion unter Gleichen: Für gut 65,6 Milliarden Dollar übernimmt der französische Pharmakonzern Sanofi-Synthélabo das deutsch-französische Unternehmen Aventis. Es entsteht Sanofi-Aventis, der größte Medizinhersteller Europas. Die Fusion gilt als kurios, da Sanofi-Synthélabo vor der Übernahme deutlich kleiner als Aventis war. Später legte der Konzern mit Sitz in Paris den Beinamen Aventis wieder ab. Sanofi ist heute Weltmarktführer für Impfstoffe. Quelle: AP
Platz 5 – Abbott Laboratories spaltet sich auf – 67 Milliarden Dollar (2011)Das amerikanische Pharmaunternehmen Abbott Laboratories spaltete rund 66,6 Milliarden Dollar seines Kapitals in Aktien ab und lagert es zunächst in eine Tochtergesellschaft aus. Die Medizintechnik und Generikaproduktion wurde unter dem Namen „Abbott“ weitergeführt, die Sparten Spezialmedikamente und Biotechnologie hingegen unter dem neuen Namen „AbbVie“ ausgegliedert. Auch Abbotts Flaggschiff, das Arthritis-Medikament Humira, ging auf die neue Gesellschaft über. Im Januar 2013 wurde AbbVie schließlich komplett in die Unabhängigkeit entlassen und wird seitdem an der Wall Street unter dem Kürzel „ABBV“ gelistet. Quelle: REUTERS
Platz 4 – American Home Products für Warner-Lambert I – 76 Milliarden Dollar (1999)Rund 75,5 Milliarden Dollar betrug das Volumen bei der freundlichen Übernahme des amerikanischen Hygienekonzerns Warner-Lambert durch American Home Products (AHP). Dem Hygienekonzern gehörten seinerzeit unter anderem die Marken Wilkinson Sword und Listerine. Doch AHP überhob sich: Als der Deal schon als perfekt galt, betrat US-Branchenriese Pfizer die Bühne. Er unterbreitete den Aktionären von Warner-Lambert seinerseits ein feindliches Übernahmeangebot – und erhielt den Zuschlag. Eine Strafzahlung von 1,8 Milliarden Dollar von Pfizer versüßte AHP die Niederlage aber zumindest etwas. Quelle: AP

GSK sortiert sich gerade neu in einem Mega-Deal mit dem Schweizer Konzern Novartis, den die Branchengrößen nur unter Auflagen umsetzen dürfen. Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr will Unternehmenschef Andrew Witty erst nach Abschluss des Deals auf dem anstehenden Investorentag abgeben. Die beiden Konzerne haben Unternehmensteile getauscht und wollen zusammenarbeiten. Witty will GSK auf die Kernbereiche Impfstoffe, Mittel gegen Atemwegserkrankungen, rezeptfreie Mittel und Verbraucherprodukte sowie HIV-Medikamente ausrichten.

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