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Qualitätsprobleme Telekom setzt Nokia als 5G-Zulieferer unter Druck

Telekom erhöht wegen 5G Druck auf Nokia Quelle: REUTERS

Der Telekom gehen auf der Suche nach Zulieferern für das 5G-Netz offenbar die Alternativen aus. Huawei steht unter Spionageverdacht, bei Nokia soll es Qualitätsprobleme geben.

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Der Deutschen Telekom gehen auf der Suche nach guten und zuverlässigen Ausrüstern für den Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes offenbar die Alternativen aus. Der chinesische Zulieferer Huawei steht unter Spionageverdacht und wird vielleicht von Staats wegen vom Aufbau der wichtigen Infrastruktur ausgeschlossen. Dazu gibt es auch noch Qualitätsprobleme beim finnischen Netzwerk-Ausrüster Nokia, wie aus Dokumenten der Telekom hervorgeht, die Reuters vorliegen. Doch weil ansonsten eigentlich nur noch der schwedische Ericsson-Konzern als Zulieferer übrig bliebe, will die Telekom Nokia noch eine Chance geben. Einem Insider zufolge hat sie die Finnen aufgefordert, ihre Leistungen zu verbessern, um ihre Chancen auf Aufträge beim Bau des neuen Netzes zu wahren.

Die Telekom hat Nokia bereits als Ausrüster für ihre Funknetze bis auf eine Ausnahme in allen Märkten Europas fallen lassen, laut einem Insider und Dokumenten, die von Managern des Einkaufsteams der Telekom für interne Treffen und Gespräche mit Nokia zwischen Juli und November 2019 erstellt wurden. Begründet wird das damit, dass Nokia in der Vergangenheit die schlechtesten Leistungen aller Ausrüster gezeigt habe. Mit diesem Befund wurde Nokia-Chef Rajeev Suri bei einem Treffen im Juli konfrontiert. Nokia „muss zulegen“, heißt es in einer Unterlage zu dem Treffen. Im November gab es dann Zusicherungen von Nokia, wie aus einer weiteren Notiz hervorgeht.

Die Telekom will sich nun zügig entscheiden: Nach der Branchen-Messe in Barcelona Ende des Monats soll dem Vorstand dem Insider und den Dokumenten zufolge eine aktualisierte Strategie vorgelegt werden, welche Anbieter nun Ausrüstung für das 5G-Netzwerk liefern sollen.

70 Prozent Huawei, 30 Prozent Ericsson

In der Vergangenheit hatte die Telekom beim Aufbau ihrer Netze in Deutschland auf Nokia und Huawei gesetzt. Antennen und Basis-Stationen für das Mobilfunk-Netz stammten zu gleichen Teilen von den Konzernen. Qualitätsprobleme bei den Finnen sorgten dann dafür, dass ihr Anteil an den Ausgaben für die deutschen Netze auf 30 Prozent schrumpfte. Ende 2017 brachte der Konzern Ericsson ins Spiel. Im vergangenen Jahr wurde drei Insidern zufolge erwogen, Huawei als Hauptlieferant zu behalten. Rund 70 Prozent der Investments für das 5G-Netzwerk sollten an die Chinesen fallen, 30 Prozent an Ericsson. Das jährliche Einkaufsvolumen bei Nokia in Europa und den USA halbierte sich zwischen 2016 und 2018, wie die Dokumente zeigen.

Doch dieser Lieferantenaufteilung machte die Debatte um Huawei einen Strich durch die Rechnung. Dem weltgrößten Telekom-Ausrüster wird eine zu große Nähe zur kommunistischen Regierung in Peking vorgehalten. Kritiker sehen durch die Technik des Konzerns Möglichkeiten für Spionage und Sabotage. Das Unternehmen hat das immer wieder zurückgewiesen. Die Huawei-Technik gilt als gut und ist meist günstiger als die der Konkurrenz. Die Bundesregierung hat noch keine Entscheidung gefällt, ob Huawei in Deutschland wie in den USA von Verträgen zum 5G-Aufbau wegen der Sicherheitsbedenken ausgeschlossen werden soll. Die Telekom hatte im Dezember Gespräche mit Huawei über die Lieferung von Ausrüstung für die 5G-Netze ausgesetzt.

Mehr-Zulieferer-Strategie

Deshalb wird es für die Telekom schwer, Nokia die kalte Schulter zu zeigen. Der Konzern würde immer stärker abhängig von der einzigen europäischen Alternative - dem schwedischen Ausrüster Ericsson. „Wie wir schon oft gesagt haben, verfolgen wir eine Mehr-Zulieferer-Strategie, um uns nicht auf einen einzigen Anbieter verlassen zu müssen. Das ist ein grundlegendes Element unserer Sicherheitsphilosophie“, erklärte die Telekom. Im Oktober sprach sich deshalb den Dokumenten zufolge die Telekom-Spitze dafür aus, Nokia eine weitere Chance zu geben. Man brauche Nokia als Wettbewerber für Ericsson für den Fall „geopolitischer Entwicklungen“, hieß es damals in einer Präsentation - ein möglicher Hinweis auf den Streit um Huawei. Der südkoreanische Konzern Samsung, ein Newcomer auf dem Markt, könne höchstens mittelfristig eine Rolle spielen.

„Als einer der wichtigen europäischen Hersteller ist Nokia für uns von strategischer Bedeutung“, betonte ein Telekom-Sprecher. „Aber einzelne Vertragsbeziehungen und strategische Einkaufsentscheidungen werden wir wie auch in der Vergangenheit nicht öffentlich kommentieren.“ Nokia-Chef Suri wollte sich nicht konkret äußern. Am Rande der Bilanz-Pressekonferenz sagte er zu Reuters, das Verhältnis zur Deutschen Telekom sei stark. „Sie sind einer unserer bedeutendsten Kunden in Europa und den USA.“

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