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Recht Stiftung ist nicht gleich Stiftung

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Die meisten Stiftungen sind gemeinnützig

Ein Herz für Kinder Quelle: REUTERS

Mehr als 90 Prozent aller Stiftungen sind gemeinnützig, schätzt der Bundesverband, die Aufsicht haben das Finanzamt und die Länderbehörden. Pro Jahr schütten sie Fördermittel von rund 17 Milliarden Euro aus, um Forschungs- und Bildungsprojekte zu finanzieren, Stipendien zu vergeben, Krankenhäuser zu bauen, soziale Projekte zu unterstützen oder auch, um „frühzeitig gesellschaftliche Herausforderungen identifizieren sowie exemplarische Lösungsmodelle entwickeln und verwirklichen“ zu können, wie es auf der Homepage der Bertelsmann Stiftung heißt.

Gemeinnützigkeit hat ihre Grenzen

Und um ein Vorurteil auszuräumen: „Eine Steuerbegünstigung wird nur gewährt, wenn eine Stiftung gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgt“, sagt Anwalt Scherer. Gemeinnützige Stiftungen sind von Schenkung- und Erbschaftsteuer befreit, auch der Stifter, dessen Erben oder seine Familie können steuerfrei unterstützt werden. Ausgeschüttet werden dürfen an Nachfahren und Familie aber nicht mehr als 30 Prozent der Stiftungserträge, sonst wird die Gemeinnützigkeit aberkannt.

Liberales Lichtenstein

Auf die Erträge sogenannter Familienstiftungen, die – wie bei Diehl – ausschließlich die Versorgung der Familie absichern, muss Körperschaftsteuer gezahlt werden. Bei der Gründung fällt Schenkungsteuer an, außerdem wird alle 30 Jahre sogenannte Ersatzerbschaftsteuer fällig.

Auch in Frankreich, Österreich oder der Schweiz gibt es Stiftungen, die Eigentum an Unternehmen halten. Die Rolex-Uhrengruppe etwa gehört der Wilsdorf-Stiftung. Steuerbegünstigt sind Stiftungen in der Schweiz wie in Österreich aber auch nur, wenn sie gemeinnützig sind.

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Besonders liberal ist das Stiftungsrecht im Fürstentum Liechtenstein: Steuern fallen kaum an, Stifter und Begünstigte können anonym bleiben und sind nur dem Treuhänder bekannt. Was eine große Anziehungskraft auf Millionäre aus der ganzen Welt hat – obwohl vor knapp vier Jahren die Daten steuerflüchtiger Stifter aus Deutschland, darunter der ehemalige Post-Chef Klaus Zumwinkel, bekannt wurden und hierzulande Ermittlungen der Steuerbehörden auslösten.

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