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Quartalszahlen HeidelbergCement profitiert von Konjunktur und Euro

Das stärkere Wachstum in den USA und Westeuropa sowie die Euro-Schwäche haben dem Baustoffkonzern HeidelbergCement im ersten Quartal zu einem kräftigen Gewinnanstieg verholfen.

Das stärkere Wachstum in den USA und Westeuropa sowie die Euro-Schwäche haben dem Baustoffkonzern HeidelbergCement im ersten Quartal zu einem kräftigen Gewinnanstieg verholfen. Das operative Ergebnis stieg von Januar bis März um rund 180 Prozent auf 41 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte betrug das Plus immer noch 108 Prozent. Nach Steuern fiel in dem für die Bauindustrie traditionell schwachen ersten Quartal ein Verlust von 80 Millionen Euro an. Im Vorjahresquartal hatte das Minus 108 Millionen Euro betragen.

Das erste Quartal habe den Vorstand in seiner Erwartung für das laufende Jahr bestärkt, erklärte Vorstandschef Bernd Scheifele. Nach oft nur einstelligen Zuwächsen in der Vergangenheit sollen Umsatz, operatives Ergebnis und Jahresüberschuss auf vergleichbarer Basis deutlich steigen - um mehr als zehn Prozent. Neben der robusten Konjunktur, die die Bauwirtschaft ankurbelt, verschafften der gesunkene Ölpreis und der schwächere Euro zusätzlichen Rückenwind.

Die wichtigsten Zementhersteller der Welt
In der Zementindustrie bahnt sich eine denkwürdige Fusion an: Die beiden Hersteller Lafarge und Holcim wollen sich zusammenschließen. Es soll eine Partnerschaft unter gleichen werden. Schon jetzt zählen die beiden Unternehmen zu den größten in der Zementindustrie: Nach Angaben von Statista haben sie im vergangenen Jahr den meisten Umsatz erzielt. Handelsblatt Online listet die Kennzahlen der beiden Firmen und die wichtigsten Konkurrenten des künftigen Großkonzerns nach Umsatz auf. Quelle: dpa/Picture Alliance
HolcimUmsatz 2013: 16,1 Milliarden EuroDer Schweizer Zementhersteller existiert bereits seit 1912. Heutzutage hat Holcim sein Geschäft in mehr als 70 Länder ausgeweitet. Als Kernbereiche gelten die Geschäfte mit Zement, Kies und Beton. Gemessen am Umsatz, ist Holcim derzeit der größte Zementproduzent der Welt. Die geplante Fusion sichert diesen Status weiter ab. Quelle: REUTERS
Lafarge GroupUmsatz 2013: 15,2 Milliarden EuroDie französische Lafarge Gruppe erzielte im vergangenen Jahr nur etwas weniger Umsatz als ihr künftiger Partner. Das Unternehmen bezeichnet sich auf seiner Webseite als die Nummer eins im Zementgeschäft. Mehr als zwei Drittel des Portfolios der Gruppe bestehen demnach aus dem Handel mit dem Baustoff. Lafarge ist nach eigenen Angaben in 64 Ländern unterwegs. Die Fusion mit dem bisherigen Konkurrenten aus der Schweiz hat auch Auswirkungen auf den Namen: Künftig firmieren die beiden Branchenführer unter dem Namen LafargeHolcim. Quelle: dpa
Heidelberg CementUmsatz 2013: 13,9 Milliarden EuroDie Konkurrenz kann bei diesen Zahlen kaum mithalten. Der noch gefährlichste Rivale der beiden Konzerne kommt aus Heidelberg. Der Dax-Konzern mischt seit der Übernahme von Hanson 2007 im oberen Segment der Zementhersteller mit. Heidelberg Cement ist in 40 Ländern aktiv, in vielen davon nach eigener Aussage auch Marktführer. Das könnte sich mit der Fusion seiner ärgsten Konkurrenten ändern. Quelle: AP
CemexUmsatz 2013: 11,1 Milliarden EuroDie Mexikaner produzieren bereits seit 1906 Zement und haben inzwischen mehr als 50 Produktionsstätten auf der ganzen Welt. Am meisten Zement verkauft Cemex in Mexiko, rund ein Drittel seiner Geschäfte macht der Konzern dort. Wichtig ist auch das US-Geschäft, das etwa ein Viertel des Umsatzes ausmacht. Der mexikanische Konzern wollte eigentlich Beteiligungen mit Holcim tauschen. Während Cemex die Holcim-Tochter Csesko kaufen wollte, wollte der Schweizer Konzern die Geschäftsteile der Mexikaner in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden übernehmen. Ob das Geschäft durch die anstehende Fusion gefährdet ist, ist bisher nicht bekannt. Allerdings hatten die Wettbewerbshüter ohnehin schon Bedenken angemeldet. Quelle: dpa
Anhui Conch CementUmsatz 2013: 6,6 Milliarden EuroMit deutlichem Abstand im Ranking der wichtigsten Zementhändler der Welt folgt Anhui Conch Cement. Das chinesische Unternehmen existiert zwar erst seit 1997, hat sich in dieser Zeit aber schnell einen Namen gemacht. Experten gehen davon aus, dass die Fusion von Lafarge und Holcim auch als Schutz vor der aufstrebenden Konkurrenz aus China dienen soll. Quelle: dpa
ItalcementiUmsatz 2013: 4,2 Milliarden EuroDer italienische Konzern selbst bezeichnet sich als fünftgrößten Zementhersteller weltweit. Gerankt nach dem Umsatzzahlen von Statista, kommt er aber lediglich auf den sechsten Rang. Italcementi betreibt sein Geschäft in 22 Ländern auf vier Kontinenten. Der sei 1864 agierende Konzern ist bis heute im Besitz der Familie Pesenti. Derzeit führt Carlo Pesenti (Bild) die Geschicke des Unternehmens. Von der Bekanntgabe der Fusion seiner beiden Konkurrenten konnte Italcementi übrigens profitieren: Die Aktien stiegen, weil Händler mit Preiserhöhungen in der Branche rechnen. LafargeHolcim muss zudem eventuell einige Geschäftsteile aufgeben, um die Zusammenarbeit von den Kartellbehörden genehmigt zu bekommen. Quelle: imago

Die Kurpfälzer lieferten vor allem mehr Zuschlagstoffe wie Sand und Kies sowie mehr Asphalt aus, während der Zementabsatz im ersten Quartal um ein Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückging. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, bereinigt um Währungs- und Sondereffekte belief sich das Plus immer noch auf vier Prozent. Die operative Rendite vor Abschreibungen kletterte um anderthalb Prozentpunkte auf 10,6 Prozent vom Umsatz.

Dank der Einnahmen aus dem Verkauf des Bauproduktegeschäfts und Sparprogrammen lag die Nettoverschuldung im ersten Quartal mit 6,1 Milliarden Euro im Zielbereich. HeidelbergCement war jahrelang damit beschäftigt, den mit einer Übernahme 2007 aufgetürmten Schuldenberg abzubauen. Nun will das Management zur Investorenkonferenz im Juni neue Ziele präsentieren, denn die verbesserte Finanzlage verschafft Spielraum für Zukäufe und mehr Investitionen.

Preisabsprachen der Zementhersteller

HeidelbergCement muss sich bald gegen einen übermächtigen Rivalen behaupten: Die Elefantenhochzeit der Konkurrenten Lafarge aus Frankreich und Holcim aus der Schweiz kann bald gefeiert werden, da am Freitag mit der erwarteten Zustimmung der Holcim-Aktionäre voraussichtlich eine wichtige Hürde überwunden wird. Der neue Weltmarktführer wird einen etwa doppelt so hohen Umsatz haben wie HeidelbergCement.

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