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Potash-Übernahme K+S will Hilfe vom Staat

K+S bittet im Übernahmekampf mit dem kanadischen Konzern Potash offenbar bei Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel um Hilfe. K+S fordert einen Einstieg der KfW – doch die Regierung will offenbar nicht.

K+S kämpft um seine Eigenständigkeit. Quelle: dpa

Der Kasseler Salz- und Düngemittelkonzern K+S sucht im Abwehrkampf gegen eine Übernahme durch den kanadischen Rivalen Potash die Hilfe von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. "Es hat mehrere Gespräche gegeben", bestätigte das Ministerium dem "Handelsblatt".

Unter anderem sei diskutiert worden, die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als weißen Ritter ins Boot zu holen. Die Staatsbank sollte demnach Aktien von K+S kaufen, um eine Sperrminorität aufzubauen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Wirtschaftskreise.

Laut einem anderen Bericht darf Das K+S-Management um Norbert Steiner aber auf keine große Hilfe aus Berlin hoffen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet unter Berufung auf informierte Kreise, dass die Bundesregierung keinen Einstieg in den Kassler Düngemittelkonzern vorbereitet. Bei den Gesprächen soll es etwa um die Sicherung von Arbeitsplätzen gegangen sein.

Die KfW wollte sich zu den Überlegungen gegenüber dem "Handelsblatt" nicht äußern. K+S und Wirtschaftsministerium hätten zu dem Inhalt der Gespräche keine Angaben machen wollen. K+S hat derzeit keinen wesentlichen Großaktionär, die Anteilsscheine sind zu 100 Prozent im Streubesitz.

K+S-Chef Norbert Steiner hatte den Übernahmevorschlag der Kanadier, die 41 Euro je Aktie zahlen wollen, zurückgewiesen. Steiner hat angedeutet, dass ein Gebot von mindestens 50 Euro je Aktie angemessener wäre, um den Wert der neuen K+S-Mine Legacy in Kanada zu berücksichtigen. Neben einem höheren Preis fordert K+S von Potash auch Zusagen zum Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen.

Hessen will K+S halten

Gegenwind für Potash kommt aus Hessen, wenn auch nur von symbolischem Wert: Im hessischen Landtag sprachen sich Abgeordnete der grün-schwarzen Regierungskoalition dafür aus, dass K+S unabhängig bleibt und seine Unternehmenszentrale in Kassel belässt. Das Bundesland kann eine Transaktion zwar nicht blockieren, stellte jedoch einen symbolischen Antrag, der von der sozialdemokratischen Opposition gebilligt wurde, um die Position von K+S zu unterstützen.

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Die Entscheidung der Politiker ist ein Rückschlag für Potash-Vorstandschef Jochen Tilk. Der aus Saarlouis stammende Tilk hatte sich mit dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier getroffen, um seine Pläne für die Zukunft der deutschen Kali-Bergwerke und ihrer Mitarbeiter vorzustellen. Potash müsse wissen, dass sie bisher nichts Überzeugendes präsentiert hätten, sagte Bouffier am Mittwoch im Landtag. Außerdem müsse das Unternehmen wissen, dass es nicht mit offenen Armen empfangen werde, weil es Bedenken gebe, führte er aus.

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