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REIFF Reifen und Autotechnik Bridgestone will Fintyre-Kerngesellschaft übernehmen

Die insolvente Reiff Reifen und Autotechnik, eine Kerngesellschaft des Reifenhändlers Fintyre Group, soll an den Reifenkonzern Bridgestone verkauft werden. (Symbolbild) Quelle: dapd

Anfang Februar meldete der Reifenhändler Fintyre Group für seine deutschen Tochtergesellschaften Insolvenz an. Nun haben die beteiligten Sanierer einen Käufer für das größte Unternehmen der Gruppe gefunden.

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Aufatmen in Reutlingen: Die insolvente Reiff Reifen und Autotechnik, eine Kerngesellschaft des Reifenhändlers Fintyre Group, soll an den Reifenkonzern Bridgestone verkauft werden. Das geht aus einer Mitteilung des weltweit größten Reifenherstellers hervor. Demnach sollen alle 42 Standorte und mehr 500 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Ein entsprechender Kaufvertrag sei am Freitag unterzeichnet worden, der Vollzug stehe jedoch unter anderem noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden, hieß es weiter.

Bridgestone kommt damit seinem Hauptwettbewerber Continental zuvor, der nach Brancheninformationen zunächst ebenfalls an Reiff interessiert gewesen sein soll. Trotz der Corona-Verunsicherungen der letzten Wochen konnten die beteiligten Sanierer um Insolvenzverwalter Miguel Grosser damit einen ersten großen Erfolg bei ihrer Fintyre-Mission verbuchen.

Neben Grosser, Leiter der Frankfurter Niederlassung von Jaffé Rechtsanwälte waren mehrere spezialisierte Kanzleien im Einsatz. So war dem Vernehmen nach PwC mit einem Team um Partner Timo Klees nach Zustimmung des Gläubigerausschusses als M&A-Beraterin mandatiert worden. Die Restrukturierungsexperten der Frankfurter Insolvenzboutique Finkenhof berieten die deutschen Fintyre-Gesellschaften. Käufer Bridgestone setzte auf ein Team von EY Law.

Die deutschen Gesellschaften der Reifenhandelsgruppe, darunter neben Reiff, Unternehmen wie Tyre 1, Reifen 24, RS Exklusiv, Secura, SW Reifenhandel, TyreXpert hatten Anfang Februar Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung gestellt. Insgesamt mehr als 1000 Beschäftigte waren von den Insolvenzen betroffen.

Für mehrere weitere Betriebe sollen die Verhandlungen mit potenziellen Investoren über eine Fortführung kurz vor dem Abschluss stehen, heißt es in der Branche. Das Interesse der Investoren konzentriert sich dem Vernehmen nach allerdings auf den Einzelhandelsbereich.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Reifenmarkt sind derzeit schwer abzuschätzen. Zwar dürften die Verkäufe von Neuwagen – und damit auch von neuen Reifen – zunächst sinken. Gleichzeitig könnten Teile der Branche mittelfristig sogar von den Corona-Folgen profitieren. Das erwartet zumindest Andreas Prüfer, Gründer des börsennotierten Online-Reifenhändlers Delticom. Der Online-Reifenhandel habe bereits „den Umständen entsprechend erfreulich angezogen”, sagte Prüfer der WirtschaftsWoche. Die Aussichten für die Kernmarke Reifendirekt „stehen günstig, da wir infolge des eingebrochenen Neugeschäfts bei PKWs ein besseres Reifenersatzgeschäft erwarten”, so Prüfer. „Die Autofahrer werden ihre Autos eben länger fahren.“

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