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Produktionsnetzwerk Dermapharm will Biontech-Impfstoff an zweitem Standort fertigen

Dermapharm unterstützt Biontech und Pfizer bei der Produktion ihres Impfstoffs. Ab Mai verdoppelt der Konzern seine Kapazitäten.

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Biontech und Pfizer wollen im zweiten Quarten 75 Millionen zusätzlichen Dosen an die Europäische Union liefern. Quelle: dpa

Die Pharmafirma Dermapharm will den Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer ab Mai an einem zweiten Standort in Deutschland fertigen. Bereits seit Oktober stellt Dermapharm diesen schon in Brehna bei Leipzig her und bereitet gegenwärtig auch die Produktion in Reinbek bei Hamburg vor.

„Wir versuchen, im Mai zu starten“, sagte Vorstandschef Hans-Georg Feldmeier der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Dienstag veröffentlichten Interview. „Der große Vorteil ist, dass wir unser Know-how von dem einen Standort auf den anderen übertragen können.“ Das beschleunige die Sache. Dabei soll die Impfstoffproduktion in Reinbek noch größer werden als die in Brehna.

Die zwei Standorte sind nach Angaben von Feldmeier Teil eines Produktionsnetzwerkes von 13 Standorten, darunter von großen Pharmakonzernen wie Novartis und Sanofi, die von Biontech/Pfizer beauftragt wurden, um das Produktionsziel der beiden Partner von zwei Milliarden Impfdosen in diesem Jahr zu erreichen.

Dermapharm stellte nach seinen Worten einen „signifikanten Anteil“ der 50 Millionen Dosen des Vakzins im vergangenen Jahr her und verdoppelt seine Kapazitäten, um die beiden Unternehmen bei der Lieferung von 75 Millionen zusätzlichen Dosen an die Europäische Union im zweiten Quartal zu unterstützen.

Dermapharm hatte zuvor zwar keine Erfahrung in der Impfstoffherstellung, aber dafür interne Experten im Haus für die Umhüllung der mRNA in dem Biontech-Impfstoff mit Lipiden. „Das war die Brücke, die uns zu Biontech führte“, sagte Feldmeier. Lipide schützen die Boten-RNA (mRNA), die dem Körper die Informationen zur Herstellung des Antigens überträgt, vor dem Abbau und tragen dazu bei, dass sie die Zellen erreichen.

Feldmeier verglich die Lipide mit Lithium-Ionen-Batterien, die für Elektroautos benötigt werden. „Eigentlich könnte man viel mehr Autos bauen, wenn es mehr Lithium-Ionen-Batterien gäbe“, sagte er. Der Hauptengpass für die Produktion bestehe darin, eine bisherige Nischentechnologie zu vergrößern und an mehreren Standorten zu duplizieren. „Jetzt kommt ein Upscaling in völlig neue Dimensionen." 

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