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PharmakonzernNeuer Druck auf Bayer – Investor fordert Aufspaltung

Artisan Partners hat dem Unternehmen in einem Brief erklärt, die Sparten Pharma und verschreibungsfreien Gesundheitsprodukte seien zu klein. Nur eine Sparte solle im Konzern bleiben. 25.08.2023 - 19:41 Uhr

Das Chemie- und Pharmaunternehmen steht schon länger unter dem Druck von Investoren.

Foto: Reuters

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer soll sich nach den Vorstellungen eines aktivistischen Aktionärs von zwei seiner drei Sparten trennen. Der Hedgefonds Artisan Partners, der nach Refinitiv-Daten mit 0,8 Prozent an Bayer beteiligt ist, hält die Pharma-Sparte und das Geschäft mit verschreibungsfreien Gesundheitsprodukten (OTC) für zu klein.

David Samra, Mitgründer und Portfoliomanager von Artisan International Value, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Investor habe noch vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 8. August einen Brief an das „Konglomerat“ Bayer geschrieben. Das Unternehmen habe „jede Menge Probleme“, unter anderem eine zu hohe Verschuldung. Bayer wollte sich dazu nicht äußern.

Artisan habe in dem Brief „vorgeschlagen, die Dividende auf Null zu senken, weil sie das Kapital brauchen, um effizient zu agieren und in ihr Geschäft zu investieren“, sagte Sanmra. „Und dann haben sie sich in ihrer Mitteilung ausdrücklich zu ihrer Dividende bekannt – das ist das genaue Gegenteil dessen, was sie im langfristigen eigenen Interesse tun sollten“, kritisierte der Hedgefonds-Manager. Seither sei man „in Kontakt“.

Nur noch eine Sparte für Bayer?

Samra sagte, Artisan habe sich in dem Brief nicht genau dazu eingelassen, wie Bayer den Konzern umbauen solle. Bayer bestehe aber nur aus einer Sparte, die groß genug sei und langfristige Vorteile habe. Damit meint er offenbar das Agrar-Geschäft Crop Science.

Dagegen seien die Pharma- und die OTC-Sparte zu klein, hätten niedrige Margen und wären „wahrscheinlich bei jemand anderem besser aufgehoben“. Vorbilder für solche Aufspaltungen gebe es in der Branche genug – von GlaxoSmithKline bis Johnson & Johnson.

Bayer ist schon länger unter Druck

Vom neuen Bayer-Chef Bill Anderson ist Samra angetan: „Wir glauben, dass der neue Chef toll ist, und sein Ziel, die Effizienz zu steigern, wie er es bei Roche gemacht hat, ist sehr gut.“ Anderson, der im Frühsommer gestartet war, hatte bei der Vorstellung der Zahlen vor zwei Wochen klar gemacht, dass er für Veränderungen offen sei: „Nichts ist vom Tisch“, sagte er. „Wir sind für alles offen, und wir lassen nichts unversucht, und das ist die Einstellung, mit der wir unsere Strategie und unsere Struktur angehen.“ Es sei die Frage, ob Bayer in seiner gegenwärtigen Struktur für alle drei Sparten „das beste Zuhause“ sein könne.

>> Lesen Sie auch: Kommentar – Das Vertrauen der Investoren in Bayer bleibt angeknackst, trotz neuem Chef

Bayer steht angesichts des schwachen Aktienkurses seit längerem unter Druck aktivistischer Investoren, die zumindest eine Abspaltung des OTC-Geschäfts fordern. Der größte davon ist Harris Associates, der drei Prozent der Anteile hält.

Zu Wort gemeldet haben sich bereits Inclusive Capital und Bluebell. Letzterer hatte zusammen mit Artisan bereits beim französischen Lebensmittelriesen Danone Schlagzeilen gemacht, als sie gemeinsam Vorstandschef Emnanuel Faber zum Rücktritt drängten.

rtr
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