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Preisverfall bei Kali K+S kassiert Prognose für 2013

Wegen des drohenden Preisverfalls bei Kali und der anhaltenden Börsen-Talfahrt muss K+S seine Prognose für 2013 zurücknehmen. Zuvor drohte bereits die US-Ratingagentur S&P mit einer Herabstufung.

Die Talfahrt der K+S-Aktie

Nach den zuletzt verlustreichen Börsentagen reagiert K+S nun auf den jüngsten Preisverfall bei Kali. „K+S folgt dem Gebot der Vorsicht und hält an der Prognose für das Jahr 2013 nicht länger fest“, verkündete das Unternehmen. Ursprünglich ging K+S davon aus, das operative Ergebnis leicht steigern zu können.      

Nachdem vergangene Woche Uralkali und Belaruskali das Ende ihres Exportverbundes angekündigt hatten, reagierten zahlreiche Analystenhäuser und stuften die K+S-Titel herab, weil sie einen Einbruch der Kali-Preise befürchten. Die Experten der Bank of America Merrill Lynch warnten, dass Kunden mit dem Kauf von Kali warten könnten, bis die Preise deutlicher gefallen sind.

Am Dienstag reihten sich auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und Nomura in den Herabstufungsreigen ein: Die LBBW kassierte ihre Kaufempfehlung und setzte das Kursziel von 40 auf 18 Euro. Gleichzeitig riet sie ihren Kunden jedoch, die Titel im Depot zu halten. Auch Nomura setzte den Preis pro Aktie auf 18 Euro herab.

Wie Analysten die K+S-Aktie bewerteten

Die US-Ratingagentur S&P setzte K+S auf ihre Beobachtungsliste. Eine Herabstufung sei möglich, heißt es in einem Kommentar der Bonitätswächter. Derzeit bewertet S&P die die langfristige Kreditfähigkeit von K+S mit „BBB+“, was einer durchschnittlich guten Anlage entspricht. Der kurzfristigen Bonität geben sie die Note „A-2“. Seit vergangenem Dienstag befindet sich das Papier des Spezialdüngeherstellers im freien Fall. Und auch eine Woche nach Beginn des Kursverfalls bilden die Papiere des Konzerns  mit einem Minus von mehr als fünf Prozent das Schlusslicht im Dax. Aktuell kostet ein K+S-Anteil noch 16,20 Euro. So günstig waren die Titel zuletzt im Oktober 2006.

Bislang wurden die Preise im weltweiten Kali-Geschäft von zwei Exportkonsortien bestimmt: dem russischen Handelsbündnis BPC der Produzenten Uralkali und Belaruskali und dem kanadischen Konsortium Canpotec, der Rivalen Potash, Agrium und Mosaic. Das Duopol kam bisher für rund 70 Prozent des weltweiten Kali-Handels auf und sorgte für nahezu identische Preise in wichtigen Abnehmerländern wie Indien und China – eine komfortable Situation für alle großen Kali-Förderer. Doch Uralkali und Belaruskali wollen das BPC-Bündnis auflösen und künftig auf eigene Faust handeln.

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Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner rechnet damit, dass die Kali-Preise bereits in der zweiten Jahreshälfte von derzeit rund 400 Dollar unter die Marke von 300 Dollar fallen könnten. Das wäre besonders für K+S ein herber Schlag. In Deutschland betreibt der Konzern sechs Bergwerke, in denen unter anderem Kali abgebaut wird. Dort sind die Betriebskosten deutlich höher als bei der Konkurrenz aus Russland und Kanada. Drastisch sinkende Preise auf dem Kalimarkt würden die Ergebnisse von K+S deutlich nach unten drücken. Im stark konsolidierten Kalimarkt steht K+S weltweit an fünfter Stelle.

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