Qualität aus Baden-Württemberg: Das sind die Top-Konzerne aus dem Südwesten
Platz 25: Hugo Boss (Metzingen)
Baden-Württemberg kleidet die Wirtschaftswelt ein: Zunächst kümmerte sich der Metzinger Modekonzern Hugo Boss mit seiner Berufsbekleidung um die Arbeiter, nach dem Zweiten Weltkrieg sorgte er mit Herren-Anzügen für den richtigen Look in den Chefetagen. Erst ab Ende der 1990er Jahre führte Boss auch Damenmode ein und hat sich mit Linien wie Boss Orange und Boss Green vom Business- auch auf den Freizeit- und Sportbereich ausgedehnt. Damit erwirtschaftete „Boss“ Claus-Dietrich Lahrs (Foto) vergangenes Jahr 2,3 Milliarden Euro. Im heimischen Metzingen und rund um die Welt beschäftigt Hugo Boss 11.900 Mitarbeiter.
Platz 24: M+W Group (Stuttgart)
Ursprünglich Meissner + Wurst, heute nur noch M+W: Mit dem Bau von Fabriken für Halbleitertechnik, Flachbildschirme oder Fotovoltaikanlagen machte das Unternehmen aus Stuttgart vergangenes Jahr einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. 7.700 Mitarbeiter erwirtschafteten diesen Betrag.
Platz 23: SEW-Eurodrive (Bruchsal)
Seit 1931 stellt SEW Eurodrive im badischen Bruchsal Getriebe und Motoren her. Antriebsautomatisierung ist die Spezialität der 15.000 Mitarbeiter, dabei sind die ehemaligen Süddeutschen Elektromotoren-Werke weltweit führend. Vergangenes Jahr setzte das Unternehmen 2,5 Milliarden Euro um.
Platz 22: Dürr (Bietigheim-Bissingen)
Bekommen Autos ihren Lack, dann kommen meist die Großserienlackierereien der Dürr AG zum Einsatz. Damit verbuchte das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen vergangenes Jahr rund 2,6 Milliarden Euro. Diesen Betrag will Dürr bis Ende dieses Jahres steigern. Die Auftragsbücher seien so gut gefüllt, dass die Stellen der 7.700 Mitarbeiter bis weit ins Jahr 2014 hinein gesichert seien. Rund die Hälfte seiner Aufträge sammelt Dürr in den aufstrebenden Schwellenländern ein. Während andere Unternehmen in Brasilien mit dem flauen Investitionsklima zu kämpfen haben, berichten die Schwaben dagegen über eine starke Marktentwicklung in dem südamerikanischen Land.
Platz 21: Mann + Hummel (Ludwigsburg)
Der Umsatz ist zwar genau so groß, wie beim weiter hinten platzierten Anlagenbauer Dürr, dafür beschäftigt das Ludwigsburger Unternehmen Mann + Hummel jedoch deutlich mehr Mitarbeiter: 14.400 Beschäftigte stellen unter anderem Flüssigkeits- und Luftfiltersysteme, Ansaugsysteme und Innenraumfilter her. Bei solchen Geräten, die Wasserfiltrationsanlage auf dem Foto, ist Mann + Hummel Weltmarktführer.
Platz 20: Stihl (Waiblingen)
Bei den Stihl-Timbersports-Weltmeisterschaften in Stuttgart zeigen nicht nur die Teilnehmer ihr Können, sondern auch die Motorsägen des Waiblinger Unternehmens Stihl. Während die Wettkämpfer zuletzt im Oktober wieder Gas gaben, legte der Weltmarktführer bei Motorsägen im Geschäft dieses Jahr eine schwache Leistung hin. Durch den langen Winter auf der Nordhalbkugel haben sich die Menschen dieses Jahr erst später an die Gartenarbeit gemacht, wodurch auch das Frühjahrsgeschäft später gestartet ist. Hinzu kamen die Sparanstrengungen im Euroraum, die öffentliche Ausgaben und privaten Konsum bremsten. Daher erwartet Stihl nur ein geringes Wachstum der 2,8 Milliarden Euro, die 2012 durch 12.300 Mitarbeiter erwirtschaftet wurden.
Platz 19: Eberspächer (Esslingen)
Ein schwächeres Wachstum in Asien und die Schuldenkrise in Europa sorgen dafür, dass die Autohersteller ihre Modelle nur mühsam loswerden. Das schlechtere Autogeschäft trifft auch Automobilzulieferer wie Eberspächer. Der Weltmarktführer in Abgastechnik und Standheizungen aus Esslingen konnte seinen Umsatz vergangenes Jahr zwar auf 2,8 Milliarden Euro steigern, der Gewinn ging jedoch auf 71,5 Millionen Euro zurück. Das Unternehmen reagiert und will 300 Arbeitsplätze im Saarländer Werk in Neunkirchen abbauen. Insgesamt waren 2012 rund 7.700 Menschen im Unternehmen beschäftigt.
Platz 18: Wieland-Werke (Ulm)
Mit Kupfer schwangen sich die Ulmer Wieland-Werke zum Weltmarktführer hinauf. Ihre Halbfabrikate aus Kupfer und Kupferlegierungen, sowie ihre hochbelastbaren Buchsen für Verbrennungsmotoren sind weltweit gefragt. Die 6.400 Mitarbeiter erwirtschafteten vergangenes Jahr 2,9 Milliarden Euro.
Platz 17: Getrag (Untergruppenbach)
Bei Doppelkupplungs- und konventionellen Getrieben ist das Untergruppenbacher Unternehmen Getrag weltweit führend. Die 12.800 Mitarbeiter der ursprünglichen „Getriebe- und Zahnradfabrik Hermann Hagenmeyer AG“ trugen vergangenes Jahr drei Milliarden Euro an Umsatz zusammen. Wachstumsmöglichkeiten sieht der Hersteller vor allem im Automatikbereich. Da in Nordamerika und Japan automatische Getriebe seit langem etabliert sind und auch die Chinesen mehr automatische Getriebe nachfragen, geht das Unternehmen davon aus, dass auch Europa demnächst bei der Nachfrage nachziehen wird.
Platz 16: Tognum (Friedrichshafen)
Wenn es um Motoren und Antriebsgetriebe für Geräte und Maschinen abseits der Straße geht, dann ist das Friedrichshafener Unternehmen Tognum international die Nummer eins. Die 10.500 Mitarbeiter sorgten 2012 für 3,1 Milliarden Euro Umsatz. Tognum geht davon aus, dieses Niveau auch dieses Jahr halten zu können.
Platz 15: Behr (Stuttgart)
Der Stuttgarter Spezialist für Autoklimaanlagen und Motorkühlung Behr beschäftigte vergangenes Jahr 17.300 Mitarbeiter und erzielte 3,6 Milliarden Euro. Seit Mai 2013 gehört das Unternehmen zum ebenfalls in Stuttgart sitzenden Automobilzulieferer Mahle. Übernahmepläne gab es bereits seit 2010, doch die Verhandlungen stockten, als die EU wegen Verdacht auf Preisabsprachen gegen Behr ermittelt hatte.
Platz 14: ZF Lenksysteme (Schwäbisch Gmünd)
Mit seiner Lenkungstechnik steuerte ZF Lenksysteme in Richtung Weltmarktführerschaft. Das Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und ZF Friedrichshafen aus Schwäbisch Gmünd beschäftigt 12.700 Mitarbeiter, die vier Milliarden Euro Umsatz erwirtschafteten.
Platz 13: Carl Zeiss (Oberkochen)
Die Ursprünge des Optikkonzerns Carl Zeiss liegen zwar in Jena, die Konzernzentrale liegt jedoch im schwäbischen Oberkochen. Die US-Truppen, die am Ende des Zweiten Weltkriegs kurzzeitig das sächsische Jena besetzt hatten, zwangen bei ihrem Abzug nach Baden-Württemberg zahlreiche Spezialisten sowie die Geschäftsführung mitzukommen. Dort blieben sie und führten das Traditionsgeschäft weiter. Auch heute sind Carl-Zeiss-Produkte noch weltweit gefragt und geachtet: Mit seinen Objektiven, Beleuchtungssystemen und Brillengläsern erwirtschafteten die 24.300 Mitarbeiter vergangenes Jahr 4,2 Milliarden Euro.
Platz 12: Voith (Heidenheim)
Während die Pendler früher in der Bahn mit Büchern oder Zeitungen saßen, haben sie heutzutage stattdessen immer öfter einen Tablet-PC in der Hand. Die Digitalisierung lässt den Papierverbrauch schrumpfen, was dem Heidenheimer Unternehmen Voith zu schaffen macht. Außer in Wasserkraftanlagen, ist Voith auch Weltmarktführer in Papiermaschinen. Vergangenes Jahr erzielte das Unternehmen mit seinen 42.300 Mitarbeitern rund 5,7 Milliarden Euro. Von denen sollen in der Papiersparte bis September 2014 rund 560 entlassen werden. Der Papiermarkt in China wachse zwar, aber das reiche nicht aus, um die Einbußen in Europa auszugleichen.
Platz 11: Mahle (Stuttgart)
Überdimensionierte Motorkolben stehen vor der Stuttgarter Konzernzentrale des Automobilzulieferers Mahle. Bei Kolbensystemen, Zylinderkomponenten, Ventiltrieb-, Luft-, und Flüssigkeitsmanagementsystemen ist das Unternehmen weltweit führend. 2012 beschäftigte es 48.000 Mitarbeiter und verbuchte einen Umsatz von 6,2 Milliarden Euro. In der ersten Jahreshälfte 2013 fiel der Umsatz jedoch niedriger aus als im Vorjahreszeitraum. Dies liege vor allem daran, dass die Regierungen in den Absatzmärkten Japan und Brasilien ihre Währungen abwertetet haben. In der zweiten Jahreshälfte will Mahle aufholen und mit dem Umsatz auf dem Vorjahresniveau liegen.
Platz 10: Freudenberg (Weinheim)
Ob Auto- Maschinenbau-, Telekommunikations- oder Textilindustrie: Die Weinheimer Freudenberg-Gruppe ist in zahlreichen Branchen aktiv. Weltweit führend ist sie in Dichtungs- und Schwingungstechnik. Ihre 37.500 Mitarbeiter fuhren vergangenes Jahr 6,3 Milliarden Euro ein. Dieses Jahr will das Unternehmen weiter wachsen und setzt dabei vor allem auf das Geschäft in Asien und den USA. Außerdem kauft Freudenberg in den Wachstumsmärkten kräftig hinzu und hat dabei die Bereiche Chemische Oberflächenbehandlung, Medizintechnik, Öl und Gas, Industriefilter und Schwingungstechnik im Blick. Insgesamt hat der Konzern für 2013 rund 300 Millionen Euro an Investitionen geplant, davon 30 Prozent in Deutschland.
Platz 9: Südzucker (Mannheim /Ochsenfurt)
Ein Mitarbeiter läuft auf dem Werksgelände von Südzucker im unterfränkischen Ochsenfurt an einem Berg von Zuckerrüben vorbei. Er ist einer von 17.900 Menschen, die Europas größter Zuckerkonzern vergangenes Jahr beschäftigt hat. Der Umsatz betrug 7,9 Milliarden Euro und soll dieses Jahr immerhin leicht wachsen. In der ersten Jahreshälfte ging der Erlös jedoch zurück, auch der Gewinn brach ein. Schuld seien Exportrückgänge bei Zucker, hohe Rübenpreise bei gleichzeitig niedrigen Zuckerpreisen und die Kosten der Übernahme des britischen Biosprit-Herstellers Ensus.
Platz 8: Liebherr (Biberach)
In einigen deutschen Haushalten stehen Kühlschränke von Liebherr, ganz groß ist das Biberacher Unternehmen aber bei den ganz großen Maschinen: Bei All-Terrain-Kränen, Hafenkränen, Mobil- und Raupenkränen ist Liebherr Weltmarktführer. 9,1 Milliarden Euro setzte das Unternehmen vergangenes Jahr damit um und beschäftigte 37.800 Mitarbeiter.
Platz 7: Adolf Würth (Künzelsau)
Das Künzelsauer Unternehmen Adolf Würth handelt mit Montage- und Befestigungsmaterial, wie etwa Schrauben. Nachdem der Umsatz 2012 auf 10 Milliarden Euro anstieg, gibt sich der Großhändler nun trotz schwierigem Marktumfeld optimistisch. Denn in einzelnen Branchen wie bei den Baumaschinen-Herstellern und in der Elektronik-Branche gehe es wieder aufwärts. In der Autobranche sei die Lage hingegen weiterhin schwierig.
Platz 6: Porsche (Stuttgart)
Den größten Erfolg feiert Sportwagenhersteller Porsche derzeit in den USA und baut kräftig aus: Allein im Leipziger Macan-Werk hat das Stuttgarter Unternehmen rund 700 neue Stellen geschaffen. Vergangenes Jahr erwirtschafteten 17.500 Mitarbeiter rund 13,9 Milliarden Euro, dieses Jahr soll der Umsatz weiter steigen. Allerdings stagnierte der Gewinn im ersten Halbjahr aufgrund der getätigten Investitionen.
Platz 5: HeidelbergCement (Heidelberg)
Bei Baustoffen – vor allem Zement und Beton – ist HeidelbergCement führend. 16,2 Milliarden Euro flossen vergangenes Jahr in die Kassen des 52.000 Mitarbeiter starken Unternehmens. Dieses Jahr sollen Umsatz und Gewinn dank Preiserhöhungen und Sparprogrammen steigen.
Platz 4: SAP (Walldorf)
Bürosoftware von SAP gehört zum Standard in vielen westlichen Unternehmen – das soll sich auch in China durchsetzen. Das Walldorfer Unternehmen investiert bis 2015 rund zwei Milliarden Euro im Reich der Mitte, die Belegschaft hat es dort bereits auf 4.200 Mitarbeiter verdoppelt. Insgesamt arbeiten 64.400 Menschen für den Software-Riesen, die 16,2 Milliarden Euro an Umsatz einfuhren.
Platz 3: ZF Friedrichshafen (Friedrichshafen)
Die einstige Zahnradfabrik Friedrichshafen – heute ZF Friedrichshafen – ist heute Weltmarktführer in zahlreichen Bereichen der Antriebs- und Fahrwerktechnik. 2012 konnten die 74.800 Mitarbeiter den Umsatz auf 17,4 Milliarden Euro steigern – der operative Gewinn ging jedoch zurück. Das liege nicht nur an den schwächelnden Automärkten in Europa und in Schwellenländern, sondern auch an Problemen im neuen Geschäftsfeld Windenergie, mit denen Chef Stefan Sommer (Foto) zu kämpfen hat.
Platz 2: Robert Bosch (Gerlingen)
Das Fotovoltaikgeschäft war ein Fehlgriff für Bosch, die Produktion am Solarstandort Arnstadt wird zum Jahresende eingestellt. In den anderen Sparten ist der Weltmarktführer für Elektrowerkzeuge und mikromechanischen Sensoren fürs Auto derweil auf Wachstumskurs. 52,5 Milliarden setzte das Unternehmen vergangenes Jahr um und beschäftigte 305.900 Mitarbeiter.
Platz 1: Daimler (Stuttgart)
Der Mercedes-Stern leuchtet mit einem Umsatz von 114,3 Milliarden Euro an der Spitze der Liste aller Weltmarktführer in Baden-Württemberg. Der Stuttgarter Autobauer Daimler gehört zwar zu den weltweit führenden Premiumherstellern in der Automobilbranche – liegt allerdings hinter der Konkurrenz von BMW und Audi in Bayern. Die Wachstumsstrategie 2020 soll das ändern und das 275.100 Mitarbeiter starke Unternehmen wieder zur Nummer eins im Premiumsegment machen. Dazu führt der Konzern unter anderem eine Reihe neuer Mercedes-Modelle ein, die den Absatz ankurbeln sollen.