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Projekt Ionity Shell steigt in Schnelllade-Projekt für E-Autos ein

Der Angst, mit dem E-Auto liegenzubleiben weil der Akku leer ist, wollen die deutschen Autobauer mit dem Aufbau eines Schnellladenetzes entgegenwirken. Shell hat sich jetzt dem Gemeinschaftsprojekt Ionity angeschlossen.

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So weit kommen Elektroautos mit einer Akkuladung
In Deutschland gibt es immer mehr Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. In knapp 1000 Städten und Gemeinden finden sich mittlerweile öffentliche zugängliche Ladepunkte. Es sollen noch mehr werden. Bei den Reichweiten, die die aktuellen Modelle mit einer Akkuladung packen, ist das auch notwendig. Mit welchen Elektroautos Sie am weitesten kommen. Anmerkung: Damit die Werte vergleichbar sind, werden hier die Reichweiten mit Normverbrauch angegeben. Die reale Reichweite liegt in der Regel darunter. Quelle: dpa
Platz 10: Nissan Leaf (2016) Quelle: REUTERS
Platz 9: Hyundai Ioniq Electric Quelle: Hyundai
Platz 8: VW e-Golf Quelle: Volkswagen
Platz 7: BMW i3 Quelle: BMW
Platz 6: Tesla Model 3 Quelle: REUTERS
Platz 5: Nissan Leaf (2018) Quelle: Nissan

Shell kooperiert mit den deutschen Auto-Herstellern beim Aufbau von Schnellladestationen für Elektro-Fahrzeuge. Der britisch-niederländische Öl-Konzern schloss sich am Montag dem Gemeinschaftsprojekt Ionity von BMW, Daimler, Volkswagen und Ford an. Shell plant im Jahr 2019 in mehreren europäischen Ländern zunächst mit Schnellladestationen an 80 Autobahnen.

Zuletzt hatte bereits der österreichische Öl-Konzern OMV mitgeteilt, seine Tankstellen für Elektroautos aufrüsten zu wollen. Ionity plant in Europa bis 2020 rund 400 solcher Lademöglichkeiten. In Deutschland kooperiert Ionity mit der Autobahn-Servicefirma Tank und Rast.

Mit dem ersten paneuropäischen Ladenetz werde die Elektromobilität langstreckentauglich, erklärte Ionity-Chef Michael Hajesch Anfang November, als die Firma den Geschäftsbetrieb aufnahm. "Die Gründung von Ionity ist ein wichtiger Meilenstein, der zeigt, dass die Automobilhersteller ihre Kräfte dazu bündeln."

Technische Hintergründe zu Akkus

Die Autobauer schaffen so eine wichtige Voraussetzung, damit die vielen von ihnen im kommenden Jahrzehnt angekündigten Modelle Abnehmer finden. Das "Henne-Ei-Problem", dass Elektroautos kein Massenprodukt werden können ohne Ladeinfrastruktur, und andererseits die Autobauer wegen fehlender Ladestellen mit der Entwicklung der Stromer zögerten, wird damit bald gelöst.

Allerdings werden noch viel mehr Ladestationen gebraucht, damit Autos mit Strom so einfach aufgeladen werden können wie mit Sprit. Die von der Bundesregierung ins Leben gerufene "Nationale Plattform Elektromobilität" (NPE) hält 2020 etwa 70.000 öffentliche Ladepunkte sowie 7100 Schnellladestationen in Deutschland für nötig. Derzeit gibt es nach Daten des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft knapp 11.000 Ladepunkte.

An den Ladesäulen von Ionity könnten die Batterien mit einer Leistung von bis zu 350 Kilowattstunden aufgeladen werden - markenunabhängig dank eines Einheitssteckers, wie die Unternehmen weiter mitteilten. Vor knapp einem Jahr zur Ankündigung des Projekts hieß es, das solle nicht länger als eine Kaffeepause dauern. Für das kommende Jahr hat sich das Gemeinschaftsunternehmen vorgenommen, auf mehr als 100 Stationen zu kommen, die jeweils mit rund 120 Kilometern Abstand an Strecken stehen sollen.

Zur Höhe der Investitionen äußerten sich die Unternehmen nicht. Experten schätzen die Kosten auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Die Autobauer setzen darauf, dass sich noch weitere Hersteller dem Joint Venture anschließen und die Kosten teilen. Zudem liefen Gespräche über staatliche Fördermittel, erklärte ein Porsche-Sprecher. Die Bundesregierung wollte den Aufbau von Ladeinfrastruktur mit 300 Millionen Euro bezuschussen.

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