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Rauchende Batterien Die Pannenserie von Boeings Dreamliner 787

Hoffnungsträger, Prestigeobjekt, Cash-Cow. Was sollte der Dreamliner für Boeing nicht alles sein. Mit drei Jahren Verspätung wurde die erste Maschine ausgeliefert. Seit dem gibt es immer wieder Pannen. Die Geschichte des Boeing 787 in Bildern.

14. Januar 2014Und wieder qualmen die Batterien des Superfliegers. In Tokio wurde in einer Maschine der Japan Airlines während der Vorbereitungen auf den Flug Rauch entdeckt. Ursache sind wohl einmal mehr die acht Batteriezellen. Die nach den massiven Problemen vorgenommenen Verbesserungen verhinderten aber wohl ein Ausbreiten des Problems. Passagiere waren noch keine an Bord. Anfang des vergangenen Jahres hatte es wegen gravierender Probleme mit Batteriezellen ein Flugverbot für das Modell gegeben. Die Boeing-Aktie erholte sich zuletzt etwas von ihren frühen Verlusten von mehr als zwei Prozent, führte aber immer noch die Verlierer-Liste im Dow Jones mit einem Abschlag von gut einem Prozent an. Quelle: dpa
23. November 2013Die japanische Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) ersetzt 787-Dreamliner nach einer Boeing-Warnung vor Eisbildung auf zwei Strecken durch andere Maschinen. Der US-Flugzeugbauer hatte seine Kunden über ein Problem mit der Bildung von Eiskristallen in Triebwerken informiert, die - wie bei einem Teil der 787-Dreamliner - von General Electric (GE) hergestellt sind. Maschinen, die mit diesen Triebwerken ausgerüstet seien, sollten sich daher bei Flügen in großer Höhe von Gewittern fernhalten, die eine solche Kristallbildung begünstigen könnten, zitierte Bloomberg aus einer Boeing-Erklärung. JAL entschied sich vorsichtshalber, vorläufig auf den Strecken von Tokio nach Neu Delhi sowie Singapur auf Dreamliner zu verzichten. Quelle: REUTERS
4. November 2013Schon wieder gibt es Probleme bei Boeings Flaggschiff - diesmal riss eine Windschutzscheibe und ein Bremssystem sendete einen falschen Alarm. Der Flug von London ins indische Delhi am Montag habe wegen blinkender Warnleuchten in der Boeing 787 notlanden müssen, sagte eine Sprecherin der betroffenen Fluggesellschaft Air India. Doch tatsächlich seien die Bremsen des Langstreckenfliegers in Ordnung gewesen. Am Tag zuvor war ein Riss in einer Windschutzscheibe eines Dreamliners der gleichen Fluggesellschaft entdeckt worden. Ein Ersatzglas sei zum Landeflughafen in Melbourne in Australien gebracht worden, sagte die Sprecherin weiter. Quelle: AP
16. OktoberEine Boeing 787 hat in Indien während des Flugs von Delhi nach Bangalore unbemerkt eine Rumpfplatte verloren, wie jetzt bekannt wurde. Die Zeitung „Mumbai Mirror“ berichtete, nach der Landung am Samstag habe ein drei Quadratmeter großes Loch zwischen dem Fahrgestell im Rumpf geklafft. Die Piloten und 148 Passagiere hätten nichts bemerkt. Erst als das Flugzeug für den nächsten Start vorbereitet wurde, sei der Schaden aufgefallen. Und trotz einer groß angelegten Suchaktion habe die Platte zunächst weder an der Startbahn in Delhi noch an der Landebahn in Bangalore gefunden werden können. „Eine herausfallende Platte ist bedenklich“, zitiert die Zeitung „Bangalore Mirror“ den Flugexperten Vipul Saxena. Die Stabilität des Flugzeugs könnte dadurch beeinträchtigt werden. Laut den Berichten hätten sich die Nieten gelöst, deswegen sei die Platte wahrscheinlich während des Flugs abgefallen. Im Innenraum habe es keine Beschädigung gegeben. Die indische Flugaufsichtsbehörde ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an. Quelle: dpa
10. OktoberWegen einer defekten Toilettenspülung hat eine Boeing 787 auf dem Flug von Moskau nach Tokio umdrehen müssen. Wie die Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) bekanntgab, hob der Dreamliner mit 151 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord am späten Vorabend in Moskau ab. Rund 2200 Kilometer nordöstlich der russischen Hauptstadt seien dann die Probleme mit den Toiletten und auch mit Heizgeräten für die Speisen entdeckt worden. Daraufhin kehrte die Maschine wieder um. Ursache für die Probleme sei wohl das Elektrizitätssystem. Ein Zusammenhang mit den Batterien des Flugzeuges gebe es aber nicht. Eine weiterer Dreamliner von JAL musste am selben Tag schon bald nach dem Start zum kalifornischen Flughafen San Diego International Airport zurückkehren, weil ein Alarmsignal einen Ausfall der Enteisungsanlage an den rechten Triebwerken angezeigt hatte. Quelle: REUTERS
29. SeptemberEin Dreamliner der polnischen Airlines LOT musste auf dem Weg von Toronto nach Warschau einen außerplanmäßigen Stop in Island einlegen. Die Maschine landete in Reykjavik, nachdem Norwegen das Durchqueren seines Luftraums untersagt hatte, weil die Maschine Probleme mit dem Identifikationssystem hatte. Dieses System sendet Informationen an die Fluglotsen, die den Luftverkehrsraum überwachen. LOT musste die gestrandeten Passagiere mit zwei anderen Flugzeugen weitertransportieren. Die polnische Airline hat fünf Dreamliner in Betrieb. Wegen des monatelangen Verzögerungen und anhaltenden Probleme ist die Airline bereits in Gesprächen mit Boeing über Kompensationszahlungen. Jeder Ausfalltag kostet die Polen 50.000 Dollar. Quelle: REUTERS
6. SeptemberFür den Billigflieger Norwegian sind mit dem Dreamliner aller schlechten Dinge vier. Der Discounter aus Oslo musste am Wochenende seine Boeing 787 am Boden lassen. Schuld waren abermals Probleme mit einer Hydraulik-Pumpe. Wegen ähnlicher Schwierigkeiten durfte der Dreamliner in New York kürzlich nur mit weniger Gewicht starten und musste 70 Passagiere am Boden lassen. Zwei Woche zuvor saßen zwei weitere Maschinen des Leichtbaufliegers wegen Problemen mit der Elektrik tagelang in Oslo und Stockholm fest. Einen Unterschied gibt es es freilich: Erstmals fordert Norwegian offen eine Entschädigung vom Hersteller Boeing. „Wir haben noch nicht alles zu Ende gerechnet“, kommentiert der Sprecher den Schaden. „Aber wir erwarten, dass Boeing seinen Anteil daran trägt.“ Die geringe Zuverlässigkeit des Fliegers sei einfach nicht akzeptabel. Foto: Norwegian Quelle: Presse
15. August 2013Die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) hat falsch verkabelte Feuerlöschsysteme an den Triebwerken von drei Dreamlinern entdeckt. Wäre ein Triebwerk während des Fluges in Brand geraten, wäre das Triebwerk des noch intakten Triebwerks angesprungen - hätte wegen der defekten Verkabelung aber nicht funktioniert. Der Brand wäre ungelöscht geblieben und das zweite Triebwerk ebenfalls ausgefallen. Laut ANA wurde der Fehler bei einem Dreamliner entdeckt, der von Tokio nach Frankfurt hätte fliegen sollen. Bei der anschließenden Überprüfung der 19 weiteren Dreamliner der Flotte habe man zwei Maschinen mit ähnlich Fehlern gefunden. Quelle: REUTERS
19. Juli 2013Ein Dreamliner der Japan Airlines (JAL) ist nach Boston zurückgekehrt. Es habe ein Warnsignal gegeben, weshalb sich der Pilot aus Sicherheitsgründen zur Umkehr entschlossen habe, erläuterte Flughafensprecher Richard Walsh. JAL-Sprecherin Carol Anderson teilte mit, den Piloten sei von einem Instrument ein mögliches Problem mit einer Kraftstoffpumpe angezeigt worden. Die Rückkehr nach Boston sei eine routinemäßige Vorsichtsmaßnahme gewesen. Quelle: dpa
12. Juli 2013Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen am hinteren Teil eines Dreamliners der Ethiopian Airlines, der auf dem britischen Flughafen Heathrow in Brand geriet. In der brennenden Maschine befanden sich keine Passagiere, sie sei in einem abgelegenen Teil des Flughafens geparkt gewesen, hieß es. Der Airport wurde für eineinhalb Stunden geschlossen, lange Verspätungen und Flugausfälle waren die Folge. +++ Update 13. Juli 2013Die Suche nach der Brandursache hat begonnen. Nach Angaben britischer Experten ist das Feuer wohl nicht von den Batterien des Flugzeugs verursacht worden. Es müssten aber noch zahlreiche weitere Untersuchungen stattfinden, um die Ursache zu klären, hieß es. Diese könnten mehrere Tage dauern. +++ Update 18. Juli 2013Der Brand ist vermutlich von einem defekten Notfallsender ausgelöst worden, gab die britische Flugunfall-Untersuchungsbehörde AAIB bekannt. Möglicherweise sei es zu einem Kurzschluss bei der Stromzufuhr des Senders aus Lithium-Batterien gekommen oder die Batterien selbst hätten einen plötzlichen Energieschub verursacht. Die Peilsender dienen dazu, dass das Flugzeug im Falle eines Unglücks gefunden werden kann. Die britische Behörde schlug nun vor, die Notfallsender des betroffenen US-Herstellers Honeywell sollten vorübergehend deaktiviert werden, bis eine eingehende Flugtauglichkeitsprüfung stattgefunden hat. Ferner sollen auch Lithium-betriebene Notfallsender weiterer Hersteller in anderen Flugzeugtypen überprüft werden. Quelle: Reuters
24. Juni 2013Kurz nach dem Start von Houston Richtung Denver musste ein Dreamliner umkehren, weil es Probleme mit den Bremsen gab. Der Grund sei noch nicht bekannt, ein Experte von Boeing sei nach Houston entsandt worden, teilte eine Sprecherin mit. Bereits im Januar hatte die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) einen Inlandsflug nach Tokio gestrichen, weil die Bremsen am Dreamliner nicht richtig funktionierten. Die Bremsen sind allerdings nicht das Einzige, was Boeing Kopfschmerzen bereitet. Quelle: dpa
21. Juni 2013Wegen Problemen mit der Ölversorgung ist am Freitag ein Dreamliner der US-Fluggesellschaft United Airlines außerplanmäßig gelandet. Das Flugzeug sei auf dem Weg von London nach Houston gewesen, als ein niedriger Ölstand angezeigt worden sei, teilte die Fluggesellschaft mit. Die Maschine sei dann nach Newark an der US-Ostküste umgeleitet worden, die Passagiere seien mit anderen Flugzeugen weitergereist. "Wir werden mit United und General Electric zusammenarbeiten, um das Flugzeug zu warten, die erforderlichen Tests abhalten und die Maschine dann wieder in Betrieb zu nehmen", teilte der Flugzeughersteller weiter mit. GE, das die Triebwerke für die United-Maschinen herstellt, war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Erst am Dienstag hatte ein United-Dreamliner Probleme mit einem Ölfilter und musste deswegen vorzeitig landen. Die beiden Vorfälle hätten nichts miteinander zu tun, erklärte Boeing. Quelle: dpa
Wieder Probleme mit der Boeing 787: Ein Dreamliner der japanischen Fluggesellschaft All Nippon Airways konnte am Mittwoch (12. Juni) nicht von Ube nach Tokio starten, weil das rechte Triebwerk nicht funktionierte. Wie die Fluggesellschaft weiter mitteilte, mussten die 141 Passagiere umgebucht werden. Erst am Tag zuvor hatte es eine Panne gegeben... Quelle: AP
11. Juni 2013Eine Maschine von Japan Airlines (JAL) musste auf dem Flug nach Singapur umkehren. Als Grund nannte ein JAL-Sprecher am Dienstag Probleme mit der Enteisungsanlage der Triebwerke. Die Passagiere konnten mit einer anderen Maschine weiterfliegen; der Vorfall werde nun untersucht. Quelle: dpa
25. März 2013Die Zeit des Stillstands könnte schon bald vorbei sein: Boeing unternimmt den ersten Testflug mit überarbeiteten Batterien. Laut der Crew habe alles nach Plan funktioniert, jetzt müssten die gesammelten Daten ausgewertet werden, so ein Firmensprecher. In den kommen Tagen könne dann mit dem Genehmigungsverfahren begonnen werden. Boeing muss die veränderten Batterien von der US-Flugaufsicht FAA absegnen lassen. Dazu gibt es Tests am Boden und einen weiteren sogenannten Demonstrationsflug. Geht alles glatt, könnten die 50 bis dato an Kunden ausgelieferten „Dreamliner“ wieder starten, sobald sie umgebaut sind. Der Airbus-Rivale könnte dann auch mit der zwischenzeitlich gestoppten Auslieferung neuer Maschinen fortfahren. Fluggesellschaften haben weitere rund 800 der besonders sparsamen Langstreckenflieger bestellt. Quelle: REUTERS
12. März 2013Der erste Schritt für Boeings pannengeplagten Dreamliner zurück in den Liniendienst ist gemacht: Die US-Flugaufsicht FAA genehmigte Boeings Lösungsvorschläge, mit denen die Batterieprobleme behoben werden sollen. Vor allem die Gefahr interner Kurzschlüsse in den Batterien soll dank einer neuen Konstruktion minimiert werden. Ein Brand in der Batterie könne dank eines speziellen Gehäuses erst gar nicht mehr entstehen. Umbauten sollen sicherstellen, dass bei einer Überhitzung umliegende Systeme oder Menschen nicht in Gefahr geraten: Beim notgelandeten Dreamliner war Rauch in die Kabine eingedrungen. Bevor das seit Mitte Januar bestehende Flugverbot allerdings fällt, stehen noch umfangreiche Tests an. Quelle: REUTERS
dreamliner 787 Quelle: REUTERS
7. Februar 2013Boeing arbeitet einem Zeitungsbericht zufolge an Änderungen der in die Kritik geratenen Batterien des Dreamliners. Durch die Änderungen sollen Brandrisiken minimiert werden, so dass der Dreamliner frühestens ab März wieder fliegen könne, berichtete die Zeitung "Wall Street Journal". Boeing arbeite derzeit an einer ganzen Reihe von Verbesserungen an den Batterien. Ziel sei es, dass sich Hitze oder ein Brand nicht ausbreiteten. Technische Details stünden aber noch nicht abschließend fest und seien auch noch nicht beschlossen. Im Bild: Die verbrannte Batterie, die an Bord eines Dreamliners der All Nippon Airways zu einer Notlandung führte, neben einer neuen. Quelle: REUTERS
Notrutschen sind an der All Nippon Airways (ANA) Boeing 787 zu sehen, nachdem der Dreamliner am Flughafen Takamatsu im Januar notlanden musste. Schwer verletzt wurde niemand. Ein Sprecher erklärte, die Notlandung sei wegen der Anzeige von Batterieproblemen im Cockpit vorgenommen worden (Lesen Sie hierzu auch: Brand im Dreamliner: Risiko für das Elektroauto). In den Medien wurde zudem über Qualm im Flugzeuginneren berichtet. Das Verkehrsministerium wertete die Notlandung als "schwerwiegenden Vorfall", der zu einem Unglück hätte führen können. ANA nahm umgehend ihre 17 Dreamliner und Japan Airlines alle sieben Flugzeuge des gleichen Typs vorübergehend aus dem Betrieb, um weitere Untersuchungen vorzunehmen. Kurz darauf zog die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA alle Maschinen des Typs Boeing 787 vorübergehend aus dem Verkehr, in der Reaktion halten auch Europa, Indien und Chile ihre Dreamliner vorerst am Boden. Quelle: REUTERS
In Japan war erst am 9. Januar ein Flug einer Dreamliner-Maschine gestrichen worden. Als Grund nannte die Fluggesellschaft All Nippon Airways Probleme mit den Bremsen des Boeing-Flaggschiffs. Auslöser sei eine Störung des Computers, der das Bremssystem steuert, gewesen. Nun solle der Bremscomputer ausgetauscht werden. Der Flug sollte von Yamaguchi im Westen Japans nach Tokio gehen. Quelle: REUTERS
Nur einen Tag zuvor, am 8. Januar, musste eine Maschine der Fluggesellschaft Japan Airlines wegen eines Lecks am Treibstofftank am Bostoner Flughafen den Start nach Tokio abbrechen. Laut Feuerwehr traten rund 150 Liter Treibstoff aus. Es habe aber kein Feuer gegeben, und niemand sei verletzt worden. Am 7. Januar war eine Batterie in einer Hilfsturbine eines Dreamliners explodiert. Eine Gefahr für die Passagiere und die Crew habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, da die 787 bereits ihre Parkposition am Bostoner Flughafen erreicht hatte. Laut einem Medienbericht hat auch United Airlines Schwierigkeiten mit einem seiner Dreamliner. Es handele sich um das Kabelproblem, dass auch an Bord der Japan-Airlines-Maschine für Probleme gesorgt habe, berichte das "Wall Street Journal". United habe seine Maschinen kontrolliert, nachdem Japan Airlines seinen Dreamliner aus dem Verkehr gezogen habe. Quelle: REUTERS
Zuletzt musste sich der Flugzeughersteller mit undichten Treibstoffleitungen beim gleichen Flugzeugtyp herumschlagen. Bis Ende Oktober hatte Boeing gut 30 dieser Maschinen ausgeliefert, nachdem sich die Erstauslieferung wegen technischer Probleme um mehr als drei Jahre verzögert hatte. Quelle: REUTERS
Die Boeing 787 am Boden: Der US-Flugzeugbauer kämpfte im Frühjahr 2012 mit Schwierigkeiten bei seinem Langstrecken-Flieger. Beim Dreamliner wurden bestimmte Zwischenteile am Heck einiger Maschinen bislang falsch eingebaut. Diese Teile dienen zum Verbinden größerer Rumpf-Bauteile, die nicht exakt aneinanderpassen. Durch den Baufehler hätten sich bei einigen Flugzeugen Teile vom Rumpf abgelöst. Flugzeugbauer bestätigte diese Einzelheiten nicht, betonte aber, die Flugzeuge seien trotz des Problems sicher. Quelle: dapd
Dabei war Boeing im Juli 2007 so optimistisch, dass die Probleme beseitigt sein. Hier wird der erste Dreamliner ausgeliefert. Das vermeintliche Ende einer Pannenserie ... Quelle: Reuters
Streng genommen begann die Geschichte des Dreamliner am 11. September 2001: Nach die Türme des World Trade Centers nicht mehr waren, geriet die Flugbranche in eine tiefe Krise. Die Airlines hatten nun kein Geld für neue Flugzeuge. Die Stunde der Billigflieger war gekommen und mit ihnen die Stunde von verbrauchsarmen Maschinen. Boeing musste reagieren ... Quelle: dpa
Der damalige Chef Alan Mulally (heute CEO von Ford) dampfte den "Sonic Cruiser" ein. Das Foto zeigt ein Modell (Juni 2001). Das Großflugzeug sollte fast so schnell fliegen wie der Schall. Doch den Flieger wollte nun keine Airline mehr haben. Boeing machte sich umgehend daran, die Pläne für ein „Super Efficient Airplane“ umzusetzen ... Quelle: ap
Der neue Flieger hieß fürs erste „7E7“, mit einem „E“ für „efficient“. Später wurde es offiziell in 787 umbenannt, um besser in das Ziffernschema Boeings zu passen. Dazu kam ein weiterer Vorteil für das Geschäft im asiatischen Raum: Die 8 verheißt dort Glück. Quelle: ap
Der sogenannte Programmstart des 787 war am 26. April 2004. Denn nun gab es mit All Nippon Airways einen ersten Kunden. Die Japaner haben 50 Maschinen zur Auslieferung ab 2008 fest bestellt. Nun gab Boeing dem Flieger auch einen Beinamen - eben „Dreamliner“. Quelle: ap
Boeing inszenierte den 11. Januar 2005 als Feiertag: Vizechef Walt Gillette trat vor die Presse (Foto) und präsentierte technische Details ... Quelle: ap
Ähnlich wie bei Airbus werden die wichtigsten Teile des Dreamliner an verschiedenen Standorten produziert und zur Hauptmontage gebracht: Die Tragflächen stammen von Mitsubishi Heavy Industries aus dem japanischen Nagoya. Das Höhenleitwerk kommt aus Italien - um nur einige Komponenten zu nennen.. Auch Deutschland trägt seinen Teil bei: Das EADS-Werk in Augsburg liefert Teile für den Rumpf. Quelle: ap
Der Dreamliner gilt wegen seines geringeren Gewichts als umweltfreundlich und ökonomisch. Es ist das erste große Verkehrsflugzeug, dessen Rumpf und Flügel aus leichten Verbundwerkstoffen und nicht aus Aluminium bestehen. In Zeiten rapide steigender Treibstoffpreise hat der um ein Fünftel niedrigere Verbrauch sowie die 30 Prozent niedrigeren Wartungskosten Fluggesellschaften wie Northwest, Japan Airlines, Air Canada, British Airways oder Virgin Atlantic dazu bewogen, ihre Flotte mit dem Langstreckenflieger zu modernisieren. Zudem soll er ... Quelle: ap
... den Passagieren mehr Komfort bieten, wie vor allem auf dem aufsehenerregenden ... Quelle: ap
... Rollout am 8. Juli 2007. Dabei bezeichnete Boeing die üblicherweise Rollout genannte Veranstaltung als "Premiere". Das Gelände in Everett wurde zur Fanmeile für den 787. Daher auch das Datum - nach US-Schreibweise eben 7/8/7. Inoffiziell rollte der Dreamliner bereits Ende Juni zum ersten Mal aus den Hallen. Quelle: ap
Chefgucker waren Boeings Vizepräsident Tom Brokaw (links), der Chef des 787-Programms Mike Bair und seine Frau Elaine Bair. Quelle: Reuters
Die Mitarbeiter in Everett sind mächtig stolz auf ihr neues Flugzeug. Dabei ist es ein Novum, dass hier nur die Endmontage stattfindet. Quelle: dpa
Nach der aufwendig inszenierten Vorstellung des ersten Modells am 8. Juli 2007, in der US-Datumsschreibweise 7.8.07, trägt die Seven-Eight-Seven längst den Spottnamen Seven-Late-Seven. Foto: ap
Denn es folgte eine Serie von Pannen, wie es sie noch nie gegeben hat. Der Dreamliner entwickelte sich zum Alptraum, der Boeing bis zu 18 Milliarden Dollar und eine Menge Glaubwürdigkeit kostete. Schon wenige Wochen noch dem Rollout, im Oktober 2007, kündigte Boeing an, dass der erste Dreamliner nicht im Mai 2008, sondern erst im Dezember an All Nippon Airways ausgeliefert wird. Quelle: Reuters
Den Grund dafür fasst Branchenkenner Jens Flottau in seinem aktuellen Buch "Dünne Luft: Airbus, Boeing und die neuen Herausforderungen" (Hanser Verlag) zusammen: "Mit Fassungslosigkeit hatte die Programmleitung in Everett (Foto) über Wochen beobachtet, wie immer mehr halb fertige Teile wie Tragflächen und Rumpfsektoren von den Lieferanten vor allem aus Japan und Italien eintrafen." Quelle: Reuters
Deswegen ersetzte Boeing noch 2007 den 787-Programmchef Mike Bahr durch Par Shanahan. Der galt als harter Hund und echter Macher. Doch Boeing bekam die Krise auch danach jahrelang nicht in den Griff. Erst vor kurzem gestand sich Shanahan ein, dass es von Beginn an besser gewesen wäre, einfach alle Firmen an einem Ort Werke bauen zu lassen. Quelle: dpa
In der Werkshalle in Everett geht es zu wie im "Taubenschlag", so schreibt Experte Flottau. Boeing musste den Termin für die erste Auslieferung immer wieder verschieben. Die Airlines forderten Schadensersatz. Boeing zahlt Rechnungen und wartet auf die Erträge. Kunden werden transparent über die Fortschritte informiert - doch die gibt es nur selten. Quelle: dapd
Und dann auch noch das: Anfang September 2008 beginnt bei Boeing der Mega-Streik: Die Kosten des aktuellen Streiks werden auf mehr als fünf Milliarden Dollar geschätzt. Besonders trifft Boeing die zu erwartende weitere Verzögerung bei der Produktion des Dreamliner.
Der Streik ist erst nach 57 Tagen am 2. November der Streik beim Flugzeughersteller Boeing zu Ende gegangen. Die Mechaniker stimmten einem Vertrag mit einer relativ langen Laufzeit von vier Jahren zu. Der Konzern machte dafür Zugeständnisse im zentralen Streit um die Auslagerung von Jobs an Zulieferer und gab Arbeitsplatzgarantien ab. Die Beschäftigten bekommen zudem über die vier Jahre 15 Prozent mehr Gehalt und Bonuszahlungen von mindestens 8.000 Dollar.
Im April 2009 muss Boeing erneut einräumen, dass sich der Zeitplan nicht einhalten lässt. Es dauert bis zum 15. Dezember 2009 (Foto), bis der Dreamliner zum ersten Mal ... Quelle: dpa
... abhebt. Eine große Show, aber das Wetter passte zur Gesamtsituation. Inzwischen hat Boeing seinen Kunden auch eingeräumt, dass der Dreamliner nicht nur deutlich später kommt als geplant. Auch die Produktion wird erheblich langsamer laufen: Statt 100 Maschinen im Jahr wird der Konzern im ersten Jahr nur 25 produzieren können. Quelle: dpa
Inzwischen sind 31 Dreamliner in der Produktion. Bei Boeing nimmt man das Wort "Stolz" in den Mund. Quelle: ap
Daumen hoch: Boeing Chairman Jim Mc Nerney steigt aus einem Dreamliner und demonstriert Zuversicht. Der 787 ist auf der Farnborough Airshow in Hampshire am 18 Juli 2010 erstmals auf europäischem Boden gelandet. Boeing ließ verlauten, dass alle Probleme im Griff seien. Doch das war ein Märchen... Quelle: dpa
Denn schon wenige Wochen später, im August 2010, bahnte sich das nächste Desaster an. Wieder einmal war es ein Lieferant, diesmal im englischen Derby. Das Triebwerk von Rolls-Royce zerlegte sich in Einzelteile. Die Flugsicherheitsbehörden forderten eine Wiederholung des Testreihe- wertvolle Zeit verstreicht. Quelle: ap
Im November musste einer der sechs Prototypen in Texas notlanden. Es gab ein Feuer in einem Elektronikabteil. Boeing musste die Flugtests stoppen. Quelle: dpa
Der Tiefpunkt war damit erreicht. Aus dem Dreamliner war ein Alptraumvogel geworden. Seit 40 Jahren ist Boeing nicht mehr so geschwächt gewesen. Ende der 60er- und 70er-Jahre kämpfte die Firma ums Überleben, weil die teure und komplexe Entwicklung des 747 sie an den Rand ihrer Möglichkeiten gebracht hatte. Und auch dieses Mal scheint es gut auszugehen ... Quelle: ap
Im Sommer 2011 ist Boeing wieder nach Feiern zumute. Der erste Dreamliner steht kurz vor der Auslieferung. Hier sorgt Jim Albaugh, Chef der Zivilflugsparte Boeings für gute Laune. Quelle: dapd
Inzwischen fliegen auch Mitarbeiter des Erstkunden All Nippon Airway (ANA) mit und prüfen den Dreamliner auf Herz und Nieren. Quelle: Reuters
Und auch der Markt in Indien soll mit dem Dreamliner erobert werden. Quelle: Reuters
huGO-BildID: 29343007 A Boston Fire Department chief looks into the cargo hold of a Japan Airlines Boeing 787 Dreamliner jet parked at a Terminal E gate at Logan International Airport in Boston, Monday, Jan. 7, 2013. A small electrical fire filled the cabin of the JAL aircraft with smoke Monday morning about 15 minutes after it landed in Boston. (Foto:Stephan Savoia/AP/dapd) Quelle: dapd
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