Problemflieger A400M Airbus muss 13 Millionen Euro Schadenersatz zahlen

Deutschland hat 53 Militärflieger A400M bestellt, von denen allerdings erst einer angekommen ist. Das hat nun Konsequenzen für Airbus: Der Konzern muss millionenschweren Schadenersatz an den Bund zahlen.

Ein Airbus A400M. Quelle: REUTERS

Airbus muss wegen der verspäteten Auslieferung des Militärtransporters A400M 13 Millionen Euro Schadenersatz an die Bundeswehr zahlen. Die Summe beziehe sich auf die beiden Flugzeuge, die die Luftwaffe bis Ende des Jahres erhalten solle, heißt es in einem Schreiben von Verteidigungsstaatssekretär Ralf Brauksiepe an die Berichterstatter des Haushaltsausschusses, der der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlag.

Das Programm liegt Jahre hinter dem Zeitplan. Weder Airbus noch das Verteidigungsministerium wollten sich zu der Einigung über die Zahlung äußern, über die zuerst "Spiegel Online" berichtet hatte. Beide Seiten verwiesen darauf, dass Stillschweigen vereinbart worden sei.

Das sind die teuersten Flugzeuge der Welt
Die 737 ist Boeings Verkaufsschlager. Besonders die spritsparende Max-Variante des Mittelstreckenjets findet reißenden Absatz. In der größten Version, 737-Max 9, ist das Flugzeug laut Liste für 113,3 Millionen Dollar zu haben. Die günstigste Version der Baureihe ist die 737-700, die 78,3 Millionen Dollar kostet. Die Listenpreise der Hersteller bieten nur einen Rahmen. Mit den Endpreisen stimmen sie in der Regel nicht überein. Die Hersteller gewähren hier in der Regel deutliche Preisnachlässe.Hinweis: Airbus-Preisliste für das Jahr 2015, Boeing für 2014. Quelle: dpa
Spritsparen ist das Gebot der Branche. Was bei Boeing die Max-Variante, ist bei Airbus „Neo“. Auch das größte Modell der A320-Familie, die A321, wird in der Neo-Variante angeboten. Listenpreis: 124,4 Millionen Dollar. Hier im Bild die A320neo, sie kostet 106,2 Millionen Dollar. Die kleinere A318 bietet Airbus bereits für 74,3 Millionen Dollar an. Quelle: Reuters
191,5 Millionen Dollar muss berappen, wer sich eine 767 von Boeing in den Hangar stellen will. Die Goldenen Zeiten hat das Flugzeug allerdings hinter sich, es wird kaum noch bestellt. Quelle: dapd
Der neue Airbus A330neo wurde erst im Sommer 2014 vorgestellt. In der größeren Version A330-900neo kostet der Flieger 284,6 Millionen Dollar. Die Maschine löst die A330-300 ab, die gut 30 Millionen Dollar günstiger war. Quelle: PR
Boeings neue Großvariante des 787-Dreamliner ist gleich knapp 80 Millionen Dollar teurer als die 787-8. Mit einem Listenpreis von 297,5 Millionen Dollar ist das Flugzeug auch eins der teuersten der Welt. Ab 2018 soll es erstmals an eine Airline ausgeliefert werden. Quelle: PR
Die „Triple Seven“ ist ein gefragtes Modell. Das Flugzeug punktet mit seiner großen Reichweite. Der Preis beträgt laut Liste 330 Millionen Dollar. Bald ist die 777 auch als spritsparende Variante erhältlich. Quelle: dpa
Wir nähern uns den Top drei: Erst seit Anfang 2015 ist der neue Airbus A350 im Dienst. Die große Version des Langstreckenjets A350-1000 (im Bild unten) ist für 351,9 Millionen Dollar zu haben. Die A350-900 (oben) kostet laut Liste 304,8 Millionen. Insgesamt hat Airbus die durchschnittlichen Listenpreise seiner Flugzeuge von 2014 auf 2015 um 3,27 Prozent erhöht. Quelle: PR

Deutschland hat insgesamt 53 A400M bestellt, von denen allerdings erst einer angekommen ist. Ursprünglich wollte Airbus in diesem Jahr fünf statt lediglich zwei Maschinen an die Deutschen übergeben. Der A400M soll bei der Bundeswehr die Transall ersetzen, die deutlich kleiner ist und eine geringere Reichweite hat.

Die derzeit ausgelieferten A400M-Exemplare können bisher nur einen Teil der Aufgaben erfüllen. Fallschirmspringer oder Güter können die Maschinen etwa nicht absetzen.

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Als Ausgleich erhält das Verteidigungsministerium eine Gutschrift von jeweils 2,2 Millionen Euro für die beiden nun auszuliefernden Maschine. Diese Summen, die zum Schadenersatz hinzukommen, soll mit Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten verrechnet werden. Zusätzlich behält das Ministerium quasi als Pfand 17 Prozent des Kaufpreises ein, rund 42 Millionen Euro.

Das Geld soll fließen, wenn Airbus die beiden Flugzeuge auf den vereinbarten Zustand gebracht hat.

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