Reemtsma-Chef Größere Schockbilder machen Einführung neuer Zigarettenmarken unmöglich

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Der neue Chef des Hamburger Zigarettenherstellers Reemtsma, Marcus T.R. Schmidt, sieht durch die vom EU-Parlament beschlossenen Restriktionen eine Gefahr für die weitere Entwicklung der Branche.

Diese Promis greifen noch zur Zigarette
Rauchen in der Wohnung – das ist für viele Deutsche in Ordnung. Drei von vier Bundesbürgern geben laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov an, dass Raucher auch in Zukunft in ihrer Mietwohnung qualmen dürfen. Hintergrund ist der Streit zwischen einem Mieter und seiner Vermieterin, der am Mittwoch vor das Amtsgericht in Düsseldorf kommt. Die Vermieterin hatte dem 74 Jahre alten Mann nach 40 Jahren die Wohnung gekündigt, weil er Raucher ist. Von den Befragten gibt ein knappes Drittel (29 Prozent) an, noch nie geraucht zu haben. Regelmäßige Raucher sind demnach 35 Prozent. 10 Prozent rauchen ab und zu, 26 Prozent haben früher geraucht. Auch bei einigen Prominenten ist der Glimmstängel sehr beliebt. Welche Politiker und Stars nicht von der Zigarette lassen können – und welche früher einmal geraucht haben. Quelle: dpa
Die Schauspielerin Catherine Deneuve schreitet zur Eröffnung der 66. internationalen Filmfestspiele mit einem royal verzierten Schal über den roten Teppich. Sie steckte sich beim Internationalen Filmfest in Cannes vor zwei Jahren öffentlich mindestens eine Zigarette an. Auch mit 69 Jahren kann es die französische Film-Diva Catherine Deneuve nicht lassen. Quelle: AP
Jack Nicholson zieht bei den Golden Globes in Beverly Hills, Kalifornien (1998), genüsslich an einer Zigarre. Bis heute raucht der Schauspieler regelmäßig. Vier Mal hat er versucht aufzuhören, einmal hielt der Vorsatz sogar zehn Jahre. In einem Interview mit der Welt verriet er: „Als ein Raucher kann ich Ihnen eines versichern: Jedes Mal, wenn mir jemand nahe legt ,Sie sollten wirklich nicht mehr rauchen, das schadet Ihnen' – dann wird mein Rauchimpuls umso stärker. Ganz schnell. Das ist der 100-prozentige Effekt eines solchen guten Ratschlags.“ Quelle: AP
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist derzeit auf Sommertour und genießt die Natur. Doch frische Luft war nicht immer ein Faible von ihr. Früher hat auch Angela Merkel geraucht. „Ganz am Anfang ihrer Kabinetts-Karriere“ habe sie Entspannung beim Rauchen gesucht, gab die heutige Bundeskanzlerin vor 20 Jahren zu. Damals war sie Frauenministerin und hatte bereits mit dem Rauchen aufgehört. Unbequem kann das qualmende Laster für Politiker werden, zum Beispiel wenn deren Parteien sich für ein Rauchverbot einsetzen. Gleichzeitig verlocken hitzige Debatten zu einer Beruhigungszigarette in der Pause. Quelle: dpa
Der wohl bekannteste Raucher Deutschlands: Helmut Schmidt. Seit Jahren frönt der Ex-Bundeskanzler seiner ungesunden Leidenschaft. Weil die EU Mentholzigaretten verbieten will, soll Schmidt sich sogar einen Vorrat von 200 Stangen zugelegt haben. Quelle: dpa
Ein Plakat eines rauchenden Barack Obama mit Joint in San Francisco deutet auf die Vergangenheit des US-Präsidenten hin. Eine Biografie über Obama beschreibt dessen Vorliebe fürs Kiffen in jungen Jahren. Obama, der von seinen Freunden an einer Eliteschule in Hawaii schlicht „Barry“ genannt wurde, sei Mitglied einer Kiffer-Bande namens „Choom Gang“ gewesen, heißt es in Auszügen der Biografie „Barack Obama. The Story“. Dem Politiker-Stress wollte wohl Barack Obama auch lange Zeit mit Nikotin entgegenwirken. Vor drei Jahren soll der US-Präsident aufgehört haben. Doch der Kampf gegen das Nikotin war auch für ihn eine persönliche Herausforderung, wie seine Frau Michelle Obama nach einem Bericht der Zeitung „The Telegraph“ durchblicken ließ. Damals, im Jahr 2011, sei der US-Präsident bereits fast ein Jahr rauchfrei gewesen. Er habe seinen Töchtern zeigen wollen, dass er ohne Zigarette leben könne. Quelle: picture-alliance
Modedesigner Marc Jacobs ließ einmal sogar Supermodel Kate Moss rauchend über den Laufsteg schreiten – ausgerechnet am Weltnichtrauchertag. Statt zu reichhaltigem Essen greifen viele Menschen aus dem Modebusiness offenbar lieber zur Zigarette. Quelle: dpa

„Die Einführung neuer Marken ist kaum noch möglich, wenn die Tabakrichtlinie wie geplant verschärft wird und der Warnhinweis 65 Prozent einer Packungsseite abdecken muss“, sagte Schmidt im Interview. Dann bleibt kein Platz mehr, um die Marke angemessen darzustellen.“

Allerdings erwartet Schmidt keine Absatzeinbußen durch die Einführung von Schockbildern auf Zigarettenpackungen: „Die Raucher werden sich schnell an die neuen Warnhinweise gewöhnen; das war schon so, als die zurzeit vorgeschriebenen eingeführt wurden“, sagte Schmidt dem Magazin. „Es gibt nach unserer Erfahrung keinen Grund, warum ein Raucher aufgrund der neuen Warnhinweise weniger rauchen sollte. Wir erwarten jedenfalls keine signifikanten Auswirkungen auf den Zigarettenkonsum.“

Schmidt geht davon aus, dass sich Reemtsma mit seinen Marken auch in einem stagnierenden oder schrumpfenden Markt behaupten kann: „Die Zahl der Raucher in Deutschland sinkt zwar, aber Reemtsma konnte den Marktanteil erhöhen: Bei Zigaretten lagen wir im ersten Halbjahr bei 26,2 Prozent, ein Jahr zuvor waren es 25,6 Prozent. Reemtsma steht im laufenden Geschäftsjahr besser da als je zuvor.“

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